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Dax: Mühsam, aber doch..

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - und auch der Dax. Aber die Bullen haben aktuell gute Argumente..

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – und auch der Dax! Nach den Zugewinnen am Freitag (Pweoll-Rede!) und Montag (Deal USA-Mexiko) stagniert der deutsche Leitindex gestern, es fehlten schlicht die Impulse – man verdaute gewissermaßen die aus Sicht der Aktienindizes positiven Nachrichten der Vortage:


(Chart durch anklicken vergrößern)


Von Diliff – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1468736

Damit ist charttechnisch die Entscheidung noch nicht gefallen, aber die Ausgangslage für den deutschen Leitindex hat sich fraglos verbessert mit Überschreiten der 12435er-Marke und der Zone bei 12490/12500 Punkten. Solange die 12490/12500 hält, sind die Bullen erst einmal im Vorteil, selbst wenn der Angriff auf die Zone bei 12680/12700 als nächstem Widerstand noch auf sich warten lassen sollte.

Was derzeit den Bären fehlt, ist eine Motiv: was könnte die Kurse unter Druck bringen? Die Bullen dagegen können sagen: seht her, Trump meint es doch nicht so ernst, er ist doch wirklich bereit Deals abzuschließen und den Handelskrieg nicht eskalieren zu lassen (Deal Trump-Juncker und die Vereinbarung der USA mit Mexiko). Damit scheint das große Damoklesschwert vor allem auch für den Dax doch erst einmal beseitigt, die Zölle auf Autos aus der EU ebenfalls erst einmal vom Tisch zu sein (gestern in dieser Sache auch ein Telefonat zwischen Trump und Merkel). Was jetzt aber noch fehlt, ist ein Abkommen der USA auch mit Kanada, das noch wichtiger ist als das Abkommen USA-Mexiko aufgrund des größeren Handelsvolumens. Sollte jedoch keine Annäherung zwischen den USA und Kanada zustande kommen, wäre diese „Erzählung“ wieder in Frage gestellt – das ist also ein verbleibender Risikofaktor.

Das zweite große Thema für die Aktienmärkte war die Zinspolitik der Fed (und ihre Wirkung auf die Schwellenländer) – und auch hier haben die Bullen nach der Rede von Jerome Powell in Jackson Hole jetzt scheinbar gute Argumente durch die implizite Zusicherung des Notenbankchefs Powell, der Wirtschaft (und damit der Wall Street) nicht zu schaden, wenn die Inflation nicht durch die Decke geht (was aber laut Powell nicht zu erwarten sei – wir analysieren die Rede Powells heute noch einmal ausführlicher in einem gesonderten Artikel).

Übergeordnet scheint Trump derzeit recht handsam zu sein – der Deal mit Mexiko stärkt seine Position und erhöht damit seine Wahlchancen bei den US-Zwischenwahlen, weil er den Amerikanern sugerriert, dass Trump wirklich den Amerikanern bessere Abkommen ermöglicht statt die Welt ins Chaos zu stürzen. Der US-Präsident hat ein natürliches Interesse daran, dass die Aktienmärkte bis zu den Wahlen Anfang November nicht abstürzen, also nimmt er sich derzeit etwas zurück, auch gegenüber China.

Richtig heftig aber könnte es dann nach den US-Zwischenwahlen werden, wenn Trump keine Rücksicht mehr nehmen muß auf die Aktienmärkte und seiner ideologischen Agenda frei Lauf lassen kann. Aber das ist noch weit weg..



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