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Europa

EU-Kommission senkt Wachstumsprognosen deutlich – Dax fällt

Die EU-Kommission hat vor wenigen Minuten die Wachstumsprognosen für die Eurozone insgesamt sowie für die jeweiligen Länder der Eurozone gesenkt..

Redaktion

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Die EU-Kommission hat vor wenigen Minuten die Wachstumsprognosen für die Eurozone insgesamt sowie für die jeweiligen Länder der Eurozone gesenkt:

– Eurozone: Senkung für 2018 von +2,3% auf +2,1%; für 2019 von +2,0% auf +1,9%

– Italien: Senkung für 2018 von +1,5% auf +1,1%; für 2019 unverändert bei +1,2% (und damit deutlich weniger als Italiens Regierung!)

– Deutschland: Senkung für 2018 von +2,3% auf +1,7%; für 2019 von +2,1% auf +1,8% – das ist ziemlich drastisch! Die EU-Kommission dazu: „Gleichzeitig wird das externe Umfeld für die deutschen Exportere immer ungünstiger“.

Dazu schreibt die EU-Kommission zusammenfassend:

„Nachdem das Wachstum im Euroraum im Jahr 2017 mit 2,4 % den höchsten Stand seit 10 Jahren erreicht hatte, dürfte es sich den Prognosen zufolge im Jahr 2018 auf 2,1 % abschwächen und sich 2019 und 2020 mit 1,9 % bzw. 1,7 % weiter verlangsamen. Dieselbe Entwicklung wird für die EU-27 erwartet, in der von einem Wachstum von 2,2 % im Jahr 2018, 2,0 % im Jahr 2019 und 1,9 % im Jahr 2020 ausgegangen wird.

Die außergewöhnlich günstige globale Lage im vergangenen Jahr hat die starke Wirtschafts- und Investitionsleistung in der EU und im Euroraum begünstigt. Trotz eines mit stärkeren Unsicherheiten behafteten Umfelds wird davon ausgegangen, dass aufgrund der Stärke des Binnenkonsums und der Investitionstätigkeit alle Mitgliedstaaten weiter wachsen werden, wenn auch langsamer. Kommt es nicht zu größeren Schocks, sollte Europa in der Lage sein, weiterhin ein über dem Potenzialwachstum liegendes Wirtschaftswachstum, einen kräftigen Zuwachs an Arbeitsplätzen und sinkende Arbeitslosenzahlen zu gewährleisten. Dieses Basisszenario ist jedoch einer zunehmenden Anzahl miteinander verbundener Abwärtsrisiken ausgesetzt.“

Und dazu auch Valdis Dombrovskis, Vizepräsident für den Euro und den sozialen Dialog, außerdem zuständig für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion:

„Alle Volkswirtschaften in der EU werden in diesem und im nächsten Jahr aller Voraussicht nach Wachstum verzeichnen, und das schafft weitere Arbeitsplätze. Allerdings nehmen sowohl die externen als auch die internen Unsicherheiten und Risiken zu und schlagen sich allmählich auf das Wirtschaftswachstum nieder. Wir müssen wachsam bleiben und mehr dafür tun, dass unsere Volkswirtschaften noch widerstandsfähiger werden.“

Also viel die Rede von Risiken – man ahnt, dass die Dinge schwieriger werden. Das scheint auch der Dax zu ahnen – und fällt nach den Aussagen der EU-Kommission deutlich unter die 11600er-Marke..

Die EU-Kommission zu den „korrelierten Risiken“ ausführlich:

„Die Prognose ist mit vielen Unsicherheiten behaftet, und es bestehen zahlreiche miteinander verbundene Abwärtsrisiken. Tritt eines dieser Risiken ein, könnten sich die anderen Risiken ausweiten und größere Kreise ziehen.

Eine Überhitzung der Wirtschaft in den USA, die durch prozyklische Konjunkturmaßnahmen angeheizt wird, könnte dazu führen, dass die Zinsen schneller steigen als erwartet, was zahlreiche negative Spillover-Effekte über die USA hinaus zur Folge hätte, insbesondere auf aufstrebende Märkte, die anfällig für Veränderungen bei den Kapitalströmen sind und Risiken im Zusammenhang mit auf US-Dollar lautenden Krediten ausgesetzt sind. Dies könnte die Spannungen an den Finanzmärkten noch verschärfen. Auch die EU könnte aufgrund ihrer starken Handelsbeziehungen mit den USA und des umfassenden Engagements europäischer Banken in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die erwartete Ausweitung des Leistungsbilanzdefizits der USA könnte zudem zu weiteren Handelsspannungen mit China führen. Aufgrund des Umfangs der Unternehmensverschuldung und der finanziellen Anfälligkeit Chinas könnte dies das Risiko einer ungeordneten Anpassung in China erhöhen. Da sich stärkere Handelsspannungen auf Vertrauen und Investitionstätigkeit auswirken und die EU stark in die globalen Wertschöpfungsketten eingebettet ist, würden solche Spannungen auch der EU schaden.

