Folgen Sie uns

Aktien

Die Investoren-Herde steuert um: Auf einmal ist Europa wieder sexy!

Internationale Großinvestoren sind nun optimistischer für Europa und schichten Gelder aus den USA nach Europa um. Das erklärt die Stärke des Dax im Vergleich zu den US-Indizes – und die Party könnte weiter gehen, wenn Le Pen nicht nächste Präsidentin Frankreichs wird..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Lange Zeit gab es ein Muster: europäische Indizes wie der Dax liefen gegenläufig zum Euro. Die Logik dahinter: eine starke Währung vermindert die Exportchancen, worauf ein so exportlastiger Index wie der Dax besonders emfindlich reagiert. Ist der Euro dagegen schwach, bekommen deutsche oder andere europäische Firmen mehr Euros in die Kasse, wenn sie ihre Waren oder Dienstleistungen in Länder ausserhalb der Gemeinschaftswährung exportieren. So weit, so logisch.

Doch zeigt sich in den letzten Wochen – und speziell im März – nun ein gegenläufiges Muster: der Euro war stark (bis gestern, aufgrund des jüngsten EZB-Gerüchts dann Schwäche), die europäischen Aktienindizes wie der Dax ebenso, wie der Chartvergleich Dax-Euro (Euro orange) zeigt:

Was passiert da? Die Konjunkturdaten aus der Eurozone waren überwiegend stark, das half dem Euro wie auch den europäischen Aktienmärkten. Mithin ist also die Stärke der europäischen Währung wie auch der Aktienindizes nun eine Art Beleg für den neuen Optimismus, dass die Eurozone erstens nicht auseinander fliegt, und zweitens die konjunkturelle Talsohle schon durchschritten habe.

Nach der massiven Trump-Rally, die vor allem US-Aktien nach oben pushte, treten die US-Aktienindizes im Grunde seit Dezember auf der Stelle. Und das dürfte die Folge von geänderten Kapitalflüssen sein: Profi-Investoren haben sich teilweise aus dem US-Markt verabschiedet, weil US-Aktien deutlich höher bewertet sind als ihre europäischen Pendants.

Großbanken wie die Deutsche Bank haben nach langer Zeit wieder europäische Aktien übergewichtet, selbst US-Häuser wie BlackRock meinen nun, die Angst vor politischen Risiken in der Eurozone seien übertrieben, man geht nun davon aus, dass Macron, und nicht Le Pen die Wahlen in Frankreich gewinnt, nachdem Wilders in Holland eher enttäuschend abgeschnitten hatte. Die Käufe europäischer Aktien durch US-Investoren wiederum stärkten den Euro – und so schließt sich der Kreis.

Dass nun zunehmend Kapital auch aus den USA in die europäischen Märkte fließt, zeigt sich auch am Beispiel der boomenden ETFs. So verzeichnete etwa der in den USA gelistete iShares MSCI Eurozone ETF (von BlackRock; der bedeutendste ETF, der europäische Aktien abbildet), die größten Zuflüsse seit dem Brexit-Votum im Juni 2016.

Im Chartvergleich zwischen dem Dax (schwarz) und dem S&P500 (orange) sieht das dann so aus:

Aktuell ist der Abstand zwischen dem Dax und dem S&P500 recht groß, was im kurzen Zeitfenster nahe legt: entweder steigen nun auch die US-Märkte wieder, oder der Dax ist „seinem Herchen“ etwas zu weit voraus gelaufen.

So oder so: verliert Le Pen in Frankreich, dürften sich der nun begonnene Trend zu europäischen Aktien verstärken. Gewinnt sie aber, ist die Party schnell vorbei und würde in massive Katerstimmung umschlagen. Schätzungen gehen davon aus, dass internationale Portfolioverwalter dann ihre Positionen in Europa um ca. 20% reduzieren würden – dann auf die Niveaus, die wir zuletzt während der Eurokrise in den Jahren 2011 und 2012 gesehen hatten..

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Sepp

    30. März 2017 11:48 at 11:48

    Vielleicht off-topic, aber erwähnenswert: Trump will Geldpolitik der FED durchleuchten.

    http://www.watergate.tv/2017/03/29/trump-will-geldpolitik-der-fed-durchleuchten/

    Falls dies stimmen sollte, könnte dies weitreichende Implikationen mit sich bringen.

  2. Avatar

    verinet

    30. März 2017 12:18 at 12:18

    denke die Indizes laufen hoch weil alle davon ausgehen das le Pen es nicht schafft was auch sehr wahrscheinlich ist…..wenn die Wahl vorbei ist geht die Party dann nicht weiter
    sondern sell on good news ….evtl. noch kleiner Hüpfer nach der Entscheidung…
    falls die US Indizes aber weiter gegen Süden driften wird sich der DAX da auch nicht mehr
    stark gegen stemmen können

  3. Avatar

    Marko

    30. März 2017 18:01 at 18:01

    Selbst wenn es Le Pen schaffen sollte – wir reden über eine Neueinführung des „neuen“ französichen Francs (EINS ZU EINS gegenüber der „Schrottwährung EUR“ ?!? ;D :D ) – nebst kompletten EUR-Austritts Frankreichs ? Alles klar, Herr Kommissar ?
    Da darf man schon fragen : in welcher Welt lebt eine Madame Le Pen eigentlich ? – Gegen diese „Madame“ ist sogar eine May, nebst dem Donald „harmlos“ ?

    VG

    Marko

    • Avatar

      verinet

      30. März 2017 18:16 at 18:16

      …wie ich das verstanden habe will Le Pen Referenden zu diesen Themen abhalten
      die Franzosen werden genauso wenig wollen dass neue Francs aus dem Geldautomaten kommen wie die Griechen neue Drachmen wiedersehen möchten…leider aus deutscher Sicht

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

weiterlesen

Aktien

fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen