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Europa

Erzeugerpreise in der Deflation! Es wird düster für die Verbraucherpreise

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Jüngst wurden die deutschen Großhandelspreise den dritten Monat in Folge deflationär vermeldet mit dem schwächsten Wert seit drei Jahren! Auch die Importpreise liegen nun den vierten Monat in Folge kräftig im deflationären Bereich! Und heute früh kommen die Erzeugerpreise auf den Tisch, der dritte wichtige Frühindikator für die Verbraucherpreise (Inflation). Die Erzeugerpreise sinken laut Statistischem Bundesamt um 0,1% im September gegenüber September 2018. Somit rutschen auch sie nun in die Deflation! Dies ist der erste Rückgang seit drei Jahren.

Was soll da noch aus den Verbraucherpreisen werden, wenn Erzeugerpreise, Importpreise und Großhandelspreise als Vorlaufindikatoren alle rückläufige Preise anzeigen? Es wird düster. Madame Lagarde hätte bei weiter schwächelnder Inflation in Euroland noch mehr Argumente für noch mehr Lockerung der Geldpolitik bei der EZB? Was ist der Grund für die aktuelle Schwäche bei den Erzeugerpreisen? Es ist wie so oft die Energie. Energiepreise bei den Erzeugern waren insgesamt 1,9% billiger als ein Jahr zuvor. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 0,5% höher als im September 2018.

Erzeugerpreise Langfristchart

Erzeugerpreise Tabelle

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    asisi1

    21. Oktober 2019 08:50 at 08:50

    Wenn wir in einer deflatorischen Phase stecken, wieso ist dann mein Geld schon am 20igsten des Monats verbraucht?

  2. Avatar

    Columbo

    21. Oktober 2019 09:04 at 09:04

    Fallende Energiepreise wirken positiv auf die Konjunktur. Was soll daran „düster“ sein?
    Schnell und stark steigende Energiepreise lösen Wirtschaftskrisen aus.

    • Avatar

      Michael

      21. Oktober 2019 10:04 at 10:04

      @Columbo, genau das schreibe ich schon seit Jahren, sei es bei den Erzeuger- oder den Verbraucherpreisen. Märkte und Notenbanken scheinen da allerdings eine andere Logik zu verfolgen.

      • Avatar

        TM

        21. Oktober 2019 11:28 at 11:28

        Ne, das sind zwei paar Schuhe. Steigende Energiekosten sind schlecht, steigende Verbraucherpreise in gewissem Rahmen gut. Sie können ja mal in Excel eine einfache Investitionsrechnung mit steigenden, stabilen und fallenden Preisen kalkulieren und dann schauen, für welche Investition Sie sich unter sonst gleichen Bedingungen entscheiden.

        • Avatar

          Michael

          21. Oktober 2019 12:08 at 12:08

          Ich rede von angeblich zu niedrigen Verbraucherpreisen aufgrund fallender oder stagnierender Energiekosten.

  3. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 21.10.2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Europa

Coronakrise: Löhne fallen in Deutschland stärker als in Finanzkrise

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Coronakrise hat in Deutschland gravierende Folgen für die Löhne! Wie heute das Statistische Bundesamt mitteilte, fielen die Nominallöhne im 2.Quartal aufgrund der Coronakrise um -4,0% – und damit deutlich stärker als auf dem Hochpunkt der Finanzkrise im 2.Quartal 2009, als die Löhne nur um -0,7% gefallen waren. Entscheidender Grund für die Lohnrückgänge im 2.Quartal sind die verkürzten Arbeitszeiten aufgrund der Coronakrise, wie Destatis mitteilt. Die Kurzarbeit federt dabei die Einkommens-Rückgänge etwas ab. Stärker betroffen von Lohnrückgängen sind die unteren Einkommensgruppen in der Coronakrise – eine alarmierende Tendenz: schon bald dürfte daher ein starker Anstieg von Firmeninsolvenzen und Privatinsolvenzen folgen. Das gilt insbesondere für jene, die in von der Coronakrise am stärksten betroffenen Branchen tätig sind und ihren Job bald verlieren dürften.

In der Coronakrise fallen die Löhne stärker als ind er Finanzkrise

Grafik: Destatis

Zum Rückgang der Löhne aufgrund der Coronakrise schreibt das Statistische Bundesamt (Destatis) im Wortlaut:

„Der Nominallohnindex lag in Deutschland im 2. Quartal 2020 um 4,0 % niedriger als im Vorjahresquartal. Dieser Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, legten die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um knapp 0,8 % zu. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstrückgang von 4,7 %. Es ist die historisch stärkste Abnahme der Nominal- und auch der Reallöhne im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2007 und somit stärker als in der Finanzmarktkrise 2008/2009.

