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Goldpreis: Dollarstärke löst Verkaufssignal aus – Wie tief kann es gehen?

Goldpreis: Dollarstärke löst Verkaufssignal aus – Wie tief kann es gehen?

Der starke US-Dollar belastet Gold weiterhin. Aus technischer Sicht hat der Goldpreis mit dem Rutsch unter die 200-Tage-Linie sogar ein Verkaufssignal generiert. Es findet derzeit eine Flucht in den als sicher geltenden US-Dollar statt. Gründe dafür sind vor allem die verschärfte Geldpolitik der Fed, die geopolitischen Spannungen sowie der jüngste Ausverkauf an den Aktienmärkten. Der Dollarindex ist folglich auf einen Wert von 104,92 Punkten geklettert, den höchsten Stand seit 20 Jahren. Der Goldpreis hat sich dadurch weiter verbilligt und ist auf das niedrigste Niveau seit drei Monaten gefallen.

Nachdem in den USA am Mittwoch die Verbraucherpreise mit 8,3 Prozent zwar von ihren Vormonatshochs (8,5%) etwas zurückgekommen waren, aber dennoch über der Erwartung lagen, bleibt die Fed gezwungen, ihren strafferen Kurs fortzusetzen. Auch die gestrigen US-Erzeugerpreise sind mit 11 Prozent p.a. höher als erwartet ausgefallen. Die anhaltend hohe Inflation beunruhigt die Anleger und schürt die Zinssorgen. Laut dem FedWatch-Tool bleibt die Sorge vor stärkeren Zinserhöhungen in den USA hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed Mitte Juni einen Zinsschritt von 50 Basispunkte vollzieht, liegt bei 87,2 Prozent, die übrigen 12,8 Prozent gehen sogar von 75 Basispunkten aus. Steigende Zinsen und der starke US-Dollar bremsen derzeit den Goldpreis aus und machen eine Investition in das zinslose Edelmetall damit unattraktiver.

Starker US-Dollar belastet Gold

Die 10-jährige US-Anleiherendite ist zuletzt von dem Hochpunkt bei 3,2 Prozent zurückgekommen und unter die Marke von 3 Prozent gefallen. Trotzdem sehen wir keine Erleichterung am Gold-Markt. Das liegt vor allem daran, dass der US-Dollar an Stärke zulegt. Im beigefügten Wochenchart vom Dollarindex (DXY) sehen sie den rasanten Anstieg der vergangenen Monate. Allerdings zeigt sich auch, wie überhitzt der US-Dollar bereits ist. Der Relative-Stärke-Index weist auf Wochenbasis einen Wert von über 80 aus, Werte ab 70 gelten als überkauft. Solange der US-Dollar seinen Anstieg fortsetzt, dürfte es für den Goldpreis jedoch schwer werden, eine Erholungsrally zu starten. Sollte es aber im Dollarindex zu Entspannungssignalen kommen, dann könnte das gelbe Edelmetall nach der steilen Talfahrt wieder Aufwind bekommen.

Gold: Starker US-Dollar belastet - Dollarindex (DXY) auf 20-Jahreshoch

Goldpreis: Durchbruch Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie

Am Anfang der Woche hatten wir bereits einen Blick auf den Gold-Chart geworfen und eine mögliche Richtungsentscheidung in Betracht gezogen. Angesichts der starken Dynamik auf der Unterseite ist der Goldpreis schließlich unter sein lokales Tief bei 1.850 USD gefallen und hat damit den Abwärtstrend bestätigt. Mit der gestrigen Stärke des US-Dollars folgte dann auch noch ein Verkaufssignal.

Der Goldpreis, aktuell bei 1.822 USD, hat sowohl die Aufwärtstrendlinie als auch die 200-Tage-Linie (aktuell bei 1.837 USD) nach unten durchbrochen. Daraufhin rutschte das Edelmetall bis an das nächste Etappenziel bei 1.812/10 USD. Unterhalb der 200-Tage-Linie müssen sich Anleger nun in Richtung der Zone bei 1.782/76 USD orientieren. An dieser Stelle liegt nicht nur eine wichtige horizontale Unterstützung und der Beginn des letzten Aufwärtsimpulses, sondern auch noch das 161,8% Extensionslevel einer ABC-Korrektur.

Hoffnung für die Bullen keimt erst wieder auf, wenn der Goldpreis die 200-Tage-Linie nachhaltig überwindet. Aber auch dann ist noch Vorsicht geboten. Denn der Kurs könnte an der durchbrochenen Aufwärtstrendlinie wieder nach unten abprallen. Gold würde ein positives Signal setzen, wenn der horizontale Widerstand bei 1.850 USD durchbrochen und das letzte lokale Hoch bei 1.858 USD überwunden wird. Erst dann können die Bullen wieder aufatmen.

Der Goldpreis rutscht unter die 200-Tage-Linie - Verkaufssignal

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1 Kommentar

  1. Naja, immer noch in diesem Jahr (in Euro) etwa 9 % im Plus.
    In den letzte 12 Monaten etwa 17 % plus.
    Da sieht es bei einer Menge Aktien aber ganz anders aus.
    Die Inflation ist um mehr als das Doppelte geschlagen, zumal es Netto ist.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

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