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Dax und Bitcoin: So sieht aktuell das Sentiment aus!

Die Stimmung gegenüber Dax und Bitcoin

Es bleibt dabei: Der DAX hält sich auf hohem Niveau, die Fortsetzung der Rallye lässt dennoch auf sich warten. In der abgelaufenen Woche gab der DAX 0,8% auf 15.544 Punkte ab, notiert also weniger als 2% entfernt vom Allzeithoch.

Kurzfristig betrachtet könnte man seit dem Ausverkauf vor 10 Tagen schon wieder einen Aufwärtstrend im DAX erkennen. Doch übergeordnet läuft der DAX seit über zwei Monaten in einer Seitwärtsspanne zwischen 15.100 und 15.800 Punkten.

Der leichte Rückgang in der laufenden Woche führte unter unseren Umfrageteilnehmern zur Ernüchterung: Die Anlegerstimmung ist von +1,3 auf -0,1 gerutscht. Viele hatten sich nach dem Ausverkauf von vor 10 Tagen erhofft, dass die anschließende Erholung der Auftakt für eine Fortsetzung der im November begonnenen Impfstoff-Rallye sei. Mit guten Arbeitsmarktdaten am Donnerstag dieser Woche kam nochmals diese Hoffnung auf, doch ein enttäuschendes BIP-Wachstum im zweiten Quartal setzten dieser Hoffnung am Freitag ein Ende.

So bleibt auch die Selbstzufriedenheit mit einem Wert von nur 0,2 auf einem niedrigen Niveau. Wirklich zufrieden mit den eigenen Anlageentscheidungen sind derzeit nur Wenige.

Überraschend stark zeigt sich jedoch seit nunmehr zwei Monaten, also seit der DAX in die Seitwärtsbewegung übergegangen ist, die Zukunftserwartung der Anleger. Der Wert von 2,6 zeigt einen moderaten Optimismus unter Anlegern.

Wenn schon so lange steigende Kurse erwartet werden, der DAX jedoch nicht von der Stelle kommt, ist es wenig überraschend, wenn kaum noch weitere Investitionsbereitschaft besteht. Unser entsprechender Umfragewert ist auf -0,4 gesunken. Wer long gehen wollte, hatte bei den vielen Rückschlägen der vergangenen Wochen ausreichend Gelegenheit dazu. Einen neuen Grund, long zu gehen, gab es seit zwei Monaten eigentlich nicht mehr. Im Gegenteil, die Ausbreitung der Delta-Mutation lässt eher Zweifel am Optimismus aufkommen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger bleibt moderat optimistisch mit einem Wert von 5. Privatanleger positionieren sich nach wie vor überwiegend für steigende Kurse.

In den USA sehen wir in diesen Tagen einen gegenläufigen Trend: Das Put/Call-Verhältnis der CBOE zeigt eine abnehmende Long-Positionierung der US-Anleger.

US-Fondsanleger hingegen haben ihre Investitionsquote leicht auf 78% aufgestockt, nachdem sie im Nachgang zum Ausverkauf von vor 10 Tagen zunächst große Cash-Positionen aufgebaut hatten.

US-Privatanleger haben eine Bulle/Bär-Quote von 12%, Bullen haben wieder leicht zulegen können. 6% der Bären der Vorwoche sind direkt ins Bullenlager übergesiedelt.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 ist mit einem Wert von 24% nunmehr min Bereich der extremen Angst und bildet damit einen ersten Indikator, der auf einen Anflug von Panik unter Anleger hinweist. Da die Börsenwoche verhältnismäßig moderat verlief, fallen mir nur die Technologieaktien ein, die in den vergangenen Tagen unter Druck gerieten, obwohl überwiegend gute Zahlen vermeldet wurden. Es hat den Anschein, dass die Zahlen nicht gut genug waren, um nach den exorbitanten Kursgewinnen der vergangenen Monate für einen neuen Schub zu sorgen. Es gab jedoch auch einige CEOs (Paypal, Amazon), die einen betont pessimistischen Tonfall anschlugen, um die Messlatte für die kommenden Quartale möglichst niedrig zu setzen.

Der Short Range Oscillator des S&P 500 notiert bei +2 und somit im neutralen Bereich. Kurzfristig gibt es kein Marktungleichgewicht, auf das wir Rücksicht nehmen müssten.

Beim Bitcoin haben sich sowohl die Stimmung als auch die Zukunftserwartung positiv entwickelt: Die Stimmung ist moderat positiv, nachdem der Bitcoin in der abgelaufenen Woche 21% zulegen konnte. Für die Zukunft besteht ein moderater Optimismus. Noch vor einer Woche fürchteten unsere Umfrageteilnehmer überwiegend ein weiteres Abrutschen des Bitcoins.

