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EU und Türkei: Es gibt auch noch (leicht) positive Konjunkturdaten

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Unglaublich, aber wahr. Es soll dieser Tage auch noch positive Konjunkturdaten geben. Heute können wir Daten aus der EU und der Türkei vermelden, die mal ein paar Augenblicke von den sonstigen gruseligen Zahlen ablenken können – wenn auch nur ein wenig.

Türkei

In der Türkei ist die Inflationsrate für den Monat Mai auf „nur noch“ 18,71% gefallen. Sie lag im Januar noch bei 20,3%, und im September 2018 noch bei 25,2%. Aus dieser Perspektive gesehen sind die aktuellen 18,71% ein guter Fortschritt auf dem Weg hin zu einer Normalisierung. Aber dieser Weg scheint noch sehr, sehr weit zu sein! Die Produzentenpreise für Mai liegen ebenfalls vor. Sie liegen bei 28,71% nach fast 33% im Januar. Auch sie fallen ganz langsam. Und auch 28,7% sind immer noch viel  zu hoch.

Türkei Inflation

EU

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist weiter gesunken. In der Gesamt-EU bleibt sie zwar unverändert, aber da Großbritannien ja bald aus der EU ausscheidet, werden sich die EU-Daten dann größtenteils den Daten der Eurozone annähern! Man muss immer bedenken: Auch wenn die sinkenden Arbeitslosenzahlen gut sind, so zeigen sie doch ein verzerrtes Bild. Denn die tatsächliche Arbeitslosigkeit wird wohl ganz grob geschätzt 30% höher liegen. Denn die statistische Herangehensweise für diese EU-Zahlen (ILO-Methode) basiert darauf, dass Arbeitsagenturen in ganz Europa Arbeitslose aus der Statistik streichen können, wenn sie der Meinung sind, dass sich die Arbeitslosen aktuell nicht aktiv genug um Arbeit bemühen. Aber sei es drum. Hier Eurostat auszugsweise im Wortlaut:

 

Im Euroraum (ER19) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im April 2019 bei 7,6%. Damit verzeichnete sie einen Rückgang gegenüber 7,7% im März 2019 sowie 8,4% im April 2018. Das ist die niedrigste Quote, die seit August 2008 im Euroraum verzeichnet wurde. In der EU28 lag die Arbeitslosenquote im April 2019 bei 6,4%. Damit blieb sie unverändert gegenüber März 2019 und verzeichnete einen Rückgang gegenüber 7,0% im April 2018. Das ist die niedrigste Quote, die seit Beginn der monatlichen Reihen zur EU-Arbeitslosigkeit im Januar 2000 in der EU28 verzeichnet wurde. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht. Gemäß Schätzung von Eurostat waren im April 2019 in der EU28 insgesamt 15,802 Millionen Männer und Frauen arbeitslos, davon 12,529 Millionen im Euroraum. Gegenüber März 2019 verringerte sich die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU28 um 108 000 und im Euroraum um 64 000. Gegenüber April 2018 sank die Zahl der Arbeitslosen in der EU28 um 1,394 Millionen und im Euroraum um 1,147 Millionen.

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Trump will „heute nachmittag“ gegen China zurück schlagen – Märkte geschockt

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Trump esklaliert den Handelskrieg weiter und kündigt für „heute Nachmittag“ (US-Zeit) an, gegen China zurück zu schlagen – es sieht so aus, als wolle er praktisch den Handel amerikanischer Firmen mit China untersagen:

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Trump wittert: wer ist größerer Feind – Xi Jinping oder Powell?

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Und, kaum verwunderlich, Trump reagiert auf die Rede Powells in Jackso Hole mit der Frage, wer der größere Feind sei – Xi Jinoing oder Powell!

Da kommen lustige Zeiten auf uns zu! Unklar ist, was Trump meint mit „without knowing or asking what I am doing, which will be announced shortly.“

Was will er da bald ankündigen?

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EZB-Politik: Mario Draghi mit letztem drastischen Move? Tendenz für Euro eindeutig?

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Es wirkt so als wolle Mario Draghi in „seinem großen Finale“ kurz vor dem Ende seiner Amtszeit nochmal die Mega-Bazooka rausholen. Die EZB-Politik soll (so meinen wir) stärker gelockert werden als bislang von vielen Beobachtern angenommen. Offenbar gibt es hier eine Politik der kleinen Hinweise für den Markt, damit es nicht auf einen Schlag zu große Überraschungen geben wird am 12. September? An dem Tag findet nämlich die Zinsentscheidung der EZB statt.

EZB-Politik in mehreren Bereichen lockern?

