Devisen

Dax: noch ein sehr zartes Pflänzchen namens Hoffnung

FMW-Redaktion

Noch ist es ein sehr zartes Pflänzchen, diese Hoffnung auf eine konzertierte Aktion der Notenbanken zur Rettung der Märkte. Auslöser ist zunächst ein Treffen zwischen Japans Ministerpräsident Abe und Notenbankchef Kuroda. Letztere ließ anklingen, dass man sich seitens der großen Notenbanken auf ein gemeinsames Statement geeinigt habe, was auch immer das bedeuten mag. Das hat Asiens Märkten geholfen, wenngleich der Nikkei einen großen Teil der Gewinne wieder abgegeben hat zum Handelsende hin:

Shanghai Composite +0,17%
CSI300 +0,07%
ChiNext +0,87%
Nikkei +0,09%

Eines ist klar: nach dem Abverkauf der letzten Tage sind die Märkte überverkauft, eine technische Gegenreaktion daher jederzeit möglich (das gilt auch etwa für den Dow Jones, wie von Rüdiger Born im Trade des Tages skizziert). Aber die große Wende hin zum Guten (aus Sicht der Bullen) ist das noch lange nicht: denn jetzt müssen den Andeutungen auch Taten folgen, etwas, was die Märkte wirklich überzeugt – also mehr als warme Worte, dass man schon irgendwie bereit stehe.

Immerhin: der Dax produziert das erste Aufwärtsgap seit dem Brexit-Schock, der ganz freie Fall ist erst einmal im kurzen Zeitfenster gestoppt, vielleicht aber doch nur unterbrochen. Schon im Bereich 9500/20 wird es schwierig für den deutschen Leitindex:

Dax280616

Gelänge der Sprung über dieses Widerstandsbündel, wäre das nächste logische Ziel der Bereich 9718 – also das Hoch der technischen Gegenreaktion unmittelbar am Freitag nach dem Brexit-Schock. Solange der Index darunter handelt, bleibt sowieso höchste Vorsicht angebracht.

Dem Bereich um die 9500 Punkte aber kommt noch eine weitere Bedeutung zu: hier verläuft die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals seit Jahresbeginn, und es wäre schon einmal ein Etappen-Sieg, wenn der Dax wenigstens wieder in diesen Abwärtstrend hineinkommt und nicht völlig durchgereicht wird:

Dax2806162

Übergeordnet muß man sagen, dass alles, was nun nach oben geht, eher eine Gegenbewegung innerhalb eines noch völlig intakten Abwärtstrends ist. Es wird sich nämlich zeigen, dass auch die Notenbanken ihr Pulver schon weitgehend verschossen haben, sodass neue Maßnahmen schon sehr bald verpuffen dürften. Was nun nicht mehr passieren darf, ist ein Bruch der Tiefs gestern (knapp über 9200 Punkten) sowie das Panik-Tief vom Freitag bei 9160 Punkten. Geschähe dies dennoch, geht der Sinkflug ungebremst weiter..



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1 Kommentar

  1. Untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals bei 9.500 Punkten?
    Ist das nicht ein Aufwärtstrendkanal?

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