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Wann brechen die Staatsschulden den USA das Genick?

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Trotz massiv steigender Staatsschulden geht die Party in den USA weiter

Die Staatsschulden der USA steigen während der Coronakrise im Rekordtempo. Doch es ist nicht der schiere Berg an immer schneller wachsenden Schulden, der Sorgen bereitet, sondern der ebenso enorme kurzfristige Refinanzierungsbedarf für Altschulden. Insolvent wird ein Staat schließlich nicht, wenn der letzte Kredit-Cent nicht zurückgezahlt werden kann, sondern bereits, wenn das beim ersten nicht gelingt. Allein im kommenden Jahr müssen die USA 7,4 Billionen US-Dollar umschulden – mehr, als der Staat Anfang 2010 insgesamt an börsengehandelten Schuldtiteln emittiert hatte. Gelingt nur eine Refinanzierung nicht, weil der Appetit des Marktes auf niedrig verzinste US-Staatsanleihen nachlässt, wären die USA insolvent. Wahrscheinlicher ist jedoch ein anderes Szenario: Ein schleichender Vertrauensverlust in den US-Dollar.

Staatsschulden verändern sich in ihrer Zusammensetzung ständig

Viele sehen Staatsschulden als etwas monolithisches, unveränderliches, einfach immer nur weiter wachsendes Etwas an. Doch die Schulden eines Staates gleichen eher einem Ameisenhaufen. Sie setzen sich zusammen aus einer Vielzahl von Schuldtiteln unterschiedlicher Laufzeit, unterschiedlichen Zinsen und unterschiedlichen Umfangs – und diese Zusammensetzung ändert sich ständig. Das heißt, dass zum Beispiel in den 70er Jahren aufgenommene Schulden in den meisten Fällen gar nicht mehr existieren. Sie wurden zwischenzeitlich in den allermeisten Fällen schon mehrfach umgeschuldet. Immer dann, wenn eine alte Anleihe fällig wird, emittiert der Staat eine neue Anleihe. Die Einnahmen aus der neuen Anleihe fließen sofort zur Tilgung der alten Anleihe zurück an Anleger. Durch Zinszahlungen und die Finanzierung der oft defizitären Staatshaushalte wächst sowohl das Volumen der neuen Anleihe-Emissionen als auch deren Anzahl immer weiter an.

Ein Beispiel: Die USA hatten Ende Februar 2010 börsengehandelte Staatsschulden von insgesamt 7,39 Billionen US-Dollar. Von diesen 7,39 Billionen waren damals binnen eines Jahres 2,5 Billionen US-Dollar fällig. Das heißt, die USA mussten in einem Jahr neue Anleihen im Umfang von 2,5 Billionen US-Dollar ausgeben, um die alten fällig werdenden Anleihen zu tilgen. Zusätzlich mussten weitere rund 1,6 Billionen US-Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um das Defizit im Staatshaushalt auszugleichen.

Die USA finanzieren ihre Schulden immer kurzfristiger

Im Laufe der vergangenen zehneinhalb Jahre wuchs so die in Form von Anleihen börsenhandelbaren Staatsschulden auf heute 19,9 Billionen US-Dollar an (hier ein Blick auf die offiziellen Gesamtschulden). Inzwischen werden in den kommenden zwölf Monaten bereits 7,4 Billionen US-Dollar fällig. 3/4 der Neuverschuldung der vergangenen zwölf Monate wurde mit extrem kurz laufenden Anleihen finanziert. Der Trend zu längeren Laufzeiten kehrte sich während der Coronakrise binnen weniger Wochen wieder um. Das ist kurzfristig eine tolle Sache für den Staat, da er für Anleihen mit bis zu einjähriger Laufzeit nur Zinsen von bis zu 0,1% bezahlen muss. Kurzfristige Schulden sind für die USA also derzeit fast gratis. Für Deutschland würden sie sogar Zinseinnahmen generieren, da die Zinsen für deutsche Staatsanleihen negativ sind.

Der Haken an der Sache ist, dass kurzfristige Schulden auch öfter refinanziert werden müssen. Das macht die Staatsschulden anfällig für Zinserhöhungen. Denn bei jeder Refinanzierung muss der Schuldner natürlich den dann aktuellen Marktzinssatz zahlen. Würden die USA die Schulden gleich für fünf, zehn oder mehr Jahre aufnehmen, müssten sie zwar ein wenig höhere Zinsen zahlen. Die wären dann aber für die volle Laufzeit der Anleihen sicher. In der Zwischenzeit steigende Zinsen würden nicht nach kurzer Zeit zu höheren Zinsbelastungen für den US-amerikanischen Staatshaushalt führen.

