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Dax: Wende – oder nur kurze Rally-Pause?

Was kann jetzt noch an Positivem eingearbeitet werden? Kann es nach der massiven Rally überhaupt noch positive Überraschungen geben?

Markus Fugmann

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Ist das jetzt die Wende – oder doch nur eine klitzekleine Pause innerhalb einer völlig intakten Rally? Noch ist es zu früh, das zu beurteilen, aber offenkundig ist es nun inzwischen so, dass die optimistischsten Annahmen in den Markt eingearbeitet sind angesichts der heftigen Rally seit Ende Dezember.

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Nun aber muß sich zeigen, ob hinter dem vermeintlichen Glanz auch die notwendige Substanz steckt! Da ist heute schon der Auftritt von Jerome Powell (15.45 Uhr wird sein Statement veröffentlicht, ab 16Uhr steht er dem Senat Rede und Antwort), der ja nach dem Dezember-Abverkauf die Märkte mit der dovishen Wende retten wollte. Nun sieht er und die Fed, dass aus dem Rettungs-Versuch eine beispiellose Euphoriewelle geworden ist. Und wir halten es nicht für sehr unwahrscheinlich, dass Powell heute etwas auf die Euphorie-Bremse tritt und daher etwas weniger dovish ist als zuletzt. Die Märkte erwarten inzwischen eher eine Zinssenkung als eine Zinsanhebung der Fed und sind daher sehr einseitig positioniert.

Dann das Thema Handelskrieg: hier wird das Treffen zwischen Trump und Kim Yong Un heute Nacht deutscher Zeit sehr wichtig, denn Trump braucht das Wohlwollen der Chinesen, um Nordkorea in die gewünschte Richtung schieben zu können. Wie die Dinge zwischen den beiden präpotenten Staatschefs laufen, ist daher ein gewisser Lackmust-Test auch für das amerikanisch-chinesische Verhältnis! So sicher, wie die Märkte glauben, ist ein Deal zwischen den USA und China noch lange nicht, trotz der Verbal-Akrobatik vor allem der Trump-Administration..

Grundsätzlich stellt sich die Frage: was kann jetzt noch an Positivem eingearbeitet werden? Die Fed kann nicht mehr dovisher als derzeit interpretiert werden – eher ist hier wieder ein Rückschlag wahrscheinlich. Und viel größer kann der Optimismus in Sachen Handelskrieg auch nicht mehr werden.

Also stehen nun mehr und mehr die Konjunkturdaten im Fokus – heute die US-Immobiliendaten, morgen vor allem das US-BIP. Geht da die Schwäche der letzten Daten-Reihe auch in den USA ungebrochen weiter?

Aber vor allem wird es jetzt wieder politisch knifflig, nicht nur wegen des Treffefs Trump-Kim Yong Un. Immer wahrscheinlicher wird eine Eskalation der Lage in Venezuela –  und die USA, das ist sehr wahrscheinlich, würden dann direkt eingreifen und damit vor allem China (aber auch Russland) verärgern. Denkbar, dass schon deswegen der so sicher geglaubte Deal zwischen den USA und China scheitert. Ein Auge sollte man auch auf den esklalierenden Konflikt der beiden Atommächte Indien und Pakistan haben!

(Grafikk durch anklicken vergrößern)

 

Foto: Deutsche Börse AG

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Beobachter

    26. Februar 2019 10:01 at 10:01

    Gute Einschätzung, nachdem früher J.Powell sagte er sei nicht das Dienstmädchen der Börse ,dann aber mit der Unterwerfung an Trump sogar seine Geliebte wurde, denke ich auch, dass er in dieser Hinsicht eher etwas zurückrudern müsste.Zudem kann eine überbordende Börse mit sicherem Absturz auch nicht sein Ziel sein.Also würde die superstarke Börse sicher ein wenig Gegenwind ertragen.Logisches Ziel von Powell müsste immer noch sein, „KONTROLLIERTES LUFTABLASSEN AUS DER AKTIIEN U.ANLEIHENBLASE“
    was übrigens noch niegelungen ist.