Interpretation der Stimmung beim Dax

Die Besten trifft es zuletzt, sagt man an der Börse: Am Freitag wurden Amazon (-8%), Paypal (-3%) und Rohstofftitel wie Rio Tinto (-3%) und Vale (-8%) ausverkauft. Genau diese Titel haben uns in den vergangenen Monaten auf neue Allzeithochs geführt, doch nun gerieten auch sie unter Druck.

Nähert sich die Sommer-Konsolidierung damit ihrem Ende, oder ziehen diese Titel nun weitere Aktien mit in den Abgrund? Es wird spannend in den kommenden Tagen, denn gerade die Highflyer der vergangenen Monate befinden sich überwiegend im Besitz von jungen Spekulanten, die erst seit kurzem an der Börse aktiv sind. Gerade diese Anleger verlieren erfahrungsgemäß schnell mal die Nerven, wenn’s nicht rund läuft. Die Gefahr eines sich ausweitenden Ausverkaufs für den DAX besteht also aus dieser Sicht wirklich.

Aus Sentiment-Sicht besteht derzeit kein besonders großes Ungleichgewicht, das aufgelöst werden müsste. Allerdings sind die Long-Positionen unserer grundsätzlich optimistisch gestimmten Anleger schon viele Wochen alt und konnten bislang noch nicht die gewünschten Kursgewinne beim DAX liefern. Gleichzeitig ist die Absicherung gegen fallende Kurse derzeit nicht sehr stark verbreitet.

Steigende Kurse würden demzufolge zu einem Zurücklehnen der bereits long positionierten Anleger führen: „Siehste, wußt‘ ich’s doch“ wäre die Reaktion, die jedoch nicht zu Folgekäufen führt. Im Gegenteil, eine ansetzende Rallye würde früh auslaufen, wenn es keinen fundamentalen Grund gibt, der die Rahmenbedingungen grundlegend ändert.

Fallende Kurse würden jedoch zunehmend zu Unmut und letztlich auch zu Angst und Panik führen, denn viele Anleger würden mit ihren Long-Positionen ins Minus rutschen.

Beim Bund-Future ist die Zukunftserwartung in dieser Woche eingebrochen. Nachdem das Zinsniveau vor acht Wochen bei -0,2% sein zwischenzeitliches Hoch erreichte, folgte nun der Absturz auf -0,5%. Die Stimmung der Anleihekäufer stieg kontinuierlich und notiert seit einigen Wochen nahe der Euphorie. Doch weitere Kursgewinne, sprich weiter fallende Zinsen, erwarten Anleger nun nicht mehr, Pessimismus dominiert die Zukunftserwartung.

Beim Öl und beim Gold gibt es derzeit keine besonderen Stimmungslagen, die Stimmung und die Erwartung ist neutral.

Die Stimmung gegenüber Bitcoin

Bitcoin-Anleger begrüßen den Kurssprung der Kryptowährung, sind jedoch von Euphorie noch weit entfernt. Auch der Zukunftsoptimismus ist nur moderat. Die diese Woche gestartete Rallye kann also durchaus noch ein wenig weiter laufen.

Ungeachtet dessen, ob die gerade gestartete Bitcoin-Rallye kurzfristig (auf Sicht von wenigen Wochen) noch ein wenig weiter läuft, ist es durchaus weiterhin möglich, dass der Bitcoin in den kommenden zwei bis drei Monaten nochmals einen deutlichen Ausverkauf erlebt, denn bislang war Angst und Panik, was für einen tragfähigen Boden charakteristisch ist, noch nicht ausreichend zu sehen.

Da uns (imm Gegensatz zum DAX) die Vergleichshistorie beim jungen Bitcoin fehlt, muss ich eine Einschätzung aus anderen Vergleichen ableiten. Im DAX hatten wir Ende Oktober 2020 ein Sentiment von -69%. Ein Extrempunkt, der den Start der Impfstoffrallye markierte. Bei Währungen, Zinsmärkten, Gold und Öl werden Werte unter -50 nur sehr selten erreicht und dienen dort ebenfalls als guter Indikator für einen Boden im entsprechenden Marktinstrument.

Im Bitcoin haben wir in den vergangenen Monaten zweimal Werte unter -50 gemessen. Ich war davon ausgegangen, dass der stark schwankende Bitcoin stärkere Ausschläge im Sentiment erzeugt als der DAX. Daher habe ich die beiden damaligen Ausverkäufe als nicht ausreichend bezeichnet, um einen tragfähigen Boden für den Bitcoin zu erzeugen.

Genau wissen tue ich das jedoch leider nicht und der Vergleich zu den anderen Marktinstrumenten zeigt, dass Werte von -50 durchaus bereits Extrempunkte markieren können.

Soll heißen: Mein Bauch sagt mir, dass es in den kommenden Wochen einen weiteren Ausverkauf im Bitcoin geben sollte. Der Verstand mahnt jedoch, dass auch das Gegenteil möglich ist.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.



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