Europa

Deutschland: Konjunkturwunder vorbei? Einkaufsmanagerindex auf niedrigstem Stand seit 19 Monaten!

Deutliche Bremsspuren bei der deutschen Wirtschaft - der Hochpunkt der Konjunktur ist überschritten..

Ist das Konjunkturwunder in Deutschland vorbei? Nach wie vor steht etwa der soeben veröffentlichte Einkaufsmanagerindex Dienstleistung (April) auf Expansion mit 53,0, allerdings lag die Erwartung bei 54,1 – so wie im Vormonat. Aber die Tendenz scheint klar nach unten zu zeigen!

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

„Im April kühlte sich die Dienstleistungsbranche weiter ab. Erreichte das Wachstum zu Jahresbeginn noch fast ein 7-Jahreshoch, wurde aktuell das niedrigste Plus seit 19 Monaten verzeichnet. Der Auftragsneueingang fiel so gering aus wie seit letztem Juli nicht mehr, was sich direkt in einer weniger optimistischeren Einschätzung der Geschäftsaussichten niederschlug. Besser sah es bei der Beschäftigung aus, wo das Tempo deutlich anzog und der entsprerechende Index auf ein 3-Monatshoch kletterte.“

Schwach besonders die neuen Auftragseingänge:

„Nach der dritten Abschwächung in Folge fiel der Auftragsneueingang auf einen der niedrigsten Notierungen innerhalb der letzten 18 Monate zurück. Umfrageteilnehmer berichteten, dass sich die Nachfrage von den vormals hohen Niveaus abgekühlt hat.“

Während sich also die Wirtschaft also auf nach wie vor hohem Niveau abkühlt, gibt es gleichwohl Aufwärtsdruck bei den Preisen, wie Markit konstatiert:

„Zum wiederholten Male sahen sich die Dienstleister im April in der Lage, ihre Gebühren nach oben anzupassen. Zudem steigerte sich die Inflationsrate gegenüber März auf einen der höchsten Werte der letzten sieben Jahre. Hauptgrund für die Anhebung waren, wie so oft, höhere Kosten und hier vor allem Gehaltssteigerungen.“

Das alles ist also noch kein Abschwung, aber dennoch zeigen sich jetzt deutliche Bremsspuren. Und ebenfalls sehr wichtig: die Kosten scheinen auch in Europa für die Unternehmen zu steigen (in den USA scheint ist das bereits schon deutlicher zu sein, wie die US-Berichtssaison gezeigt hat!).

In der Eurozone insgesamt liegt Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit 19 Monaten, Italien auf dem niedrigsten Stand seit 15 Monaten und Spanien auf dem niedrgisten Stand seit vier Monaten. Dagegen Irland mit dem höchsten Stand seit drei Monaten und Frankreich mit dem höchsten Stand seit zwei Monaten. Übergeordnet aber zeigen sich eben auch in der Eurozone insgesamt deutliche Bremsspuren mit weiterer Abwärtstendenz, wie der Chefvolkswirt von Markit, Chris Williamson, formuliert:

„Unsere finalen Composite-PMIs bestätigen, dass sich das Wirtschaftswachstum der Eurozone im bisherigen Jahresverlauf auf breiter Front abgeschwächt hat. So ist der Hauptindex von seinem Elfeinhalb-Jahreshoch im Januar auf ein 15-Monatstief im April abgesackt. Zwar ist das
Niveau des Indexes noch nicht wirklich Besorgnis erregend, Detailergebnisse der aktuellen Umfrage deuten jedoch auf eine weitere Abkühlung in dennächsten Monaten hin.“



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2 Kommentare

  1. Juckt den DAX nicht…der ist in dieser Woche irgendwie komisch.

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