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ETFs: Inflation – ist die Zeit passiven Index-Investierens vorbei?

Warum in Zeiten der Inflation passives Investieren nicht mehr funktioniert!

Die Zeit passiven Investierens in ETFs ist vorbei

Wer in den letzten Jahren – vor allem seit der Finanzkrise – in passive ETFs investiert hat, hat kaum etwas falsch gemacht! Die Indizes vor allem in den USA stiegen und stiegen, buy the dip war das Motto. Der Grund: die Notenbanken pumpten seit der Finanzkrise immer mehr Liquidität ins System, besonders seit dem Beginn der Coronakrise. Also hob die Liquiditäts-Flut alle Boote – besonders stiegen jene Aktien, die zwar wenig Umsatz oder gar Gewinn haben, aber eine großartige Zukunft versprachen.

Für Index ETFs wie den SPY (maßgebliches ETF auf den amerikanischen Leitindex S&P 500) ging es steil nach oben in den letzten Jahren:

ETFs - der SPY

Grafik: Investing.com

Aber jetzt haben wir mit dem monetären Klimawandel ein neues Spiel: wegen der zu hohen Inflation müssen die Notenbanken absehbar Liquidität entziehen, durch Zinsanhebungen oder Reduzierung der Bilanzsumme. Genau das – das hat die Fed nun immer wieder klar gemacht – wird im Jahr 2022 passieren. Und dann tritt die Ebbe ein. Was dann zählt, sind Substanz und Bewertungen. Sind vor allem Dinge, die man anfassen kann wie Rohstoffe. Sind Dinge, die in einer Inflation im Preis steigen wie Energie.

Und so erleben wir spätestens seit Jahresbeginn eine Veränderung der Geldströme:

Sektoren und ETFs

Grafik: Charles Schwab

ETFs: Passives Investieren in US-Indizes wird nicht mehr funktionieren!

Das Investieren in passive ETFs, die etwa amerikanische Indizes abbilden, war gewissermaßen der Volkssport unter Investoren. Dazu musste man kein Investment-Genie sein – die Indizes stiegen und stiegen.

Aber nun zwingt die Inflation die Notenbanken zur Umkehr, denn eine Notenbank hat nur zwei Wahl-Möglichkeiten: entweder lässt man die Inflation weiter laufen und riskiert damit ein Ausufern der Teuerung mit der Folge einer Rezession (Löhne steigen, Arbeitgeber bauen daher Arbeitskräfte ab, dann sinkt der Konsum, dann kommt die Rezession).

Oder die Notenbanken versuchen die Kontrolle zu behalten, indem sie die Geldpolitik straffen – was aber durch fallende Aktienkurse dann wohl auch zu einer Rezession führt. Es ist also die Wahl zwischen der Pest und Cholera – und die Notenbanken haben sich vorerst für die Cholera entschieden! Und das macht das Investieren in ETFs, die große Indizes abbilden, deutlich schwieriger!

Folgende Grafik zeigt, wie massiv die ETFs in den letzten Jahren als Anlagevehikel profitiert haben:

ETFs weltweit Volumen

Quelle: Statista

Unter den zehn größten ETFs sind die meisten jene ETFs, die einzelne Indizes wie den S&P 500 oder Weltindizes abbilden – so etwa der MSCI World, der jedoch faktisch eine übergroße Dominanz von US-Aktien aufweist und daher ein massives Klumpenrisiko hat. Die US-Indizes wiederum haben ein Klumepenrisiko durch die Dominanz der großen Tech-Aktien wie Apple, Mocrosoft etc.

Aber was passiert eigentlich in jenen Zeiträumen, in denen die Inflation herrscht – mit entsprechender Reaktion der Notenbanken durch Straffung der Geldpolitik? Das zeigt Florian Homm mit einem Blick in die Börsengeschichte in folgendem Video mit Blick auf den Dow Jones:



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4 Kommentare

  1. Hallo Fugi, vielleicht kannst du ja noch ergänzen, dass ggf. Sparten-ETF’s davon wahrscheinlich nicht so stark betroffen sein werden. Z.B. Dividenden-ETF’s stellen immer eine sinnvolle Ergänzung zum Portfolio dar.

  2. Passives Investieren und ETFs werden auch in Zukunft funktionieren, allein schon deshalb, weil sie für institutionelle Investoren geschaffen wurden, um einfach und günstig diversifiziert zu investieren. Die Indices und ETFs fortlaufend angepasst, so dass erfolgreiche Firmen mehr Gewicht erhalten. Und sollten z.B. Techaktien schlechter performen, sie sie im ETF auch weniger bedeutend.
    Ausserdem kann man selbst sein Gewicht mehr auf andere Sektoren- oder Regionen-ETFs legen, wenn z.B die USA schlechter performt.
    Also ETFs werden weiterhin gut funktioneren, ziemlich sicher besser als Florian Homm.

  3. Klumpenbildung ist die eine Sache die nichts mit Inflation zu tun hat. Bzgl Inflation bzw bevorstehende Zinsanhebung und ganz generell gibt es gerade keine Alternativen zu Aktien, ergänzt um etwas Edelmetall und Krypto…

  4. Inkonsistente Argumentation. Das würde bedeuten, dass man durch Stock Picking in die Aktien investieren müsste, die gut durch die Inflation kommen. Nur ist das nicht möglich. Dazu gibt es genug Untersuchungen.

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