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ETFs – ihr Siegeszug und die Nutznießer der Entwicklung

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ETFs sind der große Renner an den Finanzmärkten – wer aber profiziert besonders von dieser Entwicklung?

Die aktuelle Pandemie um Covid-19 beschleunigt die Digitalisierung zu Zeiten von Social Distancing und den vielen Abstandsregelungen. Große Tech-Firmen, ob aus dem Hardware- oder dem Softwarebereich, sind die Nutznießer einer bereits schon länger andauernden Bewegung. Mit den bekannten Firmen, die man unter verschiedenen Akronymen kennt – FAANG oder GAFAM.

Aber es gibt auch einen Wachstumsbereich, der sich diesbezüglich nicht zu verstecken braucht – es sind die Indexanbieter, für das große Geschäft mit passiven Fonds, ETFs.

ETFs – Exchange Traded Funds –  weiter auf dem Vormarsch

Zwar betrug das weltweite Volumen an aktiven Investmentfonds Ende 2018 noch fast 50 Billionen Dollar (40 % Aktienfonds, an zweiter Stelle Anleihefonds mit 21,1%), doch der Siegeszug der passiven Fonds (ETFs) schreitet unvermindert voran. Während die Anbieter zu diesem Zeitpunkt (2018) die Marke von 5 Billionen Dollar erreicht hatten, liegt ihr aktueller Stand bereits bei 6,3 Billionen Dollar weltweit, die in Indexfonds investiert sind – wie eine aktuelle Untersuchung des ETF-Branchenforschungsunternehmens ETFGI aufzeigt. Doch wer sind eigentlich die großen Nutznießer dieser preisgünstigen Variante des Investierens mit deutlich reduzierter Investmentgebühr?

Natürlich BlackRock, Vanguard, State Street und Co – aber auch diejenigen Gesellschaften, die für die Entwicklung und Berechnung der großen Indizes stehen. Es sind im Wesentlichen drei große Indexanbieter, die das große Geschäft unter sich aufteilen: MSCI Inc. aus New York, an der Nasdaq gelistet (bekannt durch MSCI World und Emerging Markets), S&P Global (für die S&P- und Dow-Jones-Indizes) und FTSE Russell, der Börse London LSE zugehörig.

Diese drei Finanzgiganten kontrollieren etwa 70 Prozent des globalen Marktes für Indizes. Anleger orientieren sich an der Größe und Bekanntheit von Anbietern, ein Riesenvorteil. Denn bei jeder Einzahlung in die ETFs oder gar bei Neukreationen fließt unaufhörlich Gebührengeld in die Kasse der Anbieter, wie eine kleine Lizenz zum Geldscheffeln.

Die wundersame Entwicklung der MSCI-Aktie

In vielen Wirtschaftspublikationen wird seit geraumer Zeit für ein Investment in den MSCI World geworben. Kaum jemand weiß, wer hinter diesem Kürzel steht, ein Unternehmen namens Morgan Stanley Capital International. Das große Geschäft ist die Zusammenstellung von Indexfonds, der Renner vor allem beim langfristigen Vermögensaufbau mittels Sparplan. Ein unglaublich einträgliches Geschäft und viele Spezialfonds beginnen mit MSCI….

Dies wird vor allem an der Entwicklung der Aktie erkennbar, im Vergleich zu den Nasdaq-Größen.

Laufendes Jahr, in Euro gerechnet, Stand 3. August:

Amazon: plus 47 Prozent
Apple: plus 29 Prozent
Facebook: plus 16 Prozent
MSCI Inc: plus 20 Prozent

Und erst auf fünf Jahre:

Amazon: plus 552 Prozent
Apple: plus 335 Prozent
Facebook: plus 247 Prozent
MSCI Inc: plus 512 Prozent

Auch im 10-Jahresrückblick ist die Performance gigantisch – deutlich über 1100 Prozent.

Aber auch die anderen Indexanbieter kamen in den vergangenen fünf Jahren auf eine Kursverdreifachung.

Und wenn es kracht?

Dies konnte man beim Corona-Crash im Februar/März in diesem Jahr beobachten. Klar fiel auch bei ETFs die Anlagesumme in dieser heftigen aber kurzen Kurskorrektur, aber es gab eine andere Einnahmequelle, die vieles wettmachte – der Derivatehandel.

Auch für Calls und Puts werden Gebühren fällig und gibt es da noch weitere Geldquellen, wie Bonitätsprüfungen u.w.

Fantastisch ist bei MSCI die Marge, die laut ETFGI 70 Prozent betragen soll.

Die Big Player, wie BlackRock, Vanguard und State Street, haben zwar schon Gebührensenkungen durchgesetzt, aber das gigantische Volumen treibt die Gewinne.

Dementsprechend teuer sind die Aktien der Anbieter. MSCI mit einem KGV für 2021 von 48, bei LSE 34 und bei S&P global 31.

Fazit

Auch wenn die Titel der Indexanbieter schon sehr gut gelaufen sind, zählt in diesem Bereich auch die schiere Größe, die so genannten Skaleneffekte, die mit jeder Einzahlung und mit jedem Sparplan größer werden.

Womit soll man das Geschäftsmodell der Anbieter von ETFs vergleichen? Mit Schaufelverkäufern bei der Goldsuche, oder mit Abo-Eintreibern bei einer Finanzdienstleistung? Jedenfalls hat die Finanzbranche hier wieder eine sehr einträgliche Einnahmequelle geschaffen, der ETF-Boom läuft und sollte Tech etwas abflachen, ist die nächste ETF-Branche schon am Laufen: ETFs unter dem Kürzel ESG. Environment, Social, Governance, im Deutschen etwas hochtrabend: Ökologisch, ethisch, sozial und rentabel.

Die Anbieter von ETFs sind die großen Gewinner an den Finanzmärkten

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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