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Dax: Weit weg..

Über Risiko, mangelnde Angst – und Zukunftsmusik an den Aktienmärkten..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Dax ist schon ziemlich weit weg von der nächsten Unterstützung bei 11694/11700, einst Widerstand, nun das große Auffangbecken für eine mögliche Korrektur. Noch zeichnet sich eine solche Korrektur nicht ab, aber die Märkte sind fraglos in Extrembereichen: das gilt vor allem für die US-Indizes mit einer Volatilität, die nur zweimal geringer war in den letzten zehn Jahren. Der VIX, der die Volatilität des Leitindex S&P bemißt, liegt unter der 11er-Marke – das ist in den letzten Jahrzehnten ein ganz seltenes Phänomen gewesen, genauer gesagt an nur 1,6% aller US-Handelstage in den letzten Jahrzehnten. Das bedeutet: die Angst (wenn man Volatilität als Unsicherheit oder Angst interpretiert) war in 98,4% aller Handelstage höher als derzeit.

Und das macht natürlich Sinn angesichts einer epochalen Verschiebung durch die neue Regierung Trump, die im Prinzip die Nachkriegsordnung seit 1945 für beendet erklärt – was an Neuem kommt, ist völlig unsicher. Warum also sollte man da Angst haben oder unsicher sein? Droht ja nur ein Handelskrieg zwischen den USA und China – sicher dann eine prima Kaufgelegenheit!

So oder so: die Diskrepanz zwischen faktischer Unsicherheit und der an den Märkten eingepreisten Unsicherheit ist immens. Und das nur deshalb, weil man wirklich glaubt, dass Trump alles umsetzen kann, was er vor hat, vor allem die Steuersenkungen und das Infrastrukturprogramm. Die Schattenseiten, nämlich der absehbare Einbruch des Welthandels durch den neuen US-Protektionismus, spielen kaum eine Rolle. Und das ist doch irgendwie seltsam, oder?

Mithin heißt das: der Dax übernimmt die Sicht der US-Märkte, die sich wiederum jedoch vorwiegend auf sich selbst fokussieren und den ganz großen Stimulus für den US-Binnenmarkt erhoffen. Betonung auf Binnenmarkt. Der Dax aber ist doch ein Spiegel der deutschen Wirtschaft, und die ist extrem Export-bezogen, sodass Deutschland sehr viel zu verlieren hat durch Trump.

All das spielt noch keine Rolle, ist in den Köpfen noch nicht angekommen – aber es ist eben nur eine Frage der Zeit, wann es dort ankommt. Etwa dann, wenn der Gröjaz (Größte Jobbeschaffer aller Zeiten) verkünden wird, dass deutsche Produkte mit Einfuhrzöllen belegt werden von vermutlich 20%, und die USA für Deutschland nun einmal der wichtigste Exportmarkt sind. Das wird viele Dax-Konzerne sehr viele Milliarden kosten. Noch ist das Zukunftsmusik, aber die Töne dieser Musik sind schon hörbar.

Der Dax startet wenig verändert zum Vortag:

Vermutlich wird es heute bis zu den sehr wichtigen US-BIP-Zahlen (14.30Uhr) erst einmal seitwärts laufen. Ein kleines Warnsignal wäre der Bruch des gestern ausgildeten Doppelbodens bei 11820/25 Punkten. Widerstand oben nun der Bereich 11900.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Peter

    27. Januar 2017 10:09 at 10:09

    Selbst ich als Bulle muss sagen: Da liegt eine Korrektur in der Luft … ein reinigendes Gewitter … :-)

  2. Avatar

    micromegas

    27. Januar 2017 10:28 at 10:28

    Es ist kein Wunderwerk der größte Jobbeschaffer aller Zeiten zu werden.
    Die Politik, die seid dem beenden des Bretten Woods Akommen verfolgt wird, auch genannt Neoliberalismus, ist ja darauf ausgelegt Arbeitsplätze zu vernichten.

    Wenn man die neoliberalen Gesetze und Regularieren abschafft, Steuersenkunen beschließt sowie ein großangelegtes Infrastrukturinvestitionsprogramm umsetzen will, sollte es möglich sein, die reele Arbeitslosenquote in den USA, von wahrscheinlich 18%, an die vorgekaukelte Arbeitslosenquote von 6 % anzugleichen, selbst wenn man nur einen Teil davon umsetzen kann.

    Vorher sollte allerdings Trump das Erherbungsverfahren für die Arbeitslosenquote so angleichen, daß sie wieder die Realität darstellt.

  3. Avatar

    Harry Pasiak

    27. Januar 2017 11:14 at 11:14

    Fern jeder Vernunft… Es scheint mir so, als ob der Verstand bei den meisten Investoren „verTRUMPelt“ wurde.
    Klar, die Amerikaner versprechen sich einiges, da ja die Hooligans von Goldman Sachs so zahlreich in der neuen US-Regierung die Fäden ziehen, aber dass sie das auch auf den DAX beziehen, das verwundert mich schon. Schon vergessen, wir haben keine Donald Trump in Deutschland, sondern werden verMERKELt.

  4. Avatar

    PK

    27. Januar 2017 12:57 at 12:57

    ist halt die perfekte Wall of Worry.
    Alle reiben sich die Augen und es steigt trotzdem.

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