Bevor wir zur Gegenwart kommen, ein kurzer Blick zurück. Am 13. August schrieben wir bereits über einen Schock, aufgrund dessen Mario Draghi unbedingt handeln solle. Denn die deutschen Großhandelspreise wurden an dem Tag sogar im deflationären Bereich veröffentlicht. Dies deutet auf weiter fallende Verbraucherpreise (Inflation) hin. Und am 25. Juli hatte Mario Draghi bereits erklärt, dass er die augenblicklich niedrige Inflation in der Eurozone nicht akzeptieren könne. Hier der Chart der EZB. Derzeit liegt die nach EZB-Maßstäben berechnete Inflation bei 1,0%.

Inflation springt nicht an - EZB-Politik wird wohl stark gelockert werden

Dann kam am 15. August der nicht gerade in der ersten Reihe stehende EZB-Offizielle Olli Rehn. Er fand deutliche Worte und forderte, die EZB müsse besser deutlich zu viel machen als zu wenig. Also kräftig Zinsen senken und Anleihen neu kaufen? Und gestern dann folgte das stets trockene und staubig langweilige EZB-Sitzungsprotokoll (hier ganzer Text im Original einsehbar). Es bezog sich auf auf die Sitzung am 25. Juli. Steigt man tief ab in die Details dieses Textes, dann kann man erneut zu dem Schluss kommen, dass man einen großen Schritt plant bezüglich der Lockerung der EZB-Politik für die Verkündung am 12. September.

 

So kann man dem gestern veröffentlichten Protokoll entnehmen, dass die Notenbanker um Mario Draghi dem „Eindruck entgegentreten“ wollen, dass die EZB nicht über die erforderlichen Instrumente verfüge um auf mittlere Sicht den Zielwert des Inflationsziels von 2,0% oder nahe 2,0% zu erreichen. Auch wurde im Protokoll niedergeschrieben, dass man verschiedene Optionen als Teil eines Gesamtpakets an Maßnahmen im Sinn habe. Denn so die EZB „unterschiedliche Instrumente hätten komplementäre und sich gegenseitig verstärkende Effekte“. Daher sei es effektiver verschiedene Instrumente der EZB-Politik zu kombinieren, als nur mit einzelnen Maßnahmen zu agieren.

Wird Mario Draghi zum großen Finale nochmal voll draufhauen?

Also, die EZB-Politik steht vor einem großen Schritt am 12. September. Man darf davon ausgehen, dass Mario Draghi wohl eine Kombination aus weiter sinkenden Zinsen und neuen Anleihekäufen verkünden wird? Da wird es aber brisant. Denn bislang gilt die durch die EZB selbst erstellte Regel, dass man bei Staatsanleihen aus der Eurozone maximal ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Mitgliedslandes aufkauft. Bisher betonte Mario Draghi stets, dass die EZB-Politik in diesem wichtigen Detail eingehalten werde. Aber wie es eben so ist mit Regeln, die man selbst aufstellen kann. Dann wird diese Grenze von 33% vielleicht durch die EZB angehoben? Vielleicht auf 40%? Man wird sehen. Die EZB versucht natürlich den Anschein zu vermeiden sie würde verbotene Staatsfinanzierung betreiben. Deswegen diese selbst auferlegte Begrenzung der Käufe. Aber wo ist hier eine sinnvolle Maximalgrenze? Das liegt wohl im Auge des Betrachters?

Tendenz für Euro eindeutig?

Im folgenden Chart sieht man den Verlauf von Euro vs US-Dollar in den letzten 12 Monaten. Er fiel von 1,18 auf 1,1055. Die Tendenz sollte weiter abwärts gerichtet sein. Denn je schwächer die Geldpolitik, desto schwächer die Währung. Natürlich gilt: Lockern ausländische Notenbanken noch stärker, wird die gegenüberliegende Währung im betrachteten Währungspaar noch schwächer, und der Euro steigt wieder. Aber im Fall der USA sieht man ja, dass die US-Konjunktur deutlich besser läuft als Europa. Also kann die Fed gar nicht so kräftig lockern, wie es die EZB im September wohl tun wird. In gewissem Umfang hat der Devisenmarkt die bevorstehende Lockerung der EZB-Politik schon im Euro verarbeitet. Aber es ist gut möglich, dass der Euro sich noch weiter abschwächt, weil die Erwartungen des Markets an den Umfang der Lockerungen noch zu gering sind. Niemand kann sagen, was die EZB genau tun wird. Man kann nur Vermutungen anstellen, und aufgrund der öffentlich einsehbaren Äußerungen Tendenzen erkennen. Und nach unserer Meinung steht eine deutliche Lockerung bevor. Also, Euro shorten? Puhhhhh. Bitt entscheiden Sie das selbst. Wir geben hier keinerlei Handelsempfehlungen!

Euro vs USD seit September 2018

EZB-Politik vor erneuter Lockerung - kreative Grafik mit EZB-Logo
Grafik: DonkeyHotey – Planet of the Euros – Cartoon CC BY 2.0

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