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Deutsche Bank-Quartalszahlen: 3,1 Milliarden Euro Verlust

Claudio Kummerfeld

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am

Die Deutsche Bank-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Ertrag (Umsatz) liegt bei 6,2 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,59 Mrd). Der Verlust nach Steuern liegt bei 3,15 Milliarden Euro (Vorjahresquartal +401 Mio).

Die harte Kernkapitalquote liegt bei 13,4% nach 13,7% vor einem Jahr.

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,4%

Es natürlich keine Überraschung. Die Deutsche Bank hatte unlängst angekündigt nach ihrem gigantischen Job-Kahlschlag die Sonderkosten in das hier besprochene 2. Quartal verbuchen zu wollen. Dementsprechend wird aus einem möglichen kleinen Gewinn kurzfristig ein fettes Minus! Die Erwartung für diesen Verlust lag aber bei ungefähr 1,7 Milliarden Euro. Also fällt er deutlich höher aus als erwartet! Die Restrukturierungskosten liegen bei 3,4 Milliarden Euro. Ein „signifikanter Teil“ der erwarteten Kosten der Transformation sei laut DB damit bereits verbucht. Man bedenke abseits von Gewinn/Verlust aber auch, dass der Ertrag/Umsatz fast 400 Millionen Euro geringer ausgefallen ist als im Vorjahr!

Die Deutsche Bank verweist aber auch auf einige gute Kennzahlen. Zitat:

– Das Kreditvolumen stieg um 14 Milliarden Euro.
– Die Nettomittelzuflüsse beim verwalteten Vermögen betrugen 20 Milliarden Euro.
– Insgesamt erhöhte sich das verwaltete Vermögen um 88 Milliarden Euro.

Hier die Headline-Aussage von Christian Sewing im Wortlaut:

Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: „Wir haben bereits wichtige Schritte unternommen, um unsere Strategie umzusetzen und die Deutsche Bank zu transformieren. Das schlägt sich auch in unseren Ergebnissen nieder: Einen erheblichen Teil der Restrukturierungskosten haben wir bereits im zweiten Quartal verbucht. Ohne diese Belastungen für den Umbau wäre die Deutsche Bank profitabel gewesen. In unseren stabileren Geschäftsbereichen waren die Erträge konstant oder sind gestiegen. Zusammen mit unserer soliden Kapital- und Liquiditätsausstattung ist das eine gute Grundlage für Wachstum.“

Deutsche Bank-Finanzkennzahlen
Zum Vergrößern bitte die Grafik anklicken.

Hier weitere Aussagen der DB auszugsweise im Wortlaut:

Die Deutsche Bank hat bereits begonnen, den strategischen Umbau umzusetzen. Im ersten Halbjahr 2019 hat die Bank bei Vermögenswerten, die in die Capital Release Unit eingebracht werden, 38 Milliarden Euro der Gesamt-verschuldungsposition und 9 Milliarden Euro der risikogewichteten Aktiva abgebaut. Verhandlungen über den Verkauf des Geschäfts mit Hedgefonds und der elektronischen Aktienplattform an BNP Paribas laufen planmäßig. Im Aktiengeschäft wurden Positionen abgebaut, und die entsprechenden Systeme werden heruntergefahren. Seit Bekanntgabe des strategischen Umbaus wurden über 900 Mitarbeiter darüber informiert, dass ihr Arbeitsverhältnis endet oder ihre Stelle entfällt.

Anteil der stabileren Bereiche an den Erträgen wächst
Die Erträge lagen im zweiten Quartal bei 6,2 Milliarden Euro und damit um 6% niedriger als im Vorjahresquartal. Bereinigt um Sondereffekte (Sondereffekte im Berichtsquartal und im Vorjahresquartal) betrug der Rückgang 5%. Die Sondereffekte schlugen im zweiten Quartal positiv mit 109 Millionen Euro zu Buche, nachdem sie im Vorjahresquartal ein Plus von 194 Millionen Euro ausgemacht hatten.

In der Unternehmens- und Investmentbank beliefen sich die Erträge auf 2,9 Milliarden Euro, ein Rückgang um 18%. Die Erträge der Privat- und Firmenkundenbank lagen 2% niedriger, bereinigt um Sondereffekte1 waren sie stabil. Im Asset Management waren die Erträge 6% höher als im Vorjahresquartal.

Insgesamt sanken die Erträge in den stabileren Geschäftsbereichen – Globale Transaktionsbank, Privat- und Firmenkundenbank und Asset Management – um 2%, bereinigt um Sondereffekte1 waren sie jedoch 1% höher. Diese Bereiche steuerten im zweiten Quartal 65% zu den Gesamterträgen bei.

Kosten sinken weiter (ohne die Belastungen für strategischen Umbau)

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich auf 7,0 Milliarden Euro, nach 5,8 Milliarden Euro im Vorjahresquartal, einschließlich der oben genannten 1,4 Milliarden Euro an Belastungen durch den Umbau. Ohne diese Belastungen lagen die zinsunabhängigen Aufwendungen 3% unter dem Vorjahreswert.

Die bereinigten Kosten (Zinsunabhängige Aufwendungen und bereinigte Kosten im Berichtsquartal und im Vorjahresquartal) betrugen im Berichtsquartal 5,7 Milliarden Euro. Rechnet man die Belastungen durch den Umbau heraus, die aus den oben genannten Abschreibungen auf Software und Rückstellungen für bestehende Dienstleistungsverträge bestehen, fielen bereinigte Kosten von 5,3 Milliarden Euro an, ein Rückgang um 4% gegenüber dem Vorjahresquartal. Dieser Rückgang beruht auf niedrigeren Personal- und Beratungskosten, was höhere IT-Aufwendungen mehr als ausglich. Die Bank ist weiterhin auf gutem Weg, ihr Ziel für die bereinigten Kosten (ohne Belastungen für den Umbau) von 21,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2019 zu erreichen.

Unternehmens- und Investmentbank (CIB)
Die Erträge lagen bei 2,9 Milliarden Euro, ein Rückgang von 18% gegenüber dem Vorjahr.

In der Transaktionsbank (GTB) lagen die Erträge im Jahresvergleich um 6% niedriger bei 949 Millionen Euro. Bereinigt um einen Sondereffekt1 aufgrund eines Einmalgewinns im Vorjahresquartal waren die Erträge nahezu stabil. Die Bank verzeichnete Wachstum im Zahlungsverkehr (Cash Management) und bei Handelsfinanzierungen, gab aber im Bereich Wertpapierdienste (Securities Services) bestimmte Geschäfte auf, was Erträge kostete.

Im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen gingen die Erträge um 4% auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um einen Sondereffekt1 durch eine Bewertungsänderung bei einer Beteiligung belief sich der Rückgang auf 11%. Während sich das Geschäft mit Unternehmensanleihen stabil entwickelte, litt das Währungsgeschäft unter einer geringen Volatilität der Märkte. Der Zinshandel erzielte unter Berücksichtigung des 2018 verringerten Geschäftsumfangs solide Ergebnisse. Generell wurde die Ertragsentwicklung im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen belastet durch Veränderungen bei Portfoliopositionen im Vergleich zum Vorjahr.

Deutsche Bank-Quartalszahlen
Foto: Deutsche Bank AG

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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