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Ein klares Zeichen, dass US-Bankaktien unterbewertet sind?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Man benutze den gesunden Menschenverstand. Ist dies ein klares Zeichen, dass US-Bankaktien unterbewertet sind? Schauen wir uns die größte US-Bank JP Morgan an. Bankchef Jamie Dimon hatte vor Kurzem verkündet 500.000 Aktien von JP Morgan zu kaufen, was nach aktuellem Kurs ungefähr 28 Millionen Dollar Marktwert entspricht (der Mann verdient ja auch gut). Es ist wie man sagt: Kauft der Chef weitere Anteile der eigenen Firma hinzu, glaubt er erstens an den zukünftigen Erfolg der Firma, oder zweitens er ist einfach davon überzeugt, dass er zum derzeitigen Preis ein Schnäppchen machen kann. Und genau das Schnäppchen-Argument scheint derzeit wohl zuzutreffen, wenn man den Kurs der JP Morgan-Aktie anschaut.

Dimon besaß zwar bisher schon 6,2 Millionen Aktien von JP Morgan, er hatte aber zuletzt 2012 zugekauft, davor 2009. Damals notierte die Aktie in den 20ern und 30ern. Bei gestiegener Ertragskraft nach der Finanzkrise scheint er die Aktie derzeit also für ebenfalls günstig zu betrachten.

Die Aktie fiel seit der Zinsanhebung vor 2 Monaten um 13,6% (Chart). Im Sommer 2015 erreicht die Aktie Kurse über 70 Dollar, in der Finanzkrise 2009 ging es runter bis auf 15 Dollar. Aber entscheidend ist ja immer die Relation zur Ertragskraft. Und da liegt JPM jetzt bei einem KGV für 2015 von 10. Für das laufende Jahr sollte das KGV beim derzeitigen Kurs auf 9,4 sinken.

JP Morgan US-Bankaktien
JP Morgan seit Anfang Dezember 2015.

JPM
Die JP Morgan-Aktie seit 2004.

Bei der Citigroup hatten Vorstand und Aufsichtsrat zuletzt für jeweils gut 1 Million Dollar Citi-Aktien gekauft. Die Aktie fiel seit 15. Dezember von 53 auf jetzt 37 Dollar. Beim jetzigen Kurs hat die Aktie ein aktuelles und erwartetes KGV von 7.

Aber das Zinsumfeld ändert sich schnell, die Konjunktur ändert sich schnell, und da wäre natürlich noch der Junk Bond-Markt, der im Nachklang des Ölpreis-Desasters jederzeit so richtig kollabieren kann. Angeblich sollen die großen US-Banken in einem „überschaubaren“ niedrigen Rahmen mit normalen Bankkrediten bei Fracking-Unternehmen engagiert sein. Wenn das stimmt, könnten sie so eine Krise relativ unbeschadet überstehen – wie gesagt, wenn es stimmt.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gerd

    16. Februar 2016 13:24 at 13:24

    „Angeblich sollen die großen US-Banken in einem „überschaubaren“ niedrigen Rahmen mit normalen Bankkrediten bei Fracking-Unternehmen engagiert sein.“

    Die Commerzbank, lt. Aussage von Herrn Blessing, hält auch nichts Bedeutendes in dieser Richtuing.
    Wer dann? Evtl mal wieder die Deutsche Bank?
    Nein, quatsch.
    Es gibt ja schließlich noch zahllose andere Banken. Vielleicht ist ja wirklich alles nur halb so schlimm, weil sich die Kredite auf viele unterschiedliche Kreditgeber verteilen?!

    • Avatar

      admin

      16. Februar 2016 13:27 at 13:27

      Hallo Gerd,

      tatsächlich haben viele US-Banken schon in den letzten 3 Quartalen vermehrt Bankkredite umgewandelt. Sie haben für Fracking-Schuldner Anleihen aufgelegt, und mit diesen Anleihe-Emissionen konnten die Fracker dann die Bankschulden abbezahlen. Das Risiko ist also vielfach von der Bank auf den freien Markt übergegangen. Wahrscheinlich schlummern diese Anleihen jetzt in den Büchern von Versicherungen und Fonds.

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Lieber Börsianer,

sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
Im Wesentlichen haben in diesem Jahr drei Faktoren zur Stärkung der Aktionärskultur beigetragen:

1) Die Niedrigzinsen lassen die Menschen nach Alternativen zum klassischen Sparkonto suchen.
2) Online-Broker machen den Aktienhandel auch mit kleinen Geldbeträgen attraktiv.
3) Während der Corona-bedingten Zwangspause des öffentlichen und oft auch beruflichen Lebens hatten viele Menschen erstmals Zeit, sich mit Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge zu beschäftigen.

Die Millenials entdecken die Börse

In den vergangenen Monaten habe ich bemerkt, dass vor allem junge Menschen die Börse für sich entdecken. Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, zeigen ein großes Interesse an Geldanlagethemen. Das freut mich umso mehr, gelten die Deutschen doch oftmals als Aktienmuffel. Die Rendite der Anlageportfolios hinkte den Menschen in Aktienländern wie den USA deshalb oft deutlich hinterher. Das könnte sich jetzt mit einer neuen Generation von Aktionären ändern.

Doch es ist auch Vorsicht geboten. Viele Neu-Börsianer lassen sich vom Versprechen auf den schnellen Gewinn verführen. Manche vergessen, dass Sie mit echtem Geld agieren und lassen sich von den spielerisch gestalteten Apps der Online-Broker blenden.

Manchmal scheint es tatsächlich sehr einfach zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Doch vergessen Sie niemals: Die Flut hebt alle Boote. In Zeiten steigender Kurse, wie nach dem Corona-Crash am Anfang des Jahres, konnten Sie kaufen was…..

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