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Warnung vor zu viel Optimismus wegen mildem Wetter Energiekrise in Europa nicht vorbei, nur „Glück gehabt“

Energiekrise in Europa nicht vorbei, nur "Glück gehabt"

Der Gaspreis in Europa ist in den letzten Wochen drastisch gefallen – ist die Energiekrise nun also vorbei? Es sind vor allem die milden Winter-Temperaturen, aber auch die geringe Nachfrage aus China, die die Energiepeise derzeit unter Druck bringen. So stürzte der Gaspreis von über 300 Euro pro Megawattstunde im August auf nun unter 60 Euro. Das sorgt für viel Optimismus.

Deutschlands Wirtschaftsminister Habeck sagte heute: „Für das Jahr 2023 und den Winter 23/24 haben wir mehr als berechtigte Hoffnung, dass wir die Speicher ebenfalls zu Beginn des Winters voll haben“.

Also ist alles gut – und bleibt alles gut? Nein, sagt der Chef des spanischen Energiekonzerns Iberdrola: Europa haben in der Energiekrise nur Glück gehabt durch den extrem milden Winter – aber das Problem bleibe absehbar bestehen!

Kein Ende der Energiekrise in Sicht

Das Ende der europäischen Energiekrise ist noch nicht erreicht. Diese Einschätzung gibt der Präsident des spanischen Versorgers Iberdrola. Mit dem bislang milden Winterwetter habe der Kontinent “Glück” gehabt, da der Heizbedarf damit gesunken sei, wie Bloomberg berichtet.

Energiekrise in Europa noch nicht vorbei - Chef von Iberdrola

Iberdrola-Chef Ignacio Galan sagt: Energiekrise in Europa nicht vorbei

“Solange die Energiemärkte zu stark von fossilen Brennstoffen abhängig und geopolitischen Ereignissen ausgesetzt sind, werden sie anfällig bleiben”, sagte Ignacio Galan zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos. “Wir sollten nicht glauben, dass die Energiekrise endgültig vorbei ist.”

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Das milde Wetter hat Prognosen über massive Energieengpässe vorerst beendet und so sowohl dem Euro als auch den Aktienmärkten Auftrieb gegeben. Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich so weit erholt, dass Ökonomen von Goldman Sachs Group für 2023 für Europa keine Rezession mehr vorhersagen.

Energiekrise: Nur weiterer Ausbau erneuerbarer Energien werde helfen

Die Energiesicherheit allerdings sei zu wichtig, um sie dem Glück oder mildem Winterwetter zu überlassen, so Iberdrola-Chef Galan. Seiner Ansicht nach ist der Ausbau der erneuerbaren Energien der beste Weg, um künftige Schocks zu vermeiden. Sein Unternehmen hat bereits 17 Milliarden Euro bis 2025 in diesen Bereich investiert.

Angesichts des milden Wetter sind die Gaspreise gegenüber den Rekordwerten des letzten Jahres stark gesunken und die Speicher noch reichlich gefüllt. In der Branche wächst der Konsens, dass es möglich sein wird, die Lagerstätten für den nächsten Winter auch fast ohne russisches Gas aufzufüllen. Gasengpässe in der Welt seien dennoch bis 2026 zu erwarten.

Mit den Plänen zur Förderung erneuerbarer Energien versucht Europa, sich vom Gas zu lösen. 2020 deckte die EU rund ein Fünftel ihres Energiebedarfs mit Hilfe der Erneuerbaren. Angesichts des Krieges in der Ukraine wurde das Ziel auf 45% bis 2030 angehoben. Bundeskanzler Olaf Scholz ist der Ansicht, dass Deutschland das Tempo der Energiewende erhöhen muss. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten täglich drei bis vier große Windturbinen aufgestellt werden.

Iberdrola geht davon aus, dass die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bis 2040 weltweit versechsfacht werden muss, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Spaniens größter Energieversorger will bis 2025 weltweit eine Gesamtkapazität von 52 Gigawatt erreichen und investiert in den nächsten drei Jahren 27 Milliarden Euro in die Netze.

“Es ist sowohl beunruhigend als auch ironisch, dass nur die durch den Klimawandel ausgelösten untypischen Wintertemperaturen weite Teile der nördlichen Hemisphäre in diesem Winter vor weitaus schwerwiegenderen Bedrohungen der Energiesicherheit und der Bezahlbarkeit bewahrt haben”, sagte Galan.

Dabei bleibt bei den Aussagen des Iberdrola-Chefs jedoch die letzlich unbeantwortete Frage offen, was der Ausbau der erneuerbaren Energien wirklich zur Lösung der Energiekrise bringt – solange diese erneuerbaren Energien nicht grundlastfähig sind, also nicht wie Gas, Kohle oder Atomenergie zuverlässig und ständig Energie liefern..

FMW/Bloomberg



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