Folgen Sie uns

Europa

Erzeugerpreise in der Deflation! Es wird düster für die Verbraucherpreise

Avatar

Veröffentlicht

am

Jüngst wurden die deutschen Großhandelspreise den dritten Monat in Folge deflationär vermeldet mit dem schwächsten Wert seit drei Jahren! Auch die Importpreise liegen nun den vierten Monat in Folge kräftig im deflationären Bereich! Und heute früh kommen die Erzeugerpreise auf den Tisch, der dritte wichtige Frühindikator für die Verbraucherpreise (Inflation). Die Erzeugerpreise sinken laut Statistischem Bundesamt um 0,1% im September gegenüber September 2018. Somit rutschen auch sie nun in die Deflation! Dies ist der erste Rückgang seit drei Jahren.

Was soll da noch aus den Verbraucherpreisen werden, wenn Erzeugerpreise, Importpreise und Großhandelspreise als Vorlaufindikatoren alle rückläufige Preise anzeigen? Es wird düster. Madame Lagarde hätte bei weiter schwächelnder Inflation in Euroland noch mehr Argumente für noch mehr Lockerung der Geldpolitik bei der EZB? Was ist der Grund für die aktuelle Schwäche bei den Erzeugerpreisen? Es ist wie so oft die Energie. Energiepreise bei den Erzeugern waren insgesamt 1,9% billiger als ein Jahr zuvor. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 0,5% höher als im September 2018.

Erzeugerpreise Langfristchart

Erzeugerpreise Tabelle

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    asisi1

    21. Oktober 2019 08:50 at 08:50

    Wenn wir in einer deflatorischen Phase stecken, wieso ist dann mein Geld schon am 20igsten des Monats verbraucht?

  2. Avatar

    Columbo

    21. Oktober 2019 09:04 at 09:04

    Fallende Energiepreise wirken positiv auf die Konjunktur. Was soll daran „düster“ sein?
    Schnell und stark steigende Energiepreise lösen Wirtschaftskrisen aus.

    • Avatar

      Michael

      21. Oktober 2019 10:04 at 10:04

      @Columbo, genau das schreibe ich schon seit Jahren, sei es bei den Erzeuger- oder den Verbraucherpreisen. Märkte und Notenbanken scheinen da allerdings eine andere Logik zu verfolgen.

      • Avatar

        TM

        21. Oktober 2019 11:28 at 11:28

        Ne, das sind zwei paar Schuhe. Steigende Energiekosten sind schlecht, steigende Verbraucherpreise in gewissem Rahmen gut. Sie können ja mal in Excel eine einfache Investitionsrechnung mit steigenden, stabilen und fallenden Preisen kalkulieren und dann schauen, für welche Investition Sie sich unter sonst gleichen Bedingungen entscheiden.

        • Avatar

          Michael

          21. Oktober 2019 12:08 at 12:08

          Ich rede von angeblich zu niedrigen Verbraucherpreisen aufgrund fallender oder stagnierender Energiekosten.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 21.10.2019 | das-bewegt-die-welt.de

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Handelsbilanz der EU: Dramatische Verschlechterung für Donald Trump

Avatar

Veröffentlicht

am

Cointainerschiff Hafen Beispielfoto

Donald Trump hat im großen Bild gesehen mehrere Ziele. Die Mauer zu Mexiko ist wichtig, die Re-Industrialisierung der USA, und vor allem der Abbau des großen Defizits der USA in ihrer Handelsbilanz. Die USA importieren deutlich mehr, als dass sie exportieren – das ist ein Dauerzustand. Daher müssen sich US-Verbraucher, Kommunen und Staat immer mehr verschulden um die Importe bezahlen zu können. Somit fließt konstant Geld aus den USA ab. Die Handelsbilanz der EU für den Warenverkehr mit dem Ausland zeigt seit einiger Zeit eine dramatische Verbesserung gegenüber den USA – so auch heute.

In diesem Zusammenhang möchte man aktuell sagen: Leute, bitte, dass niemand die folgenden Daten dem Donald Trump heute früh auf den Schreibtisch legt. Dann könnte er spontan auf die Idee kommen zum Beispiel jetzt Autozölle gegen die EU einzuführen. Denn die bösen Europäer wie auch die bösen Chinesen haben ja die armen Amerikaner seit Jahrzehnten mit ihren Exporten über den Tisch gezogen!?! Die Amerikaner wurden also genötigt deutsche Autos und chinesische Fernseher zu kaufen? Naja, aber genug davon. Zu den Zahlen.

Handelsbilanz dramatisch verschlechtert für die USA

Eurostat veröffentlicht für die Handelsbilanz im Warenverkehr gegenüber einzelnen Handelspartnern immer Year to date-Zahlen, also von Jahresanfang bis zum aktuellen Zeitpunkt. Letzten Monat lag der Überschuss der EU in der Handelsbilanz gegenüber den USA von Januar-August bei 102,7 Milliarden Euro nach +90,6 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Heute haben wir die Zahlen für Januar-September erhalten, also ein größerer Bezugszeitraum. Hier liegt der EU-Überschuss gegen die USA bei 115,2 Milliarden Euro nach 101,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Wie gesagt, dass bloß niemand Donald Trump davon erzählt!

Übrigens: Was die EU bei den Amerikanern „abzwackt“, verliert man an die Chinesen. Das EU-Defizit in der Handelsbilanz mit Waren gegenüber China liegt für Januar-September bei 145,5 Milliarden Euro nach -131,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch hier verschlechtern sich die Werte gegenüber dem Zeitraum Januar-August. Vereinfacht gesagt nur bezogen auf die drei großen Blöcke USA, China und EU kann man sagen: China produziert die große Masse der Waren. EU und USA sind übelst defizitär gegenüber China. Aber die EU kann dieses Defizit zu großen Teilen ausgleichen, in dem man kräftig in die USA exportiert. Die Amerikaner können ihr China-Defizit aber nicht ausgleichen, und sind deftig im Minus!

Handelsbilanz EU Januar-September

Hier weitere aktuelle Daten zur aktuellen Handelsbilanz von Eurostat im Wortlaut:

Nach ersten Schätzungen lagen die Warenausfuhren des Euroraums (ER19) in die restliche Welt im September 2019 bei 196,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 5,2% gegenüber September 2018 (186,5 Mrd.). Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 177,6 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,1% gegenüber September 2018 (173,9 Mrd.). Infolgedessen registrierte der Euroraum im September 2019 einen Überschuss von 18,7 Mrd. Euro im Warenverkehr mit der restlichen Welt, gegenüber +12,6 Mrd. im September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im September 2019 auf 163,4 Mrd. Euro, ein Anstieg von 0,9% gegenüber September 2018.

Im Zeitraum Januar-September 2019 beliefen sich die Warenausfuhren des Euroraums in die restliche Welt auf 1 741,9 Mrd. Euro (ein Anstieg von 2,9% gegenüber Januar-September 2018) und die Einfuhren auf 1 586,3 Mrd. (ein Anstieg von 2,7% gegenüber dem Vorjahr). Infolgedessen verzeichnete der Euroraum einen Überschuss von 155,5 Mrd. Euro, gegenüber +147,3 Mrd. im Zeitraum Januar-September 2018. Der Intra-Euroraum-Handel belief sich im Zeitraum Januar-September 2019 auf 1 470,9 Mrd. Euro, ein Anstieg von 1,4% gegenüber JanuarSeptember 2018.

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise Eurozone Oktober – Energie zieht den Durchschnitt weiter nach unten

Avatar

Veröffentlicht

am

Die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober wurden soeben in ihrer ausführlichen Fassung veröffentlicht. Sie steigen wie erwartet um 0,7% nach 0,8% im September. Die Steigerungsrate wird immer schwächer! Die Energiepreise innerhalb der Verbraucherpreise ziehen den Gesamtschnitt brutal nach unten. Energie liegt bei -3,1% im Jahresvergleich, nach -1,8%, -0,6% und +0,5% in den Vormonaten. Lebensmittel können den Schnitt ein wenig stabilisieren mit +1,5%. Italien liegt in der Gesamtrate nur noch bei 0,2%, und Griechenland sogar schon bei -0,3%. Hier weitere Details von Eurostat im Wortlaut:

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Zypern (-0,5%), Griechenland (-0,3%) und Portugal (-0,1%) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Rumänien (3,2%), Ungarn (3,0%) und der Slowakei (2,9%) gemessen. Gegenüber September ging die jährliche Inflationsrate in fünfzehn Mitgliedstaaten zurück, blieb in acht unverändert und stieg in fünf an. Im Oktober kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (+0,69 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,29 Pp.), Industriegütern ohne Energie (+0,07 Pp.) sowie Energie (-0,32 Pp.).

Verbraucherpreise Eurozone

weiterlesen

Europa

Aktuell: Deutsches BIP 3. Quartal veröffentlicht – sehr wichtig!

Avatar

Veröffentlicht

am

Soeben wurde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das 3. Quartal veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorquartal steigt es um 0,1% (erwartet -0,1%). Im Vergleich zum Vorjahresquartal steigt es um 1,0% (erwartet 0,9%). Auch interessant: Nach aktuellen Berechnungen auf Basis neu verfügbarer statistischer Informationen ging das BIP im 2. Quartal 2019 um 0,2 % zurück und damit um 0,1 Prozentpunkte stärker als zuletzt gemeldet.

Deutsches BIP Grafik

Hier einige Detailaussagen der Statistiker im Wortlaut:

Positive Impulse kamen im 3. Quartal 2019 im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) nach vorläufigen Berechnungen vor allem vom Konsum: Die privaten Konsumausgaben waren höher als im 2. Quartal 2019, und auch der Staat steigerte seine Konsumausgaben. Während die Exporte gestiegen sind, blieben die Importe etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Außerdem wurde mehr in Bauten investiert als im Vorquartal. Dagegen sind die Investitionen in Ausrüstungen im Vergleich zum Vorquartal gesunken.

Im Vorjahresvergleich stieg das preisbereinigte BIP um 1,0 %. Bereinigt um den Kalendereffekt ergibt sich ein Anstieg von 0,5 %, da im 3. Quartal 2019 ein Arbeitstag mehr zur Verfügung stand als ein Jahr zuvor. Im 2. Quartal 2019 war das preisbereinigte BIP im Vergleich zum Vorjahr nach neuesten Berechnungen um 0,1 % niedriger (kalenderbereinigt: +0,3 %), im 1. Quartal 2019 um 0,9 % höher (kalenderbereinigt: +1,0 %).

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage