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Dax-Stimmung: Die Bären haben auf die Tatzen bekommen – Short-Squeeze

Der Anstieg des Dax auf ein neues Jahreshoch hat offenkundig Spuren hinterlassen: die Bären haben sich blutige Tatzen geholt und teilweise offenkundig kapituliert! Ganz anders die Situation in den USA: hier dominieren die Bären..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Noch in der Vorwoche war die Stimmung vor allem der Profi-Investoren geradezu depressiv: die Bären waren klar dominant mit mehr als der Hälfte der Befragten, man erwartete eine Korrektur, die dann zwar auch eingetreten war, sich jedoch als Bärenfalle heraus stellte. Nun hat der Anstieg des Dax auf ein neues Jahreshoch offenkundig Spuren hinterlassen: die Bären haben sich blutige Tatzen geholt und teilweise offenkundig kapituliert. So fiel das Bärenlager bei den Profi-Investoren in der neuesten Umfrage der Deutschen Börse stark zurück und verlor -15% auf nun nur noch 37%. Der Verlust der Bären ist der Gewinn der Bullen, das gilt für die Realität des Marktgeschehens, als auch für die Stimmung: die Bullen gewinnen 16% hinzu und stellen nun mit 48% das dominante Lager. Neutral sind 15% (-1% zur Vorwoche).

Die Privatanleger waren in der Vorwoche weniger bärisch gewesen als die Profis, hatten also den etwas besseren Riecher. Aber auch bei den Privaten legen die Bullen 10% zu auf nun 47%, während die Bären 6% auf nun 36% verlieren, neutral sind nur noch 17% (-4% zur Vorwoche.

Sieht man die Stimmung als Kontraindikator – wenn alle bullisch sind, fehlen die weiteren Käufer, weil die Bullen schon investiert sind, und umgekehrt – dann ist der starke Anstieg des Optimismus im Vergleich zur Vorwoche für den Dax vielleicht nicht die allerbeste Nachricht. Denn offenkundig ist, dass der Anstieg des Dax auf ein neues Jahreshoch sich auch der zuvor negativen Stimmung vor allem der Profis verdankt. Hier mussten offenkundig viele ihre Short-Positionen glatt stellen, traten damit als Käufer auf und gaben damit dem Dax Schwung nach oben. Nun aber dürfte der Short-Squeeze bereits weitgehend abgearbeitet sein, womit ein wichtiger Treiber für den Dax entfällt, wie auch Joachim Goldberg konstatiert:


„Damit kann der gravierende Widerspruch der Vorwochen zwischen einer stabilen Kursentwicklung auf der einen und einer deutlich pessimistischen Stimmung auf der anderen Seite endlich als überwunden gelten. Gleichwohl sind die heutigen Optimismus-Werte absolut betrachtet zwar positiv, doch liegen sie im Sechs-Monats-Vergleich sowohl bei den institutionellen (geringfügig) als auch bei den privaten Anlegern dennoch unter dem Durchschnitt. Letztlich ist also der jüngste Kursanstieg des DAX auch einem stattlichen Short-Squeeze mit folgender Kapitulation heimischer Akteure zu verdanken.

Allerdings vermitteln die heutigen Sentiment-Indizes nicht den Eindruck, als ob die Börsianer wie Ikarus bereits zu nah der Börsen-Sonne entgegen geflogen seien. Hierfür wären auf jeden Fall neue Allzeithochs über 12.390 Punkten auch jenseits des Atlantiks (gemessen am S&P 500) vonnöten, die gerade für die jungen Optimisten von heute einen Referenzpunkt darstellen.

Damit hat sich die Aufwärtsdynamik des DAX aufgrund der disziplinierten Vorgehensweise vieler Akteure nunmehr deutlich verringert. Denn für einen starken Trend braucht es entweder Kapitalzuflüsse, von denen der DAX jedoch längst profitiert hat, oder eben viele Schieflagen. Diese aber scheinen mit dem heutigen Tage verschwunden zu sein.“

Ganz anders dagegen ist das Bild in den USA bei den dortigen Privatinvestoren, laut neuester AAII-Umfrage: demnach liegen dort nun wieder die Bären vorne mit 37,4% und einem Anstieg zur Vorwoche von +6,9%. Das geht auf Kosten vor allem der Bullen, die -5,1% verlieren auf nun nur noch 30,2% und damit das schwächste Lager stellen, weil die Neutralen nur -1,8% auf nun 32,7% verlieren. Das eher bärische Stimmungsbild kommt auch in der Stimmungslage bei den US-Börsenbriefen zum Ausdruck, wo die bullische Stimmugn so gering ausgeprägt ist wie seit der Wahl Trumps nicht mehr – offenkundig hat das Scheitern Trumps, Obamacre zu ersetzen, hier tiefe Spuren hinterlassen.

Gleichwohl gilt spiegelbildlich: die Stimmung ist sehr negativ bei den US-Anlegern, daher besteht hier eben das Potential für einen Short-Squeeze, wie wir ihn zuletzt beim Dax, nicht aber bei den US-Indizes gesehen haben!

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