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Dax-Stimmung: Profis wagen sich aus der Deckung, Privatanleger skeptisch

Widersprüche, wo man hinsieht! Sowohl bei der Dax-Stimmung, als auch bei der Stimmung in den USA..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

In der letzten Woche war vor allem bei den Profis die Stimmung deutlich eingebrochen – aus Sorge über den Protektionismus von Donald Trump und die daraus resultierenden Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft, ergo den Dax. Nun aber hat die Sorge offenkundig abgenommen in Sachen Trump, der Optimismus steigt wieder, trotz der politischen Turbulenzen vor der Wahl in Frankreich, die die Profis offensichtlich kalt lässt! So legt das Bullen-Lager um 4% zu auf nun 35%, womit die Optimisten wieder knapp vor den Bären liegen, die 5% auf nun 34% verlieren. Doch zeigt der sehr hohe Anteil von Neutralen, die bereits in der Vorwoche mit 30% den höchsten Stand seit Mai 2016 erreicht hatten und nun noch einmal 1% zulegen konnten, dass da doch eine gewisse Verunsicherung besteht.

Diese Verunsicherung ist auch bei den Privatanlegern greifbar, ässuert sich dort jedoch eher als Skepsis. Denn bei den Privaten können die Bären ihren Vorsprung mit einem Zuwachs von 4% auf nun 46% weiter ausbauen, die Bullen dagegen verlieren 3% auf nun 37%, neutral sind nur 17% (-1%).

Es gibt also eine größer werdende Lücke zwischen Profis und Privatanlegern, und Joachim Goldberg erklärt sich das so:

„Tatsächlich ist diese Stimmungsverbesserung (gemeint sind die Profi-Investoren, Anmerkung von FMW) wahrscheinlich weniger auf einen neu aufkeimenden Optimismus zurückzuführen. Vielmehr scheint sich eine kleinere Gruppe von Händlern/Entscheidern beim DAX am unteren Ende der jüngsten Abwärtsbewegung zu sehen. Denn das Gros der neuen Pessimisten der Vorwoche hat sich wieder direkt ins Bullenlager begeben. Außerdem ist es gut möglich, dass in der Zwischenzeit bearishe Engagements, die bei unserer vergangenen Befragung erkennbar wurden, nunmehr mit möglicherweise guten Gewinnen in Form von Rückkäufen wieder glattgestellt worden sind.

Ganz anders stellt sich die Entwicklung bei den Privatanlegern (..) Damit hat sich die „Stimmungskluft“ zu den institutionellen Pendants wieder vergrößert, was jedoch sicherlich nichts mit einer massiven Überängstlichkeit der privaten Investoren zu tun hat. Vielmehr ist die Bereitschaft begrenzt, die doch recht überschaubaren kurzfristigen Ausschläge des DAX mit entsprechenden Positionen auszunutzen.

Grundlegend hat sich an der DAX-Stimmung also nicht viel geändert. Auch ist nicht davon auszugehen, dass die leichte Verbesserung des Sentiments bei den institutionellen Anlegern von Dauer sein wird – in der relativen Sechsmonatsbetrachtung herrscht sogar noch Skepsis vor. Gleichzeitig wird jedoch auch ersichtlich, dass dem DAX momentan der große Zünder für eine anhaltende Aufwärtsbewegung fehlt, zumal wir aktuell nicht davon ausgehen, dass größere langfristige Kapitalzuflüsse dem derzeitigen Börsenumfeld zugutekommen. Da im Markt weiterhin keine großen Schieflagen vorhanden sein dürften, gehen wir von einer neuerlichen Seitwärtsentwicklung des DAX aus, wobei die Unterseite auf niedrigerem Niveau (ausgehend von 11.560 DAX-Zählern ca. 1,5-2 Prozent tiefer) zumindest durch heimische Nachfrager unterstützt ist.“

Insgesamt also, trotz der Stimmungs-Aufhellung bei den Profis, keine Euphorie erkennbar. Die gibt es auch bei den amerikanischen Privatinvestoren nicht, wie die neueste AAII-Umfrage zeigt, doch können jenseits des Atlantiks die Bullen 3,0% auf nun 35,8%, womit die Bullen nur knapp hinter den Neutralen liegen, die +3,5% auf nun 36,8% zulegen können. Die Gewinne der Bullen und der Neutralen gehen vollständig auf Kosten der Bären, die 6,5% auf nun 27,7% verlieren.

Ganz anders das Bild übrigens beim Investor Intelligence Survey, der die Stimmung bei amerikanischen Börsenbriefen bemißt: hier sind mit 62,7% die Bullen so dominant wie zuletzt im Jahr 2004!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    columbo

    9. Februar 2017 12:18 at 12:18

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