Devisen

Die große Stärke im US-Dollar – die Gewinner und Verlierer

Der US-Dollar steigt auf ein Rekordhoch. Viele Assetklassen werden dadurch massiv beeinflusst. Hier ein Überblick über Gewinner und Verlierer.

Kartenhaus gebastelt aus US-Dollar-Scheinen

Der US-Dollar erlebt eine Rally ohne Gleichen. Der Dollar-Index, der Währungskorb der US-Währung gegen andere wichtige Währungen, notiert mit 106,50 Punkten auf einem Rekordhoch. Sehen Sie dazu auch an dieser Stelle die aktuelle Videoanalyse von Markus Fugmann. Auch wenn der Euro in diesem Korb ein Schwergewicht darstellt und auf den tiefsten Stand seit 2003 fällt – auch gegen andere Währungen wie den Yen wertet der Dollar kräftig auf! Die Dollar-Stärke hat Auswirkungen! Je stärker die US-Währung, desto schwächer notieren tendenziell Rohstoffe aller Art – die am Weltmarkt in der Regel in US-Dollar gehandelt werden. Auch Schwellenländerwährungen leiden in Krisenzeiten, wenn der US-Dollar als Fluchtwährung aufwertet.

Dazu kommt noch, dass die USA derzeit in großen Schritten massiv ihre Zinsen anheben. Dadurch wird der Dollar-Raum für institutioneller Anleger deutlich attraktiver, und Umschichtungen von anderen Anlageräumen in die USA finden statt. Die Dollar-Stärke ist auch zu guten Teilen eine Euro-Schwäche, weil Europa vor einer Rezession steht, und weil die EZB in Sachen Zinswende äußerst schwach und zögerlich agiert. Hier einige Beispiele, wie sich Asset-Preise auswirken, wenn der US-Dollar – wie es aktuell geschieht – auf Rekordniveau steigt. Dabei muss man sagen, dass sich die Kurse einzelner Assetklassen natürlich nicht nur wegen einem starken US-Dollar deutlich bewegen, sondern auch aufgrund anderer wichtiger Faktoren! Seit Jahresanfang sehen wir:

US-Dollar +10,36 Prozent
Gold in Euro +8,22 Prozent
Schweizer Franken vs Euro +4,44 Prozent
Euro vs US-Dollar -9,19 Prozent
S&P 500 Index -19,9 Prozent
Dax -21 Prozent
Nasdaq -28,6 Prozent

Die Auswirkungen haben wir visuell darstellt im folgenden TradingView Chart, der die prozentualen Entwicklungen seit Jahresanfang zeigt. Zum Dax kann man sagen: Eigentlich müsste er bei einem steigenden Dollar steigen. Denn der schwache Euro hilft den exportlastigen Dax-Konzernen mehr Waren im Ausland zu verkaufen. Dass der Dax trotz massiver Euro-Schwäche seit Jahresanfang so deutlich fällt, zeigt in diesem Fall, dass es neben den Devisenkursen eben auch andere gewichtige Faktoren gibt, die den Dax beeinflussen. Bei S&P 500 und Nasdaq ist es ähnlich – der US-Dollar ist wohl nur einer von vielen Faktoren, der die Kurse beeinflusst. Aber gerade dieser äußerst starke Dollar sollte seit Monaten die Kursschwäche der US-Indizes verstärken. Denn wenn die großen US-Konzerne, die viel Auslandsgeschäft haben, ihre dortigen Gewinne in die USA holen wollen, müssen sie diese Gelder von den dortigen Währungen in US-Dollar umtauschen. Bei dem immer weiter steigenden Dollar-Kurs kommt dann immer weniger Gewinn in den USA an.

Entwicklung des US-Dollar seit Jahresanfang zu anderen Assetklassen

Im folgenden Chart konzentrieren wir uns ausschließlich auf Devisenkurse. Alle Devisen sind im Vergleich gesetzt zum US-Dollar seit Jahresanfang:

US-Dollar +10,36 Prozent
Britisches Pfund -11,1 Prozent
Japanischer Yen -14,74 Prozent
Ägyptisches Pfund -16,79 Prozent
Argentinischer Peso -19,23 Prozent
Türkische Lira -24,23 Prozent

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Auch wenn beispielsweise Länder wie die Türkei oder Argentinien zu ihrer eigenen Währungsschwäche massiv selbst beitragen – die Dollar-Stärke verschärft die Krisen in Schwellenländern. Oft und gerne verschuldet man sich in Schwellenländern massiv in US-Dollar. Wenn dann aber die Dollar-Zinsen steigen und auch der US-Dollar selbst teurer wird, werden diese Dollar-Kredite für die Schuldner in den Schwellenländern zur Kostenfalle, denn die Kreditraten verteuern sich massiv.

Chart vergleicht US-Dollar mit anderen Devisenkursen



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1 Kommentar

  1. Viele Foristen hier sind ja im Pro-Euro – Lager. Das sind tendenziell die, die auch die Politik der letzten Jahre in Ordnung finden und auch akut optimistisch bleiben.

    Denen rufe ich zu: dann ist der Euro in seiner normalen Schwankung gerade extrem tief zum Dollar. Kauft Euro und Eurowerte, z.B. deutsche Aktien! Da liegen 20% zum Mitnehmen bereit.

    Put your money, where your mouth is!

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