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Aktien

Desaster: 55% der Konten beim CFD-Broker „Plus500“ in UK derzeit eingefroren

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Der Londoner CFD-Broker „Plus500“ gab gestern bekannt, dass derzeit 55% der Konten, die über die Londoner Filiale laufen, eingefroren sind, weil sie einen Kontrollprozess wg. „erweiterter Anforderungen zur „Geldwäscheprävention“ noch nicht durchlaufen haben. Eine Katastrophe für die Umsätze und die Reputation der Firma. Der Aktienkurs der Firma brach bereits gestern um 40% ein.

Trading-Desk-Banco-Carregosa-Wikipedia-Public-Domain
Beispiel-Bild eines Trading-Desks
Foto : Banco Carregosa / Wikipedia / Public Domain

Plus500 schreibt man habe in letzter Zeit „zusätzliche Geldwäsche-Präventionsmaßnahmen“ eingeführt und durch diese Prozesse sei es zu zusätzlichem Dokumentations- und Prüfungsaufwand gekommen. Deshalb seien viele Konten von Privatkunden, die über die Londoner Gesellschaft laufen, derzeit eingefroren. Diese müssen einen Extra-Dokumentationsprozess durchlaufen und werden danach wieder für den Handel freigeschaltet. Dieser Umfang ist so nicht üblich in der Branche, auch nicht, dass es offiziell veröffentlicht wird. Desweiteren ist mehr als interessant, dass sich die Firma genötigt sieht darauf hinzuweisen, dass die versprochene Dividende „auch wirklich“ gezahlt wurde und dass man in eigenen Firmenkonten derzeit 88 Millionen US-Dollar Cash habe, also liquide sei. Man kann durchaus von einer Art Rechtfertigungsdruck sprechen. Auszug aus dem Plus500-Statement:

„Plus500, a leading online service provider for retail customers to trade CFDs internationally, notes the recent fall in its share price and the market speculation that it has not paid its recent dividend. Plus500 can confirm that it paid its final and special dividend of $65 million in full on Friday 15 May as previously notified to the market. Plus500 currently has in excess of $88 million in cash reserves (excluding that held in client segregated accounts). In addition, shareholders should note that Plus500’s UK subsidiary, Plus500UK Limited („Plus500UK“), has in recent weeks been implementing certain enhanced client on boarding and Anti-Money Laundering (AML) processes which have resulted in additional documentation checks being required on existing and new Plus500UK customer accounts. This has led to an increased volume of documentation being reviewed by our client onboarding team, and some Plus500UK customers are currently experiencing delays in receiving the necessary approval to open new accounts, and new trades on their existing accounts and / or withdraw monies.“

Innerhalb der Firmengruppe Plus500 gibt es verschiedene voneinander getrennt agierende Gesellschaften. Daher, so verkündete Plus500 gestern, sind vom aktuellen Vorgang „nur“ die Konten betroffen, die über Plus500 in London eröffnet wurden. Die Kunden können keine neuen Trades machen und auch keine Auszahlungen vornehmen, bis sie den gesonderten Kontrollprozess durchlaufen haben.

Plus500
Statement auf der firmeneigenen Webseite.

Plus500 hat offiziell seinen Sitz auf Zypern, macht aber sein Hauptgeschäft über die Londoner Tochtergesellschaft und ist nach eigenen Angaben „einer der führenden CFD-Anbieter“ am Markt. Seit Kurzem ist man sogar Trikotsponsor bei Atletico Madrid. Da Plus500 auch als Aktiengesellschaft an der Londoner Börse gelistet ist, hat die Firma über die Homepage der Börse gestern ebenfalls ein Statement veröffentlicht. Der Umsatz der Londoner Gesellschaft mache 50% am Gesamtumsatz aus und bisher hätten 45% der UK-Konten den Kontrollprozess bereits erfolgreich durchlaufen und könnten wieder handeln. Neue Konten könnten derzeit nicht eröffnet werden.

