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Dax: Zukunftsoptimismus steigt, Investoren warten ab

Dax: Zukunftsoptimismus steigt, Investoren warten ab

Um 2,5% ist der DAX in der abgelaufenen Woche eingebrochen. Das Tief von Ende Januar wurde bislang dennoch nicht erreicht und so sprechen Charttechniker von der Möglichkeit eines Doppelbodens, wobei als bullisch zu werten wäre, wenn der zweite Boden höher liegt als der erste. Die Entwicklung in der neuen Woche wird zeigen, ob diese Hoffnung sich erfüllen kann.

DAX und der steigende Zukunftsoptimismus

Die Stimmung unter den Anlegern beim DAX ist weiterhin ziemlich niedergeschlagen (-3,3). Doch die Extremwerte von Ende Januar (-5,3) werden derzeit noch nicht erreicht.

Die Verunsicherung ist ebenfalls mit einem Wert von -3,4 „ziemlich“ hoch, allerdings auch nicht so groß wie Ende Januar (-4,8).

Überraschend ist, dass die Zukunftserwartung für den DAX deutlich auf einen Wert von +2,3 angesprungen ist (Vorwoche +0,5). Es hat den Anschein, dass unsere Umfrageteilnehmer den Boden für durchschritten halten und sich für steigende Kurse positionieren wollen.

Dies spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft wider, die mit +2,2 auf den höchsten Wert des noch jungen Jahres gesprungen ist.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert mit einem Wert von 2 nahe der neutralen Nulllinie. Privatanleger sichern sich weder gegen weitere Kursverluste ab, noch gehen sie Spekulationen auf steigende Kurse ein. Wer möchte sich schon positionieren, wo täglich neue Entwicklungen im Konflikt um die Ukraine zu beobachten sind.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ein Put/Call-Verhältnis von 2,8. Das zeigt, dass sich die Profis derzeit verstärkt gegen Kursverluste absichern. Das gleiche Verhalten ist auch an der CBOE in den USA zu beobachten, dort ist das Put/Call-Verhältnis ebenfalls weiter angestiegen.

US-Fondsanleger haben ihre Investitionsquote auf 53% reduziert. Damit sind sie nun so niedrig investiert wie zuletzt im Frühjahr 2021, als der Erfolg der Impfkampagne diskutiert wurde, weil die Delta-Mutation aufkam.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger ist auf -24% gerutscht, mit 43% Anteil dominieren die Bären klar das Stimmungsbild.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 notiert mit 38% im neutralen Bereich.

Interpretation der Stimmungslage beim DAX

In den USA dominieren klar die Bären das Bild. In Deutschland sind die Profis gegenüber dem DAX pessimistisch gestimmt, doch die Privatanleger werden langsam optimistisch für die kommenden Monate. Das sind insbesondere in Deutschland gute Voraussetzungen für die Bildung eines Bodens. Während die Stimmung niedergeschlagen ist, Panikverkäufe also auftreten, gibt es bereits einen konstruktiven Optimismus für die Entwicklung in der Zukunft und eine entsprechende Kaufbereitschaft.

Zu beachten bei dieser Interpretation ist, dass Highflyer der Coronazeit insbesondere in den USA hohe Bewertungsniveaus erklommen haben und nun niedergeprügelt werden. Im DAX hingegen sind viele fundamental solide aufgestellte Unternehmen mit hohen Dividenden, die jetzt für die Zeit nach der Pandemie und die Zeit der hohen Inflation gesucht werden.

Wenn wir also mal den Konflikt in der Ukraine außer Acht lassen ist es durchaus nachvollziehbar, dass der DAX früher einen Boden bildet als seine US-Pendants.

Grundsätzlich bleiben die Leitplanken der vergangenen Wochen bestehen: Der DAX pendelt weiterhin zwischen 15.000 und 15.600 Punkten. Kurzzeitige Ausdrücke in beide Richtungen sind jederzeit möglich. Anfang der Woche war der DAX beispielsweise kurzzeitig unter 15.000 Punkte abgetaucht.

Ein nachhaltiger Ausbruch aus dieser Spanne könnte dann geschehen, wenn es überraschende Entwicklungen in der Ukraine gibt. Wenngleich seit langem über einen Einmarsch der Russen in die Ukraine gesprochen wird, haben sich nur wenige Anleger mit entsprechenden Absicherungspositionen wirklich darauf vorbereitet. Es dürfte also einen heftigen Ausverkauf geben.

Doch die Welt ist nicht schwarz/weiß, sondern es gibt auch Kompromisse, Teillösungen etc., so dass die Krise nicht mit einem großen Knall eskaliert, oder endet. Wir kennen noch nicht einmal die wesentlichen Interessen der Beteiligten.

Es bleibt aber dabei, dass der 5-Wochendurchschnitt der Stimmung auf einem extrem negativen Niveau notiert, so dass ein weiteres Abrutschen im schlimmsten Fall vielleicht heftig, aber kurz ausfallen dürfte. Tendenziell würde es ausreichen, wenn in den kommenden Wochen keine neuen Negativmeldungen mehr auf den Markt treffen, um für steigende Kurse zu sorgen.

Am Goldmarkt ist die Stimmung heftig angesprungen, parallel dazu ist auch der Optimismus nach oben geschnellt. Ein solcher Impuls kann am Goldmarkt für einige Wochen für steigende Kurse sorgen.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.



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