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Indizes

Wall Street: Der gestrige Abverkauf – und die weiteren Aussichten

Markus Fugmann

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Der gestrige Hanelstag verlief für die Wall Street nicht gerade optimal: nach starkem Start (Stimulus-Hoffnungen!) ging es dann doch dynamisch bergab. Dow Jones und S&P 500 nun in vier der letzten fünf Handelstag negativ, der Nasdaq 100 sogar mit der längsten Verluststrecke seit dem August 2019.

Wall Street – warum der Abverkauf?

Was ist da passiert? Von den elf Sektoren des S&P 500 war kein einziger im Plus (hier ein gute Übersicht). Auffallend ist zunächst einmal, dass trotz der Schwäche der Wall Street der Dollar nicht wirklich zulegen konnte – ungewöhnlich, denn zuletzt waren schwache Aktienmärkte meist gleichbedeutend mit einem starken Dollar. Hinzu kam, dass ich der Nebenwerte-Index Russell 200 besser hielt als die anderen US-Indizes der Wall Street – und das obwohl gerade dieser Index von einem Scheitern der Stimulus-Gespräche in den USA besonders betroffen wäre.

Stärker vom gestrigen Abverkauf der Wall Street betroffen waren dagegen die Tech-Werte – möglich ist, dass die Broker nach dem kleinen Verfall letzten Freitag Absicherungspositionen (Kleinanleger kaufen Calls auf Aktien wie Apple, die Broker müssen ihr Risiko minimieren durch den Kauf der Aktie) aufgelöst haben.

Aber hören wir zunächst einmal die Einschätzung von markus Koch, der ein Tagesfazit zum geschehen an der Wall Street gibt:

Wie geht es heute weiter? Sehen wir, wie so oft, einen „turnaround tuesday“? Kommt es heute zu einer Einigung in Sachen Stimulus – nachdem Nancy Pelosi für heute eine Deadline gesetzt hat?

Michael Silve sieht sich die Ausgangslage auf verschiedenen Ebenen an – was spricht für eine Fortsetzung des gestrigen Abverkaufs, und was für eine Erholung?

Die Wall Strete nach dem gestrigen Abverkauf - wie geht es weiter?

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Anleihen

Anleihen und Zinsen – eine weltweite Vernichtung der Anlegergelder

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Für viele Großanleger gibt es seit Jahrzehnten eigentlich nur zwei große Anlageklassen – Anleihen oder Aktien: Um das Anlagekapital langfristig zu vermehren, oder um regelmäßig Zinsen oder Dividenden einzunehmen, wie es zum Beispiel Pensionsfonds tun, um die Kunden im Alter zu versorgen. Und gerade dieser ehemals so sichere und zuverlässliche Renditebringer ist durch die Interventionen der Notenbanken geradezu marginalisiert worden. Dabei müssen viele Institutionelle wie Versicherungen sogar ihren Hauptanteil der Finanzanlagen in Anleihen positionieren. Dort geschieht derzeit weiterhin viel Absurdes mit weitreichenden Konsequenzen.

Anleihen: Lage an den Rentenmärkten wird immer skurriler

In Europa schütteln viele Ökonomen nur noch den Kopf über die Kapitalmarktzinsen, speziell im Bereich der Staatsanleihen.

Zinsen um die ein Prozent für Langläufer in hoch verschuldeten Ländern, wie Griechenland oder Italien, liegen auf Höhe mit den amerikanischen Pendants. Einem Land (USA), welches trotz der eminent hohen aktuellen Verschuldung in seiner 244-jährigen Geschichte noch nie einen Staatsbankrott erleben musste und welches noch einen absoluten Ausnahmestatus innehat, da der US-Dollar als Weltreservewährung einen Sonderbonus genießt.