Ein weiterer Nachteil der kurzen Laufzeiten ist, dass die USA permanent Investoren davon überzeugen müssen, Billionen US-Dollar in die USA zu reinvestieren. Käme es zu einer Vertrauenskrise, dann wird es wahrscheinlich unmöglich sein, sieben Billionen US-Dollar in einem Jahr aufzutreiben oder gar 14 Billionen in den kommenden fünf Jahren. Bei Vertrauensverlust steigen natürlich als Erstes die Zinsen an, was die Schuldenlast der USA angesichts der kurzen durchschnittlichen Laufzeit schnell untragbar macht. Durchschnittlich beträgt die Laufzeit nur noch 62 Monate. Bei steigenden Zinsen müssten also nach 62 Monaten die kompletten derzeit knapp 20 Billionen US-Dollar zum dann höheren Zinssatz refinanziert werden.

Langfristig wird die US-Zentralbank alle neuen Staatsschulden finanzieren müssen

Angesichts der hohen Summen ist es wahrscheinlich, dass bei einem Vertrauensverlust selbst bei gestiegenen Zinsen über kurz oder lang nicht mehr genügend Investoren überzeugt werden können, den USA Geld zu leihen. Und sobald nicht mehr genug Interesse an Neuemissionen besteht, um die fällig werdenden Altschulden zu tilgen, wären die USA zahlungsunfähig. Im Falle Griechenlands ging dieser Prozess innerhalb weniger Wochen vonstatten.

Im Unterschied zu Griechenland können die USA jedoch ihr eigenes Geld drucken. Schon heute sehen wir, dass die US-Zentralbank einen beträchtlichen Teil der US-Staatsschulden kauft. Es ist anzunehmen, dass dieser Anteil mittel- und langfristig weiter ansteigt, bis irgendwann die Zentralbank der einzige Käufer der Anleihen ist. Schon vorher wird das Vertrauen in den US-Dollar massiv schwinden. Denn eine Zentralbank, die Jahr für Jahr Billionensummen schöpft, um den eigenen Staat zu finanzieren, hat keinerlei Vertrauen mehr verdient. Die Kaufkraft des US-Dollars wird im In- und Ausland schrumpfen. Inflation im Inland und Abwertung im Ausland werden die Folge sein.

Trumps Ansinnen, das Außenhandelsbilanzdefizit der USA zu reduzieren, macht es übrigens nicht besser. Bisher exportierten die USA Jahr für Jahr US-Dollar im Austausch für Waren. Diese US-Dollar flossen zum Teil zurück und wurden in US-Staatsanleihen investiert. Wenn das Defizit reduziert wird, reduzieren sich damit auch die Exporte von US-Dollar und der Rückfluss in US-Staatsanleihen. Gleichzeitig steigt das Emissionsvolumen, was mehr und nicht weniger Käufer für die Papiere benötigt.

Ob angesichts der sich immer schneller drehenden Schuldenspirale überhaupt noch ein Kurswechsel möglich ist, darf bezweifelt werden. In die Staatspleite wird diese Spirale bei den Staatsschulden im Falle der USA jedoch auf absehbare Zeit noch nicht münden. Dafür ist das Vertrauen in den US-Dollar weltweit noch immer zu groß und die Zahl der Alternativen zu klein. Dollarbesitzer sollten sich jedoch auf einen beschleunigten Verlust ihrer Kaufkraft einstellen.

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    4. August 2020 12:05 at 12:05

    Wenn die Staatsschulden bisher Italien nicht das Genick gebrochen haben, dann erst recht nicht den USA.
    Wer Schulden hat, bekommt Geld von der Notenbank.
    Das kann nicht ewig gehen, aber länger, als viele glauben. Das Unwetter wird kommen, aber es ist noch etwas Zeit sein Vemögen wetterfest zu machen.

    • Avatar

      Lausi

      4. August 2020 19:29 at 19:29

      @Columbo – der Fondmanager Ehrhardt scheint Sie ja voll und ganz überzeugt zu haben. Aber was wird sein, wenn der schwarze Corona-Schwan Junge bekommt? Tanzen wir dann alle den Apocalypso?

      • Avatar

        Columbo

        4. August 2020 20:25 at 20:25

        @Lausi

        Ich kann nicht tanzen, spiele dafür aber in der Band🎸.

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        leftutti

        4. August 2020 23:15 at 23:15

        @Lausi, bevor die Schwänin erste Eier ausbrütet und Junge bekommt, schägt der Schwan erst einmal neue Wellen mit seinen kräftigen Flügeln.

