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Dax: Ist das eine klassische Bullenfalle nach der Korrektur?

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Die Volatilität im Dax hat in den letzten sieben Handelstagen extrem zugenommen. Und der alte Börsenspruch: „Nichts ist so alt, wie der letzte Kurs“, zeigt seine Gültigkeit. Kaum wacht man auf und die Finanzwelt kann eine andere sein. Seit den besorgniserregenden Aussagen der FED (Federal Reserve Bank) über die weitere wirtschaftliche Entwicklung der USA am letzten Donnerstag (11.06.20), ist die Unsicherheit nicht nur an den DAX zurückgekehrt.

Auch der Begriff „zweite Welle“ hält über die Medien immer mehr Einzug. Zudem kommt auch noch ein zweiter Ausbruch des Coronavirus in Peking ins Spiel. Die Angst ist zurück. Das war gestern. Heute startet das neue Anleiheankaufsprogramm der FED für private Firmenanleihen. Das dreht alles wieder ins Positive. Diese Maßnahmen kennen wir schon von dem ehemaligen EZB Chef Mario Draghi. Das Vorgehen ist höchst umstritten. Formal gesehen vergibt die FED damit Kredite auch an marode Firmen und benachteiligt damit andere Unternehmen. Dies mag eine Rettung für viele Firmen sein und rettet Arbeitsplätze, führt aber zu einer Wettbewerbsverzerrung. Zumal ohnehin nur die großen Konzerne berücksichtigt werden. Dies alles stört die Aktienmärkte nicht und sorgte heute Nacht im asiatischen Handel auf breiter Front für starken Rückenwind. Die festen Vorgaben konnten den DAX nur beflügeln und daher sahen wir schon im frühen Handel ein kräftiges Prozentplus im DAX.

DAX sucht Begründungen

Es ist für den DAX nicht ganz leicht, seine Kursgewinne der letzten Wochen weiter auszubauen. Es gibt aktuell keine Begründung für einen weiteren Anstieg. Ganz im Gegenteil. Nur das viele neue Geld kann überhaupt einen Anstieg der einzelnen Indizes rechtfertigen. Die wirtschaftlichen Aussichten sind alles andere als rosig. Betrachtet man die DAX-Umsätze im Monat März, als das Low bei 8.250 Punkten erreicht wurden, waren die Umsätze fast doppelt so hoch, wie im Mai, bei dem extremen Anstieg. Das bedeutet: Viele Große sind gar nicht im DAX und halten sich zurück.

Einer davon ist Warren Buffet, der dies öffentlich bekannt machte. Ein anderer Punkt ist die Rendite einer Aktie. Aktien werden durch die Nullzinspolitik an der Dividendenrendite bewertet. Dadurch ergibt sich ein KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Dieser Begriff wird von den maßgeblichen Analysten gar nicht mehr verwendet – zumal sich diese Berufsgruppe derzeit gerne in den Schützengraben zurückgezogen hat und versucht nichts Falsches zu sagen.

Die Formel für die Zukunft wird eine Einfache sein: Hohe Dividende = hoher Kurs. Die Kurssteigerungen haben wir größtenteils schon am DAX Stand erlebt, obwohl es keine hohen Dividenden gibt bzw. geben wird. Das wird sich gegenseitig beißen. Aktuell lebt der Markt von der Phantasie. Es wird definitiv in den nächsten 12 Monaten auf die Rentabilität der Unternehmen ankommen. Primär sollten wir lieber davon sprechen, wann der Schaden wieder ausgeglichen werden kann. Die großen Gewinne und die hohe Dividendenrendite lassen wir bei den meisten Firmen an dieser Stelle außen vor. Gerade wenn die Euphorie und der Herdentrieb vieler Händler ihre Sinne bisher getrübt haben, sollte man einen Blick auf die Charttechnik werfen.

Technisch ausgereizt

Man könnte von der klassischen Bullenfalle für den DAX sprechen: Die guten Vorgaben aus Asien und die neuen monetären Maßnahmen der Notenbanken, insbesondere der FED, haben kurzfristig den Nachbrenner entfacht. Seit letzter Woche hat sich das Börsensentiment geändert und ist mehr auf Korrektur gestellt. Die Korrektur für den DAX ist aus technischer Sicht notwendig. Die Verkaufssignale (rote Kreise) sind eindeutig. Wobei in dem Bereich von 12.160 eine doppelte Unterstützung wartet. Dort befindet sich der EMA 420 (Magenta Linie) und das vorletzte High. Diese wird den Kurs vorerst aufhalten und für kleine Gegenreaktionen sorgen. Das weitere Kursziel sollte aber bei 12.024 (Fibonacci Linie) liegen – ab hier sollte der Markt neu bewertet werden. Wenn der DAX tatsächlich von seiner Unterstützung bei 12.160 abprallt und widererwarten den Weg nach Norden einschlägt, dann ist das nächste Kursziel bei 13.800 Punkten zu sehen.

Der positive Trend ist beim DAX nach wie vor vorhanden. Wir befinden uns einfach in einer Konsolidierung, ausgelöst durch Verunsicherung. Die Volatilität wird in den nächsten Tagen weiterhin hoch bleiben. Das ermöglicht viele Gewinnchancen, wird aber auch Arbeit und Aufmerksamkeit bedürfen.