Aber auch für die am längsten laufenden Anleihen der Staaten im Zentrum Europas – Österreich, Schweiz und Deutschland – müssen für die 30- oder 50-jährigen Staatsanleihen fast keine Zinsen mehr gezahlt werden.

Die ultimative Begründung für die derzeitige Ausnahmestellung der Aktienmärkte

Diese wird von einer Erhebung durch die US-Großbank JPMorgan geliefert:

Weltweit gibt es für 17 Billionen Dollar an Anleihen keine oder sogar Minuszinsen
Berücksichtigt man die jeweiligen Inflationsraten, so beträgt die Summe der Anleihen, die eine negative Realrendite abwerfen 32 Billionen Dollar, oder 76 Prozent aller Staatsanleihen von Industrieländern
Woher sollen die vielen Kapitalsammelstellen, die auf Einnahmen angewiesen sind, eine Rendite erwirtschaften?

Fazit

Die Zinslandschaft in großen Teilen der Welt ist fast schon als brutal zu bezeichnen – für die Halter der Papiere.

Man kann täglich hundert Indikatoren heranziehen, um die Überbewertung der Aktienmärkte zu begründen. Vom Shiller-KGV, dem Buffett-Indikator, historischen Vergleichen zur Bewertung von Aktien zur Gesamtwirtschaft und vieles mehr. Aber wir haben auch eine historisch einmalige Situation. Wenn allein die drei großen Notenbanken (Fed, EZB, BoJ) in ihren Bilanzen schon über 20 Billionen Dollar stehen haben, die zum großen Teil von Käufen von Anleihen herrühren, kann es das Regulativ Anleihemarkt zu Aktienmarkt in alter Form nicht mehr geben.

Anders ausgedrückt: Was juckt ein KGV der Aktienmärkte von 20 bis 30, wenn selbst die großen Anleihemärkte ein mindestens dreistelliges aufweisen?

Und noch sieht es nicht nach einer Wende aus – weder bei den Käufen von Anleihen, noch bei den Kapitalmarktzinsen. Die Kapitalsammelstellen stehen täglich vor dem Problem, einerseits neue Gelder anlegen zu müssen, andererseits ihren Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Dies ist für mich der Hauptgrund dafür, warum die Aktienmärkte einfach nicht größer korrigieren wollen. „There is no alternative!“ (TINA).

Zwar gab es den brutalen Einbruch wegen Corona im Februar/März, aber damals musste jeder Aktieninvestor mit dem Schlimmsten rechnen und seither hat die „Zerstörung“ der Zinsmärkte erst so richtig Fahrt aufgenommen. Wie könnte dieser Zustand sich zumindest etwas ändern? Schon öfters erwähnt: Ein substanzieller Anstieg der Inflation, der zu einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen führt – nicht zu einem Anstieg der Leitzinsen.

Werden neue Schuldenprogramne 2021 bei einer Erholung der Wirtschaft dazu führen? Wenn es zumindest wieder etwas positive Realzinsen gibt? Wir werden es sehen, zunächst an den Zins-Charts.

Die absurde Entwicklung bei Anleihen - oder warum die Aktienmärkte so hoch stehen

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Finanznews

Aktienmärkte: Heute ist die letzte Chance! Videoausblick

Markus Fugmann

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Heute ist die letzte Chance für den so lange erwarteten und erhofften Stimulus noch vor der US-Wahl – wie reagieren die Aktienmärkte, wenn die Verhandlungen doch scheitern? Vieles deutet darauf hin, dass es in Sachen Stimulus keine Einigung geben wird, und das dürfte der zentrale Grund für den gestrigen Abverkauf an der Akttienmärkte an der Wall Street gewesen sein. Bis zur US-Wahl ist eine hohe Volatilität wahrscheinlich. Am Donnerstag kommt es zum zweiten Fernsehduell zwischen Trump und Biden – und dass der US-Präsident einem Format zustimmt, bei dem ihm der Ton abgedreht werden kann, zeigt, dass man im Wahlkampf-Team Trump nervös wird angesichts der jüngsten Umfragen..

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