Innerhalb der EU könnten Zweifel an der Qualität und Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen in hochverschuldeten Mitgliedstaaten auf die inländischen Bankensektoren übergreifen und dadurch die Finanzstabilität infrage stellen und das Wirtschaftsgeschehen belasten.“

Schließlich bestehen nach wie vor Risiken im Zusammenhang mit den Ergebnissen der Brexit-Verhandlungen.“

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Columbo

    8. November 2018 12:26 at 12:26

    Deutschland wächst 2019 0,6% mehr als Italien. Ist auch nicht gerade die Welt.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone dritten Monat in Deflation, BIP besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Soeben wurden als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich sinken sie um 0,3 Prozent nach -0,3 Prozent und -0,2 Prozent in den beiden vorigen Monaten. Also sehen wir den dritten Monat in Folge Deflation! Das Minus der Energiepreise wird wieder größer mit -8,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel können von +1,8 Prozent auf +2,0 Prozent sogar zulegen, aber die Energie zieht den Schnitt weiter runter. Der Schnitt wird auch durch die deutsche Mehrwertsteuersenkung (wirksam seit Juli) negativ beeinflusst.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise in der Eurozone im Oktober

BIP für Eurozone weniger schlimm als gedacht

Zusammen mit den Verbraucherpreisen wurden vorhin auch frische Daten für das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 3. Quartal veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung wächst im Quartalsvergleich um 12,7 Prozent (+9 Prozent erwartet). Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 4,3 Prozent (-7 Prozent erwartet). Also wie beim deutschen BIP – die Lage scheint etwas weniger schlimm zu sein als erwartet.

Grafik zeigt BIP in Eurozone

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Europa

Aktuell: BIP Deutschland besser – Lagarde hatte es „geleaked“

Markus Fugmann

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Das BIP in Deutschland (1.Veröffentlichung 3.Quartal) ist zum Vorquartal mit +8,2% besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war +7,3%).

Zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt) sank das deutsche BIP um –4,2% (Prognose war -5,2%).

Damit wie in Frankreich die Erwartungen übertroffen – Christine Lagarde hatte das gestern auf der EZB-PK bereits „geleaked“..

Dazu schreibt Destatis:

„Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 2. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 8,2 % gestiegen. Das Wachstum war sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist die deutsche Wirtschaft damit nach dem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im 2. Quartal 2020 infolge der einsetzenden Corona-Pandemie zwar deutlich gewachsen. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor der globalen Corona-Krise, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im 3. Quartal 2020 jedoch 4,2 % niedriger. „

Das BIP in Deutschland erholt sich zum Vorquartal

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Europa

Einzelhandelsumsätze in der Krise: Viele Gewinner, ein Verlierer

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum

Die Einzelhandelsumsätze haben in der Coronakrise nicht gelitten. Sie ziehen sogar deutlich an. Wenn man nachdenkt, kommt man schnell drauf. Die Menschen gehen deutlich seltener ins Restaurant, in Bars, auf Events etc. Folglich wird deutlich mehr zuhause gekocht. Folglich werden mehr Lebensmittel eingekauft als im Vorjahr. Diesen Effekt sieht man in den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts.

Im September lagen die gesamten Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahresmonat 6,5 Prozent höher. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September 2020 kalender- und saisonbereinigt real 2,8 Prozent höher. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte real 6,8 Prozent und nominal 9,6 Prozent mehr um als im September 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 7,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 4,9 Prozent mehr um.

Einzelhandelsumsätze bei Nicht-Lebensmitteln

Auch die Einzelhandelsumsätze außerhalb der Lebensmittel profitiert. Aber mit einer Ausnahme. Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände laufen gut mit +11 Prozent, der gesamte Online-Versandhandel läuft blendend mit +21 Prozent. Aber der Bereich Bekleidung und Schuhe verliert 7,3 Prozent an Umsatz. Waren- und Kaufhäuser verlieren 9,9 Prozent an Umsatz. Die Kombination dieser beiden Zahlen zeigt ganz klar, dass Karstadt und Co die Verlierer der Krise sind. Wenn Klamotten, dann werden sie in dieser Krise eher online gekauft.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im September

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