        USA haben die Sache bis Anfang November noch unter Kontrolle 👍 🙈

        Israel, Australien und einige asiatische Länder sind bereits erneut im Panikmodus mit Lockdown und Einsatz des Militärs wegen Aufrechterhaltung und Einhaltung einfachster und harmloser Maßnahmen.

        In Polen und den Niederlanden werden Auflagen verschärft und Strafen drastisch erhöht.
        Sogar Osmanen-Erdo intensiviert die Auflagen, vielleicht auch nur, um Devisen-Touris ins Land zu locken?

        Italien ist im Begriff, die Dunkelziffer zu erfassen und zu erkennen (die für den gesamten Globus gilt): Mindestens 5 bis 10 Mal höher, als offiziell erfasst.

        In Berlin versammelt sich derweil die gebündelte Power von 1,3 Millionen empörter Bürger (etwa ein Drittel der ganzen Stadt), um für Freiheit und gegen alles zu skandieren.
        Ok, naja, vielleicht waren es auch nur 20.000, aber dennoch, die Ziele waren klar formuliert: Kein Corona, keine Masken, LÜGEN PRESSE LÜGEN PRESSE LÜGEN PRESSE

        Die Landesregierungen erzittern hilf- und planlos vor dem Beginn des neuen Schuljahres. Man hat weder aus der ersten Welle gelernt, noch viel weniger etwas in Richtung Zukunft verändert. Warum auch, die Umfragewerte passen.

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    Scheer

    4. August 2020 12:47 at 12:47

    Die einfache Antwort: Nie!
    Es wird viel erzählt, wie hoch die Schulden der USA sind. Aber die Schuldenhöhe sagt absolut nichts über die Stabilität einer Währung aus.
    So lange die USA der Hegemon sind, können Sie sich bis zum Sankt Nimmerleinstag verschulden.
    So einfach ist das.

  3. Avatar

    Dreistein

    4. August 2020 13:04 at 13:04

    Setzt sich die FED nicht aus Privatbanken zusammen? Woher hat die FED dann das Geld was sie dem Staat geben? Ist das nicht per Knopfdruck generiertes Geld wofür der Staat auch noch Zinsen bezahlen muss? Verringert der Staat nicht seine Schulden, sagen wir mit 3% Zinsen wenn er den Kredit ablöst mit 0,1% Zinsen? Oder lösen sie den Kredit nicht ab sonder verlängern nur, also zahlen nur die Zinsen ab?
    Alle Länder sind hoch Verschuldet, ich frage mich nur bei wem? Beim wem ist die ganze Welt so hoch Verschuldet?

  4. Avatar

    Axel

    4. August 2020 13:33 at 13:33

    Die FED ist in Besitz von Privatbanken.
    Weiß jemand, wie sich die Schulden für den Aufkauf von Staatsanleihen in den jeweiligen Bilanzen der Banken niederschlagen?
    Oder ist das FED System autonom und stehen den Schulden für die Bonds ja die „wertigen“ Staatspapiere entgegen, so daß die Salden immer ausgeglichen sind?

  5. Pingback: Aktuelles vom 4. August 2020 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  6. Avatar

    klempner

    4. August 2020 18:11 at 18:11

    Primary Dealer-Bank JPMorgan druckt sich mit eigener Computerdruckerpressse auf seiner Festplatte 1 Mrd Dollar,leiht sie Donald Trump (der gibt sie inflationswirksam in Umlauf),dieser unterschreibt den USA-Kreditschein für 2% Zinsen und will sie abbezahlen.
    Die Zinsen steckt JPM schonmal ein. Einen Tag später gibt JPM diesen Kreditschein der FED Reserve als Sicherheit und lässt sich den die gleiche Summe von der FED nochmal auszahlen(er verkauft der FED das
    Insolvenzrisiko ).Mit dem frischen Geld kauft JPM Appleaktien ,die ja dank des Geldes von Donald Trump mit Paychecks neue IPhones kaufen. So und jetzt geht mal morgen zur Bank und versucht das Gleiche……
    Der Eigentumsbegriff an der FED ist egal ,es geht darum dem Notenbankchef die zu praktizierende Geldpolitik auf die To-Do Liste zu schreiben!!

  7. Avatar

    klempner

    4. August 2020 18:57 at 18:57

    Ach ja und weil ja jetzt auch Unternehmensanleihen auf dem FED Einkaufszettel stehen kann sich auch Appple
    billig Geld leihen. Die haben dann soviel Kohle ,daß sie eigene Aktien am Markt zurückkaufen,dreimal
    dürft ihr raten von wem ……..

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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