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Dax: Erste Ermüdungserscheinungen bei den Partygängern

Dax mit Ermüdungserscheinungen

Die vielen neuen Allzeihochs im DAX haben diese Woche nicht ausgereicht, die Partylaune der Anleger weiter anzuheizen. Ermüdungserscheinungen sind zu erkennen.

Dax: Die seltsame Stimmung der Investoren

So ist das Anlegersentiment von 6,0 in der Vorwoche auf nunmehr 4,5 gefallen. Bei Werten über 4,0 sprechen wir von Euphorie, die ist also noch immer vorhanden. Doch man ist nicht mehr ganz so ausgelassen wie zuvor.

Auch die Selbstzufriedenheit ist von 4,0 auf 3,5 leicht zurückgegangen. Auch hier zeigt sich, dass Anleger gerne noch bei weiter kräftig steigenden Kursen dabei geblieben wären. Doch die nachlassende Dynamik der Rallye macht den Anlegern hier einen Strich durch die Rechnung.

Es könnte an der Zukunftserwartung liegen: Die ist nämlich weiterhin neutral bei einem Wert von 0,5 und zeigt, dass Anleger nicht wirklich mit weiter steigenden Kursen rechnen.

Mit einem Wert von 1,6 ist auch die Investitionsbereitschaft eher mau. Obwohl die saisonal starke Börsenphase gerade erst begonnen hat, gibt es nur wenig Kauflust unter den Anlegern. Vielleicht, weil sie bereits einen Großteil Ihres Geldes investiert haben.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert bei 7 und zeigt eine ordentliche Absicherungstätigkeit. Die Buchgewinne werden abgesichert.

Das Put/Call-Verhältnis an der CBOE ist weiterhin auf einem extrem niedrigen Stand und zeigt, anders als das Euwax-Sentiment, eine hohe Risikobereitschaft unter den US-Anlegern. Mit Call-Optionen spekulieren diese auf eine Fortsetzung der Jahresendrallye.

Und so verharrt auch die Investitionsquote der US-Fondsanleger (NAAIM Exposure Index) mit einem Wert von 104% auf sehr hohem Niveau.

In den USA dominieren ebenfalls die Bullen, das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei 24%. 48% der Anleger sind bullisch gestimmt.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 (Fear&Greed Index) notiert bei 81% und weist zunehmende Gier unter den Anlegern aus.

Interpretation der Dax-Stimmung

Wer kann für den nächsten Kurssprung sorgen, lautet die Frage, die sich viele Anleger stellen. Wenn doch schon alle investiert sind und die Party bereits in die Morgenstunden reicht, wo sollen da noch neue Investoren her kommen, die mit ihren Käufen Indizes wie den DAX höher treiben?

Wir beobachten bei dieser Rallye immer wieder Rotationen: Einige Tage sind die Nach-Corona-Aktien gesucht, weil ein neues Medikament gefunden wurde. Danach sind zyklische Aktien gefragt, weil die Quartalszahlen durch die Bank besser ausfallen als erwartet. Dann wiederum steigen die Coronazahlen und Versorgeraktien springen an, Anleger suchen Sicherheit. Und eins ums andere erreicht der DAX neue Hochs.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die aufgezählten „Gründe“ für die jeweilige Rotation zu bestimmten Aktien gar nicht so bedeutend sind. Vielmehr verlassen sich Anleger hierzulande auf die Aussage der EZB, dass die niedrigen Zinsen noch lange anhalten werden. Vor diesem Hintergrund sind Aktien einfach alternativlos. Und welche Aktien gerade gekauft werden, hängt von den Tagesmeldungen ab.

In den USA gab es schon eine kleine Korrektur in dieser Woche. Die hohe Inflation sorgt für Druck auf die Aktienmärkte. Doch auch in den USA sind die Graupen von gestern die Highflyer von heute. Auch dort rotieren Anleger von einem Bereich in den anderen.

Dieses Spielchen kann noch eine Weile weitergehen. Zwischenzeitlich kann es jederzeit kurze Abkühlungsphasen geben, doch daran, dass der Aktienmarkt für viele Anleger alternativlos ist, ändert sich erst einmal nichts.

Partylaune kann länger anhalten, als Panik. So betrachtet kann diese Rotationsbewegung, die den DAX sukzessive immer ein wenig höher trägt, noch eine Weile weitergehen. Schießstände im Sentiment, die wir als Warnsignal deuten müssten, gibt es derzeit nicht. Rückschläge sind in diesem Umfeld lediglich Verschnaufpausen, oder sogar Kaufgelegenheiten.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos. Mehr von Stephan Heibel unter https://www.heibel-ticker.de/



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1 Kommentar

  1. Nicht ganz einfach nachzuvollziehen, aber meine Zahlen liefern diese Aussage: Trotz Partylaune muss kein Ausverkauf folgen, aber trotz konstruktiver Grundstimmung wird es auch für eine Fortsetzung der Rallye in den kommenden Tagen schwer. Habe ich meine Position verständlich dargestellt?

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