Der Dax ist technisch ausgereizt

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Hat der Dax die Korrektur schon überstanden?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Faktist

    16. Juni 2020 13:08 at 13:08

    Der Artikel vor 11 minuten veröffnetlicht!? Aber der Chart von 09:30 Uhr??? DAX jetzt bei 12300… daher hmmm ist dieser Artikel für die Katz bzw. viel zu spät.

  2. Avatar

    MeineMeinung

    16. Juni 2020 22:33 at 22:33

    Wie Agata schon selbst schrieb, die Stimmung ändert sich schnell. Kaum wacht man auf, ist die Welt eine andere. Verrückte Zeiten, aber bei soviel Drogen können die Märkte halt nicht anders als steigen.

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Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0?

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erleben wir eine regelrechte Flucht in Technologie-Aktien. Insbesondere die Nasdaq eilt seit Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten. Zwar profitieren einige Technologie-Werte von der aktuellen Situation während der Pandemie, aber was zurzeit abläuft, grenzt an absurder Euphorie. Man muss sich nur den Chart von Tesla anschauen, hier fehlt nur das Fähnchen, dass man an die Fahnenstange hängen kann. Tesla ist nur eins von vielen Beispielen. Auch Apple hat seit dem März-Tief einen Anstieg von über 80 Prozent hingelegt. Als Info an alle Börsenanfänger – solche Steigerungsraten sind NICHT normal.

Diesmal ist alles anders

Diesmal ist es aber anders als in der Zeit des „Neuen Markt“. Damals wurde alles gekauft, dass nicht bei drei auf den Bäumen war. Dazu gehörten auch Unternehmen, die übertrieben gesagt, irgendwo in einer Garage an unnützer Software gearbeitet haben. Im Gegensatz dazu, ist es diesmal so, dass sich die Euphorie nicht auf eine große Anzahl von Techwerten konzentriert, sondern nur auf wenige Unternehmen. Hier sind die großen Technologie-Unternehmen zu nennen – Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook, Netflix und Nvidia. Diese sieben Unternehmen machen mittlerweile 50 Prozent des gesamten Index aus.

Klumpenbildung der Technologie-Werte

Die Situation ist auch den ETFs geschuldet. Um gute Wachstumsraten für ihre Kunden zu gewährleisten, müssen sie die großen Technologie-Werte übergewichten. Dadurch verstärkt sich der Effekt. Steigen die Kurse der großen Technologie-Unternehmen, dann zieht das mehr und mehr Käufer aus allen Bereichen an – Private, Institutionelle und Fonds. Entsprechend erhöht sich das Risiko einer Klumpenbildung. Kommt es zu einer erneuten Korrektur, wäre das ein Problem, da alle gleichzeitig durch eine kleine Tür rauswollen.

Weltweite Rezession

Es scheint auch fast so, als ob die Investoren vergessen, dass wir uns in einer weltweiten Rezession befinden. Diese Rezession ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat nämlich einen Faktor, der derzeit ignoriert wird – Unsicherheit. Damit ist gemeint, dass aktuell niemand voraussagen kann was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind und wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Auch die Technologie-Unternehmen sind davon betroffen. Apple setzt zum Beispiel weniger Handys ab, Facebook hat weniger Werbeeinnahmen und Teslas Absatz an Automobilen ist alles andere als beeindruckend. Die ab nächste Woche beginnende Berichtssaison wird mehr Aufschluss darüber geben, wie sich die Pandemie tatsächlich auf die Unternehmensgewinne auswirkt.

Aktuelle Entwicklung der Technologie-Unternehmen

In den nachfolgenden Grafiken kann man einerseits die Kursentwicklung der großen fünf Technologie-Unternehmen in dem letzten Monat erkennen sowie die Relation vom Nasdaq zum S&P500. Insbesondere der Chart des Nasdaq in Relation zum S&P zeigt deutlich, dass die Entwicklung der Technologie-Werte auf dem Weg ist eine neue Blase zu bilden. Demnach brauchen wir nicht mehr über Bewertungen zu sprechen. Es wurde mehrfach in anderen Artikeln darauf hingewiesen, dass diese fernab von Gut und Böse sind. Geschuldet ist diese Situation natürlich auch den Geldflutungen und Stimuli von Notenbanken und Staaten. FED-Chef Powell hat zwar vor kurzem betont, dass man durch die Maßnahmen keine Blasenbildung erzeugen möchte, aber genau das ist was gerade passiert. Die Corona-Pandemie wird noch länger Einfluss auf die Märkte haben und Unsicherheit verbreiten. Früher oder später muss Luft aus der Blase abgelassen werden, sonst droht das Platzen.


Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0? Corona

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei S&P 500 und Nasdaq

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Wie ist kurz vor dem Wochenende die Lage im S&P 500 und im Nasdaq? Das schaue ich mir ganz aktuell im folgenden Video direkt am Chart an. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Aktienmärkte aktuell: Der nächste Corona-Hype durch Remdesivir

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Und die nächste Jubelmeldung über ein Medikament, welches das Coronavirus bekämpfen soll. Remdesivir (der schon wieder) soll laut ganz aktueller Veröffentlichung des Herstellers Gilead Sciences das Todesrisiko bei Patienten um 62 Prozent senken. Hurra, es kann endlich wieder aufwärts gehen an der Börse? Die Aktienmärkte steigen. Der Dow Jones steigt in den letzten Minuten um 150 Punkte, der Dax um 54 Punkte. Wie lange kann diese Euphorieblase dieses Mal die Kurse pushen? Wann folgt die Enttäuschung? Oder ist es dieses Mal wirklich der Durchbruch?

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