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Erster Schritt Richtung Abschaffung von „Geoblocking“ – YouTube bald ohne Ländersperre?

Redaktion

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am

Von Claudio Kummerfeld

Kennen Sie das auch? Sie gehen auf YouTube und möchten ein Video öffnen. Auf einmal erscheint eine Meldung von YouTube, dass dieses Video in Deutschland nicht abgespielt werden kann, weil es bestimmte geschützte Inhalte enthält – böse Zungen nennen das auch die GEMA-Sperre – selbstverständlich ist es das nicht :-)

Die grüne Europa-Abgeordnete Julia Reda hat eine Initiative vorangetrieben, in der u.a. das sogenannten „Geoblocking“ bekämpft werden soll, also genau das, was bei Youtube geschieht. Was Franzosen oder Portugiesen bei Youtube sehen können, wird Deutschen verwehrt. Was evtl. aus Sicht von Rechteinhabern richtig ist, wiederspricht einen einheitlichen EU-Binnenmarkt. Auszug aus der Webseite von Julia Reda:

„Nach Jahrzehnten, in denen der Schwerpunkt auf der Einführung neuer Barrieren für den Schutz der wirtschaftlichen Interessen der Rechteinhaber*innen lag ist dies der bislang stärkste Ruf, die Rechte der Öffentlichkeit zu berücksichtigen – die Rechte der Nutzer*innen, der Kulturinstitutionen, der Wissenschaftler*innen und die der Autor*innen, die auf bestehenden Werken aufbauen. Es ist ein Ruf, die Rechtsunsicherheiten zu reduzieren, denen die Menschen in Europa täglich im Umgang mit urheberrechtlich geschützten Werken begegnen und gleichzeitig die Werkschaffenden vor Ausbeutung zu schützen. Die Vorschläge haben bei einer Umsetzung keine negativen Auswirkungen auf das Auskommen von Werkschaffenden, sondern verbessern dramatisch die Fähigkeit aller, an Kultur und Bildung teilzuhaben. Zum ersten Mal ruft das Parlament dazu auf, Mindeststandards für die Öffentlichkeit festzulegen, die in einer Liste von Urheberrechtsausnahmen festgelegt sind und die bislang völlig optional durch die Mitgliedsstaaten eingeführt werden konnten. Um sicherzustellen, dass diese Rechte in der Praxis Anwendung finden, stellt der Bericht fest, dass die Nutzung von Urheberrechtsschranken nicht durch restriktive Verträge verhindert werden darf und dass DRM nicht die Schaffung von Privatkopien von legal erworbenen Inhalten unmöglich machen darf.“

Julia Reda hatte mit großen Einsatz und Aufwand eine Initiative erarbeitet, die gestern im Rechtsausschuss des EU-Parlaments zur Abstimmung kam. Und das Ergebnis: 23 Stimmen für Ihre Vorschläge, 2 dagegen. Diese Vorschläge sind offiziell ein „Bericht“. Dieser wird am 9. Juli dem EU-Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Mal sehen, ob vor allem unsere geliebte GEMA bis dahin im Kanzleramt interveniert, damit das bei Sozialdemokraten und Konservativen im EU-Parlament einschreitet. Aber wer weiß, vielleicht heißt es ja bald 100% YouTube für uns alle.
(nein, dies ist keine Werbung für Youtube)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    REIS

    17. Juni 2015 17:59 at 17:59

    Geoblocking wird von sehr vielen Webseiten betrieben, zum Beispiel auch von fast allen deutschen Fernsehsendern. Ich lebe in Spanien. Wenn ich ein Fußballspiel online auf der Internetseite der ARD, ZDF, etc. sehen will, wird der Empfang durch geoblocking erschwert (speziell bei Sportübertragungen). Es gibt aber kostenlos Zusatzprogramme für Browser, zum Beispiel Zenmate für den Google Chrome Browser. Damit kann man problemlos mit einem Klick das Geoblocking umgehen.

  2. Avatar

    Andrea

    6. August 2016 20:47 at 20:47

    Auch ich hasse das Geoblocking bei youtube. Hatte erst heute dieses Problem wieder. Und genau weil ich dieses Geoblocking hasse, habe ich mir jetzt YoutubeUnblocker Plus installiert.

    Ich hoffe, dass das Geoblocking möglichst bald dauerhaft fällt! Sowas gehört verboten!

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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