Folgen Sie uns

FMW

Dax: Wo ist das große Potential?

Wenn die Chancen für eine Richtungsentscheidung bisher nicht klar definierbar sind, dann wird entscheidend, auf welcher Seite mehr zu holen ist. Und da liegen die Dinge ziemlich klar und eindeutig..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Keine Frage: der Dax hält sich tapfer, kein Anzeichen einer Schwäche, wie wir sie derzeit bei den US-Tech-Werten sehen. Aber: es fällt auf, dass der Dax den fallenden Euro nicht positiv verarbeitet – und darin liegt eine wichtige Botschaft! Denn eines ist klar: wenn der Euro fällt, werden sich ausländische Anleger auch eher aus europäischen und deutschen Aktien verabschieden. Mithin ist der fallende Euro das sichtbare Mißtrauensvotum der internationalen Kapitalmärkte über den Ausgang der Wahlen in Deutschland. Und daher wird, wenn der Euro weiter fällt, auch der Dax eher weiter fallen statt zu steigen!

Bildet der deutsche Leitindex da ein Top aus? Auf diese Idee könnte man kommen, wenn man sich die Entwicklung der letzten beiden Wochen sich ansieht:

Im Grunde haben wir doch nach Ausbleiben der totalen Katastrophe durch den Hurrikan Irma und dem damals nicht erfolgten Raketens-Test am Montag vor zwei Wochen ein heftiges Aufwärtsgap gesehen mit dann folgenden Anschlusskäufen am selben Tag, aber seitdem herrscht irgendwie Grabesstille im Karton. Nach oben kann er nicht, nach unten will er nicht:

Also bleiben jetzt zwei, genauer drei Alternativen! Die erste: wir daddeln so weiter wie bisher, ohne klare Richtung, einfach seitwärts. Die zweite: der Dax steigt über das bisherige Hoch und überwindet den Bereich 12645 und 12670/75 – das wäre bullisch. Oder, drittens: der Dax fällt unter die Zone 12510 bis 12490 und bekommmt dann richtig Druck. Das wäre die bärische Variante.

Jetzt muß man sich die Frage stellen: wenn die Chancen für eine Richtungsentscheidung bisher nicht klar definierbar sind, dann wird entscheidend, auf welcher Seite mehr zu holen ist – wenn das bullische Szenario eintritt oder eben das bärische Szenario. Und da ist es doch so: klar kann der Dax auf die 13000 Punkte steigen und damit ein neues Allzeithoh generieren, bevor dann wahrscheinlich ein Rücksetzer folgen würde. Aber das alles dürfte dauern.

Aber: was passiert bei der bärischen Variant? Unsere Vermutung ist: wenn diese Variante kommt, wird es impulsiv und heftig. Etwa dann, wenn die geopolitischen Risiken eskalieren. Was passiert, wenn die Nordkoreaner ein amerikanisches Flugzeug abschießen? Dann rauschen die Märkte 5% in den Keller, vielleicht 10%, und das sehr schnell – schon deshalb, weil die Amerikaner dann eine militärische Antwort geben müssten, wenn sie nicht als Dampfplauderer erscheinen wollen. Also faktisch Krieg.

Und das ist doch genau der Punkt: die Märkte sind dermaßen unvolatil, habe also wenig bis gar keine Angst, obwohl wir alle nicht wissen können, wie schnell und ob die Dinge eskalieren. Daher ist die Wette auf steigende Volatlität aus unserer Sicht aussichtsreicher als die Wette auf fallende Volatilität, die in den USA zum Volkssport der Investoren geworden ist. Und weil diesen Sport so viele betreiben, wird es heftig, wenn die Rakete in die andere Richtung losgeht, bildlich gesprochen..

Fazit: welche Richtung beim Dax kommt ist noch nicht erkennbar. Aber die Unterseite hat, wenn sie denn eintritt, sehr viel mehr Potential als die Oberseite..

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    PK

    26. September 2017 09:50 at 09:50

    “ Und daher wird, wenn der Euro weiter fällt, auch der Dax eher weiter fallen statt zu steigen!“

    aktuell gibt es aber eine völlig eindeutige Korrelation zwischen fallendem Euro und steigendem Dax.
    Das gilt vor allem dann, wenn man sich die Ratio Dax/SP500 gegen Euro anschaut.
    Der Dax schafft immer dann eine Outperformance gegen die US-Indizes wenn der Euro schwächer geht.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      26. September 2017 10:19 at 10:19

      @PK, der Euro jetzt auf dem tiefsten Stand seit einem Monat, aber der Dax bewegt sich aktuell im Einklang mit den US-Futures..

      • Avatar

        PK

        26. September 2017 10:29 at 10:29

        ja, das stimmt aktuell für den ES und Dow, aber nicht für den NQ.
        Und aktuell wird die Reaktion des Dax auf den Euro durch die Wahlen beeinflusst.
        Das wird sich geben. Ich denke es tritt sehr schnell eine Gewöhnung an die schwierige Koalitionsbildung ein und dann wird zur Tagesordnung übergegangen.