Selbst wenn am Ende wieder alle Konten handeln können: Der Vertrauensverlust durch solch eine Aktion dürfte nur schwer aus den Köpfen der Kunden verschwinden. Näheres war noch nicht zu erfahren, aber es ist kaum vorstellbar, dass die Firma sich dieses schlagartige massenhafte Einfrieren der Kundenkonten selbst ausgedacht hat. Der Aktienkurs von Plus500 ist gestern jedenfalls um 40% eingebrochen und handelt heute auch auf diesem tiefen Level. Der Langfristchart ist ein Desaster.

Plus500 1

Plus500 2

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    GN

    19. Mai 2015 12:36 at 12:36

    …..danke für diese interessante Info!!!!

  2. Avatar

    FR

    19. Mai 2015 12:45 at 12:45

    Heidewitzka – der Börsenkurs von plus500 fast halbiert. Irgend wann kommt raus was genau und wer – mit welchen Interessen – tatsächlich dahinter stecken. Traurig: Die ganz normalen Trader schauen wieder in die Röhre, können nicht handeln oder verfügen.
    Beste Grüße & gute Trades

  3. Avatar

    rr

    19. Mai 2015 21:34 at 21:34

    Your ridiculous review has been going on for more than 24 hours. How long does this scam goes?
    One gets from this Saftladen despite repeated request no response, it is indeed only the account locked.
    Who pays for the damage?

  4. Avatar

    Gioa

    19. Mai 2015 23:31 at 23:31

    Warum nennt man das Kind nie beim Namen? Plus500 war von Anfang an ein grosser Betrug amd Kunden.
    90% der Leute die da „Trading“ vollziehen wissen nicht worum es wirklich geht: Alles bei Plus500 ist VIRTUELL.
    Man muss nur den Jahresbericht lesen und verstehen, dann ist es klar. Wohl denen die schon längst die Aktien leer verkauft haben.
    Die Muttergesellschaft in Israel tätigt die Geschäfte und hat dafür keine Lizenz.
    Früher oder später landen alle Kunden auf Zypern – wo keine Aufsicht besteht die den Namen verdienen würde.
    Darauf ist Plus500 wirklich aus……
    Ich habe nun 6 Monate recherchiert – und hätte ich nicht schon längst eine Glatze, dann wär es heute soweit. Das ist ein grosser Betrugsladen und ich kann es auch belegen.

  5. Avatar

    Markus

    20. Mai 2015 01:22 at 01:22

    Na hoffentlich gibt es da nur etwas Verwaltungskram, der nun zu erledigen ist, und es gibt keine anderen Ursachen!

  6. Avatar

    PM11

    23. Mai 2015 22:06 at 22:06

    Diese Woche zusammengefasst, ist der Börsenkurs von Plus500 um rund 70% gefallen. Am Freitag musste der Handel 3 Stunden ausgesetzt werden. Aber: Die ganze Info von wegen Kontosperrung und Geldwäschereinormen usw. ist reine Ablenkung, das sind echt kleine Details. Relevant ist, dass das gesamte Geschäftsmodell von Plus500 ein einziger Betrug ist. Jeder Kundenauftrag wird manipuliert, so dass 98% des Neugeldzuflusses (Geschäftsbericht 2014) als Umsatz bei der Firma landen! Da Plus500 keinerlei Aufträge an den Markt gibt, ist jeder Kundenverlust gleich Umastz für die Firma. Hier gibt’s einige Erklärungen dazu in englischer Sprache: http://www.cablecarcapital.com/your-capital-at-risk-part-1/

  7. Avatar

    PM11

    28. Mai 2015 14:59 at 14:59

    Mittlerweise ist klargeworden, dass nicht nur 55% der Kunden der britischen Tochtergesellschaft blockiert sind, sondern schlicht alle – und auch jene der zypriotischen Tochter. Und Plus500 hat begonnen, Kunden von der GB-Tochter zwangsweise zur CY-Tochter umzuziehen, ohne Ankündigung und ohne Einverständnis. Was gegen jedes denkbare Gesetz ist. Und was ausserdem im Widerspruch steht zur Begründung für die Sperre von wegen Geldwäschereinormen. Wären die relevant, könnten Gelder keineswegs einfach zu einer anderen Gesellschaft verschoben werden bzw. die Anforderungen wären genauso hoch wie für eine Auszahlung. Aktueller Link: http://leaprate.com/2015/05/plus500-transfers-london-clients-to-cyprus-leaprate-exclusive/

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Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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