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Dax: Panik bei Investoren? Das Gegenteil ist der Fall!

Der Dax hat gut 1000 Punkte in wenigen Tagen verloren – und normalerweise sorgen solche Abverkäufe auch für eine deutliche Eintrübung der Stimmung bei den Investoren. Doch diesmal ist alles anders: statt dass die von der Deutschen Börse befragten Investoren in Panik verfallen, herrscht erstaunlicherweise Optimismus!

Sehen wir uns die Zahlen einmal an: bei den Profi-Investoren steigt der Anteil der Bullen um +5% auf nun 46%, während die Bären um -8% auf nun nur noch 32% der Befragten kommen. Ganz ähnlich das Bild bei den Privatinvestoren: hier gewinnen die Bullen sogar +8% auf nun 45%, die Bären hingegen verlieren -4% auf nun 42%.

Was ist da los? Joachim Goldberg, der „Papst des Sentiments“, hat folgende Erklärung:

„So hat der DAX seit unserer vergangenen Stimmungserhebung 8,7 Prozent stichtagsbezogen und zeitweise bis zu knapp 10 Prozent an Wert verloren. Dass dies möglicherweise etwas zu viel des Schlechten gewesen sein mag und man trotz allem einen kühlen Kopf behalten müsse, haben sich anscheinend die von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren gedacht. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist gegenüber der Vorwoche um 13 Punkte auf einen Stand von +14 Punkte gestiegen. Mit anderen Worten: Der Sturz des DAX hat sich für einen Teil der Investoren, die offenbar bereits seit zwei Wochen richtigerweise auf eine heftige Korrektur gesetzt hatten, ausgezahlt. Von den 8 Prozent aller Befragten, die das Bärenlager heute verlassen haben, sind mehr als die Hälfte direkt zu den Optimisten gewandert, während sich der Rest mit Gewinnmitnahmen zunächst an die Seitenlinie begeben hat.“

Da hatten also einige eine gute Sprünase und haben dementsprechend wohl durch Short-Positionen schon gutes Geld verdient. Nun rechnet man offenkundig mit einer technischen Erholung – aber wohl nicht mit einer Trendwende, wie Joachim Goldberg analysiert:

„Nun ist nicht anzunehmen, dass die Optimisten von heute tatsächlich auf einen nachhaltig steigenden DAX setzen. Vielmehr ging es wahrscheinlich zum einen darum, dass mit den realisierten Gewinnen bei den institutionellen Investoren eine Extra-Rendite generiert werden sollte. Darüber hinaus dürfte es den neuen Optimisten von heute in erster Linie um eine Art Schnäppchenjagd gegangen sein. Und sollten sich diese neuen bullishen und nicht wenig riskanten Engagements nicht schnell und deutlich auszahlen, dürften die „Mutigen“ von heute ihre Engagements auch im Falle kleinerer Gewinne schnell wieder glattstellen. Mit anderen Worten: Die Optimisten von heute sind vermutlich gar nicht an einem nachhaltigen Anstieg der Aktienkurse, sondern eher am „schnellen Euro“ interessiert, den es zu verdienen geben könnte. Da ihnen womöglich auch noch langfristige Kapitalabflüsse gegenüberstehen, stellen sie sogar eine Belastung für den DAX dar.“

Sehen Sie hier auch die Einschätzung von Joachim Goldberg im Video..

Der Dax im Sinkflug - aber nicht die Stimmung der Investoren



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2 Kommentare

  1. Zahltag für Bären! Beharrlichkeit zahlt sich aus. Auch Tesla kommt wunderbar unter die Räder. Einfach nur herrlich!

  2. Auch Tesla kommt unter die Räder, passt gut, unter Börsianern wurde ja Tesla als BITCOIN AUF RÄDERN
    verspottet. Der Corona Virus wird auch dieses Märchen entzaubern.
    Wenn die Margin- Calls einsetzen, werden auch noch sehr gute Titel unter die Räder kommen, was oft Viele nicht begreifen. Der Grund ist ganz einfach, wenn ich in der Scheisse bin u.Alles gefallen ist, verkaufe ich im Notfall Titel die noch im Gewinn sind.

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