  2. Avatar

    Gerd

    26. September 2017 09:51 at 09:51

    Hab mir auch gedacht, auf was wartet der DAX jetzt?
    Ich bin zwar im Moment auch eher skeptisch bis pessimistisch eingestellt, aber da ich ja so gerne widerspreche, muss ich das noch tun:

    Damit die 12678 schön nach oben durchbrochen werden können, müsste sich die Stimmung schon immens aufhellen. Dann aber, wenn die gute Laune erst mal wieder vorherrscht, ja dann muss bei 13000 nicht Schluss sein.
    Das Potential nach oben kann ebenso groß sein wie nach unten.
    Allein, ich glaube selbst nicht dran – aber das sagt ja nichts.

    • Avatar

      PK

      26. September 2017 10:03 at 10:03

      der typische Trade für mich ist jetzt ein Stop Buy bei ca. 12585 (FDAX), das ist die Mitte der Schiebezone. Stop aufs untere Ende der Schiebezone.
      Wenn er das obere Ende erreicht, wäre ein Ausbruch nach oben sehr wahrscheinlich (4. Versuch). Daher sehr gutes Chance/Risiko (sofern man in der Lage ist auch long zu traden).

      • Avatar

        Gerd

        26. September 2017 10:26 at 10:26

        Das wäre mir zu knapp. Da kann ein falsch verstandenes Gerücht bereits mal einen ganz kurzfristigen Kursausschlag von 20 Punkten nach oben auslösen. Und schon wäre man drüber.
        Andererseits – da liegt ja tatsächlich eine Begrenzungslinie drüber, die Potential böte, wenn sie überschritten wird. Und das aus meiner Sicht, umso mehr, je älter der heute Tag wird.
        Aber ob dann nicht dennoch bei 12620 FDAX wieder der Rückmarsch angetreten wird?

        • Avatar

          Gerd

          26. September 2017 11:00 at 11:00

          11Uhr
          So, jetzt schauen wir uns das mal aus der „Ferne“ mit an.

          • Avatar

            PK

            26. September 2017 11:25 at 11:25

            Hallo Gerd,

            diese Art Schiebezonen zu traden ist vielversprechender als den Ausbruch selber zu traden. Wenn er oben reflektiert kann man immer noch mit einem kleinen Gewinn raus.
            Ich rechne aber eher mit einer Trendbeschleunigung bei Ausbruch.
            Die impulsiven Schübe aktuell gehen nach oben.
            Und ab der 12640 werden die Wahl-Shorts die Notbremse ziehen.

  3. Avatar

    Gerd

    26. September 2017 11:30 at 11:30

    PK, das wäre ein Hammer, wenn der Ausbruch jetzt schon gelänge!
    (FDAX ca. 12620)

    • Avatar

      Gerd

      26. September 2017 11:32 at 11:32

      Immerhin probt sogar DAIMLER den Ausbruch. Und das u. U. mit den Grünen in der Regierung.

      • Avatar

        Gerd

        26. September 2017 13:10 at 13:10

        Pk, vor 5 Minuten wollte ich noch schreiben, dass sich jetzt wieder – wie üblich- die Frage stellt, ist er jetzt bereits zum 5. Mal abgeprallt oder holt er nur Luft.
        Jetzt um 13Uhr05 habe ich innerhalb von 1 Minute das Gefühl bekommen, dass das ein „Abpraller“ war. Aber wer weiß.

        • Avatar

          Gerd

          26. September 2017 13:12 at 13:12

          Übrigens, wie Herr Fugmann „vorhersagte“, bei fallendem Euro.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Sind die Stimulus-Hoffnungen tot? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte werden nach wie vor von den drei großen Themen Stimulus-Hoffnung, den nahenden US-Wahlen sowie der Lage um das Coronavirus getrieben. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass die beiden US-Parteien sich nicht auf einen Stimulus einigen können, schon gar nicht vor der US-Wahl. Letztere rückt nun immer mehr in den Fokus, heute Nacht das Duell zwischen Trump und Biden deutlich sachlicher als bei der ersten Fersehdebatte. Die Aktienmärkte der Wall Street nach wie vor in einer Seitwärtsbewegung – aber das Muster ändert sich: Finanzwerte werden stärker mit steigenden Anleiherenditen, Tech-Werte dagegen schwächer (gestern Intel mit enttäuschenden Zahlen)..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: „Dreifaltigkeit“ Stimulus, Corona, US-Wahlen! Marktgefüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Für die Aktienmärkte ist derzeit die „Dreifaltigkeit“ entscheidend: die Frage Stumlus ja oder nein bzw. wann und in welcher Größe, die Lage vor allem in Europa um das Coronavirus – und schließlich die immer näher rückenden US-Wahlen mit der Debatte heute Nacht zwischen Trump und Biden. Immer wieder wiederholt sich in den letzten Tagen ein Muster: die Aktienmärkte der Wall Street starten aufgrund von Stimulus-Hoffnugnen stark, um dann aber deutlich nachzulassen – weil dann doch wieder klar wird, dass die optimistischen Aussagen etwa von Pelosi noch lange nicht bedueten, dass man sich wirklich einigt. Noch jedenfalls handeln die Indizes in einem kurzfristigen Abwärtstrend..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen