Gas

Spanien, Griechenland und Portugal sind dagegen EU-Plan für 15 Prozent Gaseinsparung wird zur Blamage für Ursula von der Leyen

Der Plan der EU-Kommission 15 Prozent weniger Gas zu verbrauchen, wird aktuell zur Blamage für Ursula von der Leyen.

Als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gestern stolz den Plan der Kommission verkündete, dass die EU-Staaten von August bis März nächsten Jahres doch bitte den Gasverbrauch um 15 Prozent reduzieren sollen, hatte sie im Vorfeld überhaupt mal mit den Mitgliedsstaaten über diese Idee gesprochen? Das kann bezweifelt werden. Denn schon heute sieht man, dass sich diese grundsätzlich ja gute Idee in Luft auflöst. Spanien, Griechenland und Portugal lehnen dieses Sparziel nämlich mit glasklaren Aussagen ab!

Spanien mit klarer Ablehnung an das EU-Einsparziel von 15 Prozent bei Gas

Laut Berichten aus Spanien (El Pais) lehnt Spanien den Brüsseler Plan ab den Gasverbrauch um 15 Prozent zu senken. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern hätten die Spanier nicht über ihre Verhältnisse gelebt, was das Thema Energie angeht. So sagt es die spanische Ministerin für den ökologischen Übergang Teresa Ribera.

Spanien wendet sich gegen den jüngsten Vorschlag aus Brüssel, wonach alle europäischen Länder ihren Gasverbrauch bis zum nächsten Frühjahr um 15 Prozent senken sollen, unabhängig davon, wie stark sie von Russland abhängig sind. Man werde kein unverhältnismäßiges Opfer auf sich nehmen, zu dem man nicht einmal um eine vorherige Stellungnahme gebeten wurde, so ihre Aussage. Man halte den EU-Plan weder für den wirksamsten, noch für den effizientesten, noch für den gerechtesten Plan. Was auch immer geschieht, spanische Familien würden nicht unter Gas- oder Stromausfällen in ihren Häusern leiden.

Der Energieminister der Regierung hat sich zwar für Einsparungen und Effizienz beim Gasverbrauch ausgesprochen, aber versichert, dass die Regierung nicht die Möglichkeit einer Beschränkung auf „jede Art von Verbraucher“ in Betracht zieht. Spanien verteidige die europäischen Werte und werde sich mit dem Rest der Union solidarisch zeigen, „aber nicht auf Kosten der privaten und industriellen Verbraucher“, die „schon seit langem eine sehr hohe Rechnung bezahlen“ und „keine Einschränkungen oder Rationierungen verdienen“.

Griechenland lehnt es ab mit Einsparungen „vor allem Deutschland zu helfen“

Laut Berichten aus Griechenland (Keep Talking Greece) hat man auch in Athen den Vorschlag der EU-Kommission abgelehnt 15 Prozent beim Gasverbrauch einzusparen, bei dem es vor allem darum gehe Deutschland zu helfen, so die Aussage. Der griechische Regierungssprecher sagte heute, dass die griechische Regierung mit dem Vorschlag der EU-Kommission, den Erdgasverbrauch um 15 Prozent zu senken, grundsätzlich nicht einverstanden ist. Man habe seine eigenen Vorschläge vorgelegt.

Portugal ist „total dagegen“

Portugal ist „total gegen“ den EU-Vorschlag der Reduzierung des Gasverbrauchs, da dies die Stromerzeugung durch Gaskraftwerke behindern würde, während das Land mit einer extremen Dürre zu kämpfen hat, so sagt es heute der portugiesische Energieminister Joao Galamba der Zeitung „Expresso“. Der Vorschlag der EU-Kommission gehe nicht auf den spezifischen Wasserkraftbedarf Spaniens und Portugals ein, wo man aufgrund der derzeitigen Dürre gezwungen sei mehr Strom durch Gaskraftwerke zu erzeugen. Der Vorschlag der EU sei „unverhältnismäßig und nicht nachhaltig“, da er zu Stromausfällen führen würde.

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Der Rohstoffexperte Javier Blas bezeichnet diese Ablehnung der drei Südländer aktuell als „Nord gegen Süd 2.0“. Was soll man dazu sagen? Es ist eine Blamage für EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die diesen Plan gestern so stolz präsentiert hatte. Was lernt man daraus? Man sollte besser vorher mit den Mitgliedsländern mal sprechen und ausloten, ob die überhaupt bereit sind so einen Plan zu unterstützen!

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen. Foto: European Parliament – https://www.flickr.com/photos/[email protected]/51988360799/ Lizenz: CC BY 2.0



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6 Kommentare

  1. Ich schlage vor, dass Deutschland dann mehr einspart, so dass wir zumindest, im Durchschnitt, das „von der Leyen“-Ziel von 15% Einsparung erreichen. Das sind wir unseren südlichen EU-Nachbarn schuldig. Solidarität geht in der EU über alles, speziell, wenn sie von Deutschland kommt.

  2. Leider liegen Sie falsch. Haben Sie überhaupt den Artikel gelesen?
    Deutschland hat Jahrzehten lang von billiger Energie aus Russland gelebt. Nicht nur dass die aktuelle Krise ist stark schuld and Deutschland.
    a) Deutschland had die Minsk-Abkommen gehandelt und zusammen mit Frankreich war ein Garante der Ukraine, hat aber nicht gemacht um die Ukraine zu zwingen sie zu implementieren.
    b) Deutschland hat den Bau eines zweites Pipeline aus Russland mit Russland verabredet, hat aber nicht sein Wort gehalten, was die Russen besonderes geärget hat. Die Absage war schon klar vor dem Krieganfang, das klar und laut war im Wahlplan der Grünen.
    c) Die Grünen Minister benehmen sich wie fanatiker, sie war Vorreiter von Energiesanktionen gegen Russland, mehre EU-Länder waren deutlich dagegen, ihre Meinung würde nicht gehört, diese Länder würden in die Deutsche Presse als schleche Europäer bezeichnet. Herr Habeck hat sogar gelogen, dass Russisches Erdöl nicht mehr as 17% der deutschen Importe wäre, es ist über 30%.
    Van der Leyen sucht keine EU-Losung sie versucht nur das Gesicht von Herr Habeck zu bewahren.
    Die Losung ist die energetischen Sanktionen zu nullieren und so gut wie möglich endlich eine friedliche Losung für die Ukraine zu suchen. Wieso hat VDL so was publiziert ohne mit jedem individuellen Land vorher zu besprechen? Es ist wieder eine typische Blamage von VDL.
    Denken Sie bitte dran, wie wollten Sie nicht gebrauchtes Erdgas aus Portugal oder Spanien nach Deutschland transportieren? Machen Sie sich schlau!

    1. EU, was ist das? Habe ich nicht gewählt und eine Von der LEIDEN schon gar. Diese Despotin hat in Bälde samt Ihrem Hofstaat ausgedient.

  3. Es ist wie in einem Irrgarten. Jeder sucht einen Weg, verläuft sich, investiert viel Kraft, bis alle und müde geworden sind…Anschließend sagen Alle, es wäre doch so einfach gewesen, wenn wir die richtigen Abzweigungen gefunden hätten….haben sie aber nicht

    1. @Peter

      „…Jeder sucht einen Weg, verläuft sich, investiert viel Kraft, bis alle und müde geworden sind…“

      Bei uns nur die Urlaubsgäste, wenn sie sich keinen Bergführer leisten wollen.

  4. Es ist erst einmal technisch nicht möglich, das Spanien, durch den Verbraucher eingespartes Gas z. B. an Deutschland leitet, und warum auch. Alle Pipelines, die z. B. Gas nach Frankreich transportieren, arbeiten schon auf Volllast.
    In Deutschland fahren die grünen Ideologen die Energiewirtschaft vorsätzlich gegen die Wand, und in Spanien wird seit vielen Jahren ganz gezielt in eine Energiewende investiert, die keinen Mangel an Energie aufkommen lässt.

    Spanien zeigt der EU und insbesondere Deutschland die Hörner: Nein zum Gas-Einsparungsplan

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=86137

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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