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Indizes

Dax und Dow steigen deutlich trotz katastrophalen US-Daten – warum?

Claudio Kummerfeld

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am

Warum steigen Dax und Dow derzeit deutlich? Eigentlich müssten sie doch in den Keller rauschen? Denn so ziemlich die düstersten Befürchtungen wurden heute um 13:30 Uhr bewahrheitet, als die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die USA verkündet wurden. Die Zahl wurde mit 3,28 Millionen Anträgen vermeldet, bei Schätzungen in einer breiten Range von 1,2-4,2 Millionen. Wie will man sowas auch abschätzen, eine plötzliche Entlassungswelle verursacht durch ein Virus? Nun ja, die Zahlen sind schlimm, sehr schlimm. Warum also sind die Märkte nicht gefallen, sondern deutlich gestiegen?

Dax hinkt dem Dow hinterher

Der Dow ist seit 13:30 Uhr bis jetzt sogar um mehr als 1.300 Punkte gestiegen, auf jetzt sogar über 22.000 Punkte. Der Anstieg begann exakt um 13:30 Uhr, wo die US-Daten verkündet wurden. Der Dax ist seit 13:30 Uhr mit einem Plus von 260 Punkten dabei. Diese Anstiege sind umso erstaunlicher, weil eine winzige Abkühlung in den Indizes doch angebracht gewesen wäre, nach dieser extrem kräftigen Bärenmarktrally diese Woche? Läuft der aktuelle Anstieg nach dem Motto „Verkauf das Gerücht, kauf die Nachricht“? Denn seit gestern Abend bis jetzt war der Dow schon ein wenig zurückgekommen. Auch kann man mutmaßen, dass einige Trader erleichtert waren über die Zahl von 3,28 Millionen Erstanträgen. Denn es standen neben maximalen Erwartungen von 4,2 sogar ganz grobe Summen von bis zu 10 Millionen Anträgen als Horror-Idee im Raum.

Was aber den aktuellen Anstieg angefeuert haben dürfte, ist ein Interview von Fed-Chef Jerome Powell bei NBC von heute Mittag. Dort erwähnte er zwar, dass die USA wohl schon in einer Rezession seien. Aber, und das ist wichtig… er betonte, dass der Federal Reserve nicht die Munition ausgehen werde, im Bestreben die Wirtschaft stabil zu halten. Man habe noch politischen Spielraum in anderen Dimensionen, um die Wirtschaft zu unterstützen. Man versuche eine Brücke von einer sehr starken Wirtschaft zu einem anderen Ort der wirtschaftlichen Stärke zu schlagen. Im Klartext: Obwohl die Fed jüngst ihre Mega-Bazooka ausgepackt hat mit Gelddrucken ohne Ende, will man die Märkte weiter pushen, dass doch noch mehr geht mit Zinsen, Anleihekäufen etc. Was noch alles geht, da könnte man ja mal einen Blick nach Japan werfen, wo die Notenbank seit Jahren nach und nach irgendwie alles aufkauft (vereinfacht ausgedrückt). Klar ist: Mit Powells Worten dürfen die Börsianer von weiteren „geldpolitischen“ Aktionen der Fed träumen.

Dax vs Dow auf CFD-Basis seit Dienstag
Dax vs Dow seit Dienstag. Man sieht rechts den aktuellen Anstieg seit 13:30 Uhr. Die Amerikaner steigen aber stärker als die deutschen Aktienkurse.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Alexander Eickhoff

    27. März 2020 12:47 at 12:47

    Wenn es je eine Blase an der Börse gab, ist es diese! In Erwartung von Milliardenhilfen in aller Welt für Konzerne und Industrie setzen die Anleger auf „Gewinn“. Was dabei außer acht gelassen wird, diese Milliarden werden durch Steuern von den potentiellen Konsumenten erbracht, erbracht werden müssen, denen daher in Zukunft das Geld für Konsum fehlen wird! Einfach ausgedrückt, Die Finanzeliten verschulden sich bei den Bürgern und erwarten das diese in Zukunft sowohl konsumieren als auch abzahlen …..
    Ziemlich blauäugig

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Finanznews

Aktien: Generation Z und die Spekulation! Marktgeflüster (Video)

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht wieder Schlagzeilen und pusht auch heute wieder bestimme Aktien nach oben. Das böse Ende aber wird kommen..

Markus Fugmann

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Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht auch heute wieder Schlagzeilen und pusht wieder Aktien wie Gamestop oder Beyond Meat nach oben. Diese Generation Z wird nicht nur den Klimawandel ausbaden müssen, sondern ahnt auch, dass sie seit langer Zeit die erste Generation sein wird, für die der Kuchen nicht größer, sondern vermutlich kleiner sein wird. Und diese Generation Z wähnt sich nun durch die Fed und andere Notenbanken in einem Casino, in dem man ohne Risiko zocken könne – weil Aktien angeblich immer steigen. Aber an der Börse hat die Mehrheit schon immer verloren, und das wird diesmal nicht anders sein..

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

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Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

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Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

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