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Europa will unabhängiger von Dollar-Zahlungen werden und den Euro stärken

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Wer träumt nicht davon in der europäischen Politik und Wirtschaft? Wie abhängig man doch von den USA, den US-Banken und dem Dollar-System ist, sieht man beispielsweise an den jüngst verhängten Iran-Sanktionen. Wer weiterhin mit dem Iran Geschäfte macht, droht als Unternehmen global finanziell ausgeknipst zu werden. Wohl auch deswegen versucht die EU-Kommission mit einer breit aufgestellten Initiative den Euro in allen Bereichen zu stärken.

Weltweit soll mehr in Euro gezahlt werden. Unternehmen und Staaten in Europa sollen vor allem deutlich mehr ihrer Importe in Euro bezahlen, und eben nicht mehr in US-Dollar. Denn bei Rohstoff-Importen geht es um die ganz großen Summen. Und eine Währung, die weltweit zum Bezahlen von Gütern benutzt wird, steigt auch in ihrer Wichtigkeit und Anerkennung. Es geht auch um finanzielle Autonomie Europas von den USA. Heute nun hat die EU-Kommission ihr Grundsatzpapier vorgestellt.

So skizziert die Kommission heute die Vorteile einer stärkeren Rolle des Euro für die EU und das internationale Finanzsystem. Darüber hinaus lege man heute konkrete Initiativen vor, unter anderem für einen vertieften europäischen Finanzsektor. Marktteilnehmer werden befragt, wie der Euro im globalen Handel mit Öl und Gas, Metallen, Mineralien und Agrarrohstoffen ebenso wie etwa Flugzeugen an Bedeutung gewinnen könnte. Hier zunächst einige Aussagen der EU-Kommission im Wortlaut:

In seiner Rede zur Lage der Union vom September 2018 hatte Präsident Juncker die strategische Bedeutung des Euro betont und hervorgehoben, dass die einheitliche Währung auf dem internationalen Parkett die Bedeutung erlangen müsse, die ihr zustehe.

„Der Euro ist eine junge, aber erfolgreiche Währung. Es ist an der Zeit, dass der Euro nun auch weltweit mehr an Bedeutung gewinnt“, sagte heute der für den Euro zuständige Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis. „Die heutigen Vorschläge sollen einen Prozess in Gang setzen, der nur dann gelingen kann, wenn die EU, die Mitgliedstaaten, die Marktteilnehmer und andere Akteure an einem Strang ziehen.“

Miguel Arias Cañete‚ EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie wies darauf hin, dass die EU mit Energieimporten von durchschnittlich 300 Mrd. Euro jährlich der weltweit größte Energieimporteur ist. Wenn der Euro eine größere Rolle bei Energieinvestitionen und im Energiehandel spiele, werde dies die Autonomie der europäischen Unternehmen und die Versorgungssicherheit in der Energieunion stärken.

Wirtschafts- und Finanzkommissar Pierre Moscovici erklärte: „Fortschritte bei der Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion sind nicht nur erforderlich, um hierzulande Wachstum und Stabilität zu fördern, sondern spielen auch eine große Rolle für die Autonomie Europas in einer globalisierten Welt.“

Hier die Maßnahmen, die man konkret angehen möchte. Zitat:

Breitere Nutzung des Euro in strategischen Schlüsselsektoren

Die Kommission appelliert auch an die Mitgliedstaaten, die breitere Verwendung des Euro in strategischen Sektoren zu fördern. Obwohl europäische Unternehmen auf zentralen strategischen Märkten nicht nur Großabnehmer, sondern auch Großproduzenten sind, handeln sie dort nach wie vor in US-Dollar, oft sogar untereinander. Dadurch sind die Unternehmen Währungsrisiken und politischen Risiken ausgesetzt, etwa durch einseitige Entscheidungen, die Dollargeschäfte unmittelbar treffen. Vor diesem Hintergrund hat die Kommission heute eine Empfehlung angenommenen, die eine breitere Nutzung des Euro in internationalen Energieabkommen und -geschäften fördern soll. Dies wird europäischen Unternehmen zu mehr Autonomie verhelfen und bei ihren Finanzierungen das Risiko rechtlicher Schritte durch Drittländer verringern. Damit wird zum Ziel der EU beigetragen, eine Energieunion zu schaffen, die eine sichere, tragfähige und zugängliche Energieversorgung sicherstellt. Darüber hinaus wird die Kommission eine Reihe gezielter Konsultationen von Interessenträgern durchführen und im Sommer 2019 über die Ergebnisse berichten.