Corona-Pandemie führt zu Verkürzung der Arbeitszeit

Der Einsatz von Kurzarbeit sowie die Geschäftsschließungen aufgrund der Corona-Pandemie führten zu einer starken negativen Lohnentwicklung im 2. Quartal 2020. Das Kurzarbeitergeld ist hierbei allerdings nicht berücksichtigt; es hat die Einkommensverluste für viele Beschäftigte abgefedert. Bezogen auf die Nominallöhne ist erstmalig seit dem 2. Quartal 2009 wieder eine negative Entwicklung in Deutschland festzustellen, die mit -4,0 % noch deutlicher als zu Zeiten der Finanzmarktkrise ausfällt (2. Quartal 2009: -0,7 %). Der Hauptgrund liegt hier vor allem in der stärkeren Verkürzung der Arbeitszeit. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sank für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im 2. Quartal 2020 die bezahlte Wochenarbeitszeit in der Gesamtwirtschaft um 6,2 % auf durchschnittlich 36,8 Stunden. Im 2. Quartal 2009 hatte der Rückgang bei 2,1 % gelegen.

Stärkere Verdiensteinbußen in den unteren Leistungsgruppen

Die unteren Leistungsgruppen waren vom Rückgang der Arbeitszeit und somit von geringeren Verdiensten im 2. Quartal 2020 am stärksten betroffen. Bei den un- und angelernten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit sanken die bezahlten Arbeitsstunden um 9,8 % beziehungsweise 9,4 %. Die Verdienste gemessen am Nominallohnindex reduzierten sich für diese beiden Leistungsgruppen um 7,4 % beziehungsweise 8,9 %. Im Vergleich dazu gingen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in leitender Stellung sowohl die Verdienste gemessen am Nominallohnindex (-2,0 %) als auch die Wochenarbeitszeit (-3,0 %) unterdurchschnittlich zurück. Da die unteren Leistungsgruppen im Durchschnitt weniger verdienen, fällt ihr eigentlich dominanterer Arbeitszeit- und Lohnrückgang für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Nominallöhne weniger stark ins Gewicht.“

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Europa

Europa in der Deflation? Ohhh nein – ein zweigeteilter Kontinent

Claudio Kummerfeld

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Geldscheine und Münzen

Europa ist in die Deflation gerutscht. Diese Aussage ist gar nicht so verkehrt, wenn man nur den Gesamtdurchschnitt betrachtet. In der Eurozone sind die Verbraucherpreise im August um 0,2 Prozent gesunken gegenüber August 2019, nach +0,4 Prozent im Juli, wie es heute Eurostat verkündet hat. Natürlich drückt die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland auf den Schnitt, das sollte man immer bedenken. Und nach europäischer Lesart sind wir hierzulande derzeit schon in der Deflation mit -0,1 Prozent (nach deutscher Rechenmethode 0,0 Prozent).

Deflation in Westeuropa, deutlich Inflation in Osteuropa

Aber am Schlimmsten hängen Zypern und Griechenland in der Deflation mit -2,9 Prozent und -2,3 Prozent. Auch große Länder wie Italien und Spanien hängen in der Deflation, insgesamt 14 Länder! Aber schaut man nicht nur auf die Eurozone, sondern auf ganz Europa, dann ergibt sich ein anderes Bild. Denn Osteuropa zeigt seit geraumer Zeit steigende Verbraucherpreise, so auch im August. Ungarn, Polen, Tschechien, Rumänien, Österreich, die Slowakei, Bulgarien und Litauen bilden nicht nur geografisch einen Block, sondern auch bei den Preisen. Sie steigen im August im Jahresvergleich mit Steigerungsraten zwischen +0,6 Prozent und +4,0 Prozent. Die folgende Grafik zeigt die geografische Aufteilung zwischen Inflation und Deflation (Osteuropa gegen Westeuropa) eindrucksvoll.

Die Details von Eurostat zeigen, dass im Gesamtschnitt der Eurozone die Verbraucherpreise für Energie nach dem Ölpreis-Schock aus dem Frühjahr immer noch 7,8 Prozent tiefer liegen als im August 2019 (Vormonat noch -8,4 Prozent). Die Nahrungsmittelpreise für Verbraucher steigen nur noch um 1,7 Prozent (Vormonat 2 Prozent). Die Verbraucherpreise für „Industriegüter ohne Energie“ fallen am deutlichsten von +1,6 Prozent auf -0,1 Prozent.

Grafik zeigt Deflation und Inflation in Europa

Tabelle zeigt detaillierte Inflationsdaten für August in Europa

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Europa

Autozulassungen in EU im August: Inzwischen erträgliches Minus im Jahresvergleich?

Claudio Kummerfeld

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Autos auf großem Parkplatz

Die Autozulassungen in der EU sind im August im Vergleich zu August 2019 um 18,9 Prozent gesunken, von 949.034 auf 769.525 PkW, so sagt es aktuell der europäische Automobilverband ACEA. Im wichtigeren Vergleich von Januar-August 2020 zu Januar-August 2019 sind es minus 32 Prozent. Vor allem Italien sticht im aktuellen August-Jahresvergleich hervor mit einem Minus von lediglich 0,4 Prozent (das sieht man auch bei den Rückgängen bei Fiat Chrysler von nur -6,6 Prozent). Im größeren Achtmonatsvergleich sind es bei Italien aber immer noch minus 38,9 Prozent. Deutschland liegt im August-Jahresvergleich bei minus 20 Prozent, im größeren Bild bei minus 28,8 Prozent.

Detailstatistik zu Autozulassungen in der EU im August

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