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Dax: vor dem Auftritt des Maestro

Über die Erwartungen des Marktes an die EZB - und den erwartbaren behaglichen Stillstand vor den Aussagen von Super-Mario..

FMW-Redaktion

Vor dem Auftritt des Maestro um 14.30Uhr wird der Dax sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen – gestern wieder einmal Stillstand an den US-Märkten, die praktisch unverändert den Handelstag beendet hatten. Ähnliches Bild in Asien, trotz eines besser als erwarteten BIPs in Japan (2.Quartal) und besser als erwartet ausgefallenen Exporten und Importen Chinas:

Shanghai Composite -0,06%
CSI300 -0,14%
ChiNext +0,09%
Nikkei -0,24%

Aber was zählen schon Konjunkturdaten an den Märkten – man tanzt ausschließlich nur noch nach der Musik der Notenbanken, und offenkundig hat die Politik der Notenbanken die Märkte eingeschläfert. Jetzt wäre es einmal Zeit für einen Weckruf! Was wir derzeit erleben, ist ein Gleichlauf zwischen den Aktienmärkten und den Anleihemärkten, die Dividenden der Aktien sind gewissermaßen die inzwischen verloren gegangenen Renditen der Anleihemärkte von vormals, könnte man formulieren.

Zurück zum Dax: der Index startet auf X-Dax-Basis zu unseren völligen Überraschung weitgehend unverändert in den Tag:

dax080916

Alles blickt nun auf die EZB, Konsenserwartung ist, dass die EZB eine Verlängerung des QE von bisher März 2017 auf dann September 2017 beschließen wird. Extrem dovishe Optionen wären die Anhebung des sogenannten „issue share limit“ auf 50% von bisher 33% (also könnte dann die EZB bis zu 50% einer Anleihe eines Emittenten kaufen statt bisher nur 33%) oder die weitere Absenkung der von der EZB selbst gesetzten Beschränkung, nur Anleihen zu kaufen, die nicht weniger als der Einlagesatz von derzeit -0,4% rentieren. Dazu heute später ein ausführlicher Artikel, was die Banken (und damit die Märkte) von der EZB heute erwarten.

Insgesamt gilt, dass der Handlungsdruck auf die EZB derzeit nicht sehr hoch ist: der Brexit (bislang!) ohne große Einbrüche der Konjunktur in der Eurozone (aber gestern und vorgstern sehr schwache Daten aus Deutschland), die Inflation im Bereich der Erwartung, dazu Event-Risiken voraus mit dem Referendum in Italien und den Wahlen in den USA jeweils im November.

Der Dax dürfte sich seitwärts dahin schleppen bis zu den Aussagen Draghis. Daher erscheint ein nachhaltiges Überbieten des Widerstands bei 10800 sowie des bisherigen intraday-Jahreshochs bei 10812 Punkten eher unwahrscheinlich. Genauso unwahrscheinlich, wie ein größerer Rücklauf vor den Aussagen Draghis…



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5 Kommentare

  1. Liebe Redaktion, ist es normal dass der Bund Future vor einer EZB-Sitzung so runterkracht? Was ist da los?
    Danke und Gruß

    1. @Juke, Sie meinen glaube ich, dass die Renditen beim Bund nach unten gegangen sind – am Dienstag war der Bund (Dezember-Kontrakt) im Kurs kräftig gestiegen (und die Rendite gefallen), weil der ISM Index so schwach war. Wenn die Fed die Füsse still hält, bringt das neben den US-Staatsanleihen auch den Bund-Kurs nach oben. Das hat also diesmal wohl eher mit den US-Daten als mit der EZB-Sitzung heute zu tun, dass der Bund-Future gestiegen ist..

      1. Hallo Herr Fugmann, danke für die schnelle Antwort! Nein, ich meinte eigentlich dass der Kurs heute morgen von 168 auf 165,50 gefallen ist (FGBLC1), tiefster Stand seit Juni…

        1. @Juke, das liegt am Kontraktwechsel beim FGBLC1 (von September auf Dezember); beim Dezember-Kontrakt ist von einer solchen Bewegung nichts zu sehen..

          1. Ah, wieder was dazu gelernt. Mein CFD-Anbieter nimmt heute anscheinend noch den alten Kontrakt als Basis für den Kurs… Danke nochmal! :-)

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