Die Kommission wird eine Konsultation zum Marktpotenzial für mehr auf Euro lautende Transaktionen in den Bereichen Öl, Raffinerieprodukte und Gas einleiten.

Im Bereich Rohstoffe (Metalle und Mineralien) sowie Agrar- und Nahrungsmittelerzeugnisse wird die Kommission die Interessenträger dazu befragen, wie der auf Euro lautende Handel ausgeweitet werden könnte.

Bei einer weiteren Konsultation soll in Erfahrung gebracht werden, mit welchen Maßnahmen die Verwendung des Euro durch Hersteller im Verkehrssektor gefördert werden könnte.

Und weiter heißt es Zitat:

Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion, der Bankenunion und der Kapitalmarktunion. Nur sieben der 40 zentralen Vorschläge, die die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt hat, sind schon verabschiedet;

zusätzliche Maßnahmen zur Förderung eines tiefen europäischen Finanzsektors mit stärkeren europäischen Finanzmarktinfrastrukturen; solide Referenzzinssätze und integriertes Sofortzahlungssystem in der EU;

auf den internationalen Finanzsektor abstellende Initiativen: laufende Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken zur Wahrung der Finanzstabilität; Erhöhung des auf Euro lautenden Anteils an den Anleiheemissionen europäischer Einrichtungen; Ausbau der Wirtschaftsdiplomatie zur Förderung der Euro-Nutzung und Bereitstellung technischer Hilfe zur Verbesserung des Zugangs ausländischer Akteure zum Euro-Zahlungssystem, insbesondere im Rahmen der europäischen Investitionsoffensive für Drittländer.

Juncker - Euro
Jean-Claude Juncker in einer heutigen Sitzung in Brüssel. Foto: © European Union , 2018 / Source: EC – Audiovisual Service

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Übelkeit

    5. Dezember 2018 17:48 at 17:48

    Wenn man von seinem Verbündeten den USA mittels Dollar in Geiselhaft genommen werden kann muss man eben eigene Wege gehen. Ein wichtiger und richtige Schritt. Ich fürchte Deutschland sieht das Gold, welches in den USA lagert nie wieder.

    Und der Russe lacht sich ins Fäustchen. Alle Anleihen bereits verkauft. Fleißig Gold gehortet, da kann der Dollar Crash ruhig kommen.

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Devisen

Bank of Canada: Absage an höhere Zinsen, CAD verliert

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Die Bank of Canada hat soeben ihre Zinsentscheidung verkündet. Der Leitzins bleibt unverändert und wie es zu erwartem war bei 1,75%. Damit gibt es seit vier Entscheidungen einen Stillstand auf diesem Niveau (Grafik).

Die globale Wirtschaft habe sich schwächer entwickelt als bei der letzten Beurteilung im Januar, so die Notenbank. Sinngemäß kann man sagen, dass die Bank of Canada erstmal weiter abrückt von höheren Zinsen.

Der kanadische Dollar reagiert gegen den US-Dollar mit Schwäche. USDCAD steigt um 70 Pips auf 1,3510.

Hier der Text der Bank of Canada im Wortlaut:

Global economic growth has slowed by more than the Bank forecast in its January Monetary Policy Report (MPR). Ongoing uncertainty related to trade conflicts has undermined business sentiment and activity, contributing to a synchronous slowdown across many countries. In response, many central banks have signalled a slower pace of monetary policy normalization. Financial conditions and market sentiment have improved as a result, pushing up prices for oil and other commodities.

Global economic activity is expected to pick up during 2019 and average 3 ¼ per cent over the projection period, supported by accommodative financial conditions and as a number of temporary factors weighing on growth fade. This is roughly in line with the global economy’s potential and a modest downgrade to the Bank’s January projection.

In Canada, growth during the first half of 2019 is now expected to be slower than was anticipated in January. Last year’s oil price decline and ongoing transportation constraints have curbed investment and exports in the energy sector. Investment and exports outside the energy sector, meanwhile, have been negatively affected by trade policy uncertainty and the global slowdown. Weaker-than-anticipