Gold/Silber

Der Goldpreis fällt unter 1.800 US-Dollar – jetzt wird es spannend!

 

Der Goldpreis fällt unter 1.800 US-Dollar – jetzt wird es spannend!

Trotz hoher Inflation und einer geopolitischen Krise bricht der Goldpreis ein und rutscht dabei unter die Marke von 1.800 US-Dollar. Gold hatte bereits in der Vorwoche mit einem Minus von vier Prozent die schwächste Woche seit einem Jahr verzeichnet. Damals hatte die US-Notenbank Fed erstmals laut über eine Zinswende nachgedacht. Von dem Hochpunkt am 8. März bei 2.070 USD hat das gelbe Edelmetall in kurzer Zeit bereits 270 USD eingebüßt.

Wie kommt es, dass Gold derzeit als Krisenwährung versagt? Die Hauptgründe für den starken Rückgang sind einerseits die scharfe Zinswende der US-Notenbank, die das zinslose Gold unattraktiver machen. Andererseits befindet sich der US-Dollar im Höhenflug, hier haben wir zuletzt eine beeindruckende Rally gesehen. Da das Gold an den internationalen Börsen in US-Dollar gehandelt wird, ist der Währungskurs des Dollars für den Goldpreis relevant. Ein starker Dollar kann folglich den Goldpreis belasten. Wie geht es nun weiter, nachdem Gold aus technischer Sicht mit dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie ein Verkaufssignal generiert hat?

Gold-Schwäche durch US-Dollar und steigenden Anleiherenditen

Der monetäre Klimawandel der US-Notenbank ist nicht am gelben Edelmetall vorbeigegangen. Aufgrund der geopolitischen Verwerfungen konnte sich der Goldpreis lange Zeit gegen den Straffungskurs stemmen. Doch die kräftige Zinsanhebung von 50 Basispunkten im Mai sowie die Aussicht auf zwei weitere Zinsschritte von 0,5 Prozentpunkte auf den kommenden Fed-Sitzungen Mitte Juni und Ende Juli sorgen für Gegenwind am Goldmarkt. Zudem befindet sich der US-Dollar im Höhenflug. Der Dollarindex (DXY) ist in der Vorwoche auf das höchste Niveau seit 20 Jahren angestiegen. Ungeachtet dessen haben zuletzt auch noch die ETF-Anleger für einen Rückgang beim Goldpreis gesorgt. Drei Wochen in Folge verzeichnen die Gold-ETFs nun schon Abflüsse.

Abschreiben sollte man Gold aber noch nicht. Denn die geopolitische Krise scheint noch lange nicht gelöst. Die Risiken vor einer weiteren Eskalation zwischen dem Westen und Russland dürften den Goldpreis stützen. Außerdem sehen wir einen Rückgang bei den US-Anleiherenditen. Die Rendite auf 10-jährige Staatsanleihen ist zuletzt von 3,2 Prozent auf 2,93 Prozent zurückgekommen. Auch aus technischer Perspektive besteht noch Hoffnung für die Gold-Bullen. Das Edelmetall hat ein sehr spannendes Preisniveau erreicht.

Goldpreis: Ziel der ABC-Korrektur (fast) erreicht

Am Freitag hatten wir gemeinsam auf den Gold-Chart geschaut, da der Goldpreis tags zuvor die 200-Tage-Linie durchbrochen hatte. Mit dem Bruch der Durchschnittslinie und der Aufwärtstrendlinie wurde ein Verkaufssignal ausgelöst. Unterhalb der 200-Tage-Linie, aktuell bei 1.837 USD, hat sich schließlich das Abwärts-Momentum fortgesetzt. In der Folge rutschte der Goldpreis unter die runde Marke von 1.800 USD und markierte ein Tief bei 1.780 USD. Damit hat Gold ein spannendes Unterstützungsniveau erreicht. Neben einer horizontalen Unterstützung befindet sich hier ebenfalls das 161,8% Extensionsziel einer ABC-Korrektur. Sollte also die Unterstützungszone zwischen 1.786 und 1.776 USD halten, dann könnte es zu einem Pullback kommen.

Aktuell klettert der Goldpreis zurück über die 1.800er Marke. Gelingt dort die Stabilisierung, könnten wir einen Rücklauf an die 200-Tage-Linie bei 1.836 USD und bis an die Trendlinie bei 1.842 USD sehen. Aber auch dann ist noch Vorsicht geboten, da das Edelmetall dort nach unten abprallen könnte. An der Stelle fällt somit die nächste Richtungsentscheidung. Aufatmen können die Gold-Bullen erst, wenn der horizontale Widerstand bei 1.850 USD durchbrochen und das letzte lokale Hoch bei 1.858 USD überwunden wird.

Trotz Inflation Gold unter 1.800 USD - US-Dollar bremst

Disclaimer

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor dieser Veröffentlichung erklärt, dass er jederzeit in einem der genannten und analysierten bzw. kommentierten Finanzinstrumente investiert sein kann. Dadurch besteht möglicherweise ein Interessenkonflikt. Der Autor versichert jedoch, jede Analyse und jeden Marktkommentar unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt zu haben.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen in den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine mündliche Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Risikohinweis:
CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 72% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Handlungsansätze von XTB dar.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Ja, auch in Euro beträgt der Kapitalertrag in diesem Jahr „nur“ noch ca. 8 % und in den letzten 12 Monaten etwa 16 %.
    Da ist die Inflation aber noch zu ertragen.
    Wenn ich sehe wie die anderen Kurse abschmieren.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage