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Dax: Rückenwind und Gegenwind

Vielleicht war der Schluck aus der Pulle etwas zu groß zuletzt, die Luft nach oben wird spürbar dünner jetzt. Unterstützung aber hat der Dax bei 12650 Punkten – solange der Dax darüber bleibt, dürfte die Laune der Bullen so gut bleiben wie das Wetter..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Bekommt der Dax heute Rückenwind oder doch Gegenwind? Der Rückenwind kommt von den Vorgaben der US-Indizes, die am Freitag eine Party aufgrund der schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten feierten – vor allem weil, so paradox es klingt, die US-Stundenlöhne geringer gestiegen waren als erwartet. Das schürte Hoffnungen, dass die Fed die Zügel nicht noch mehr straffen werde – aber eines bleibt klar: die Zügel werden eben gestrafft!

Das bedeutet, dass von der wichtigsten Notenbank der Welt den Aktienmärkten vor allem in den USA latent Gegenwind ins Gesicht bläst, US-Arbeitsmarktdaten hin oder her. Gegenwind kommt für den Dax auch von deutschen Konjunkturdaten, die sich derzeit merklich abkühlen: letzte Woche der schwächste Einkaufsmanagerindex seit 19 Monaten, heute morgen die deutschen Industrieaufträge mit -0,9% deutlich schlechter als erwartet und dem dritten Rückgang in Folge. Das deutsche Konjunkturwunder scheint also zu Ende zu sein, und im Gegensatz zum derzeitigen Wetter wird es konjunkturell nun offenkundig kälter!

Und damit wackelt eigentlich ein weiterer Rally-Baustein der letzten Jahre: der globale Konjunkturaufschwung hat seinen Hochpunkt längst überschritten, die massive Unterstützung der Notenbanken ist entweder schon Geschichte (Fed) oder doch absehbar Geschichte (EZB). Mittelfristig ist das eigentlich eine unschöne Kombination für die Aktienmärkte – was die Frage aufwirft, ob die derzeitige Rally nachhaltig ist und sein kann!

Während der Dax schon Anfang April nach oben schoß, hat sich die Wall Street nach vorheriger Schwäche erst zum Ende der letzten Woche zu einem Panther-Sprung entschieden und damit das charttechnisch zwischenzeitlich schon zerschlagene Porzellan wieder gekittet (beim S&P 500 der Bruch der 200-Tage-Linie). Der Dax dagegen hatte seine 200-Tage-Linie schon mit dem Sprung über die 12650er-Widerstandszone überwunden und hatte somit eine Art Vorläufer-Funktion.

Wie aber geht es jetzt weiter? Der Leitindex S&P 500 direkt an der Abwärtstrendlinie und damit an einer neuralgischen Marke:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Die US-Futures höher im asiatischen Handel, der Dax schien sogar an der 12900er-Marke zu eröffnen, bevor aber dann eben diese US-Futures wieder recht deutlich nachgaben und der X-Dax daher im Vergleich zum Freitag keine Geländegewinne verzeichnen kann:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Vielleicht war der Schluck aus der Pulle etwas zu groß zuletzt, die Luft nach oben wird spürbar dünner jetzt. Unterstützung aber hat der Dax bei 12650 Punkten – solange der Dax darüber bleibt, dürfte die Laune der Bullen so gut bleiben wie das Wetter..

 

Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0206-324 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5347776

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marko

    7. Mai 2018 13:48 at 13:48

    Viel heftiger fande ich den DOW, die Big-Boys wollten einen Absturz des DOW verhindern, aus bekannten Gründen. Die Amis sind nervöser als die Europäer, ist ja auch kein Wunder, siehe den EUR/USD.

    Das sieht jetzt wohl so aus, als dürften wir die 13500 beim Dax „anlaufen“, wenn nicht gar noch mehr !

    Nur mal so : am 1. Mai stand der Dax im Low bei 12450 Punkten ! Soso, „Sell in May and Go Away“ ? Also das sieht für mich aber doch etwas anders aus ? :D

    „Und damit wackelt eigentlich ein weiterer Rally-Baustein der letzten Jahre: der globale Konjunkturaufschwung hat seinen Hochpunkt längst überschritten, die massive Unterstützung der Notenbanken ist entweder schon Geschichte (Fed) oder doch absehbar Geschichte (EZB). Mittelfristig ist das eigentlich eine unschöne Kombination für die Aktienmärkte – was die Frage aufwirft, ob die derzeitige Rally nachhaltig ist und sein kann!“

    Das mag sein, nur Ihr Bären habt eben das Problem, dass die EZB mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Ende 2018 nichts macht ! Und je weiter die Fed die Zinsen erhöht, desto lustiger für die EZB bzw. den EUR/USD ! Das heißt hier wackelt gar nix, wenn überhaupt der Amiladen da drüben.

    • Avatar

      Columbo

      7. Mai 2018 14:22 at 14:22

      Etwas wackelt gewaltig, Italien nämlich: Banken, Schulden, Neuwahlen und europafeindliche Mehrheiten. Die EZB wird nichts machen, nie mehr, da geb ich Dir Recht, aber insgesamt ist dieses Szenario extrem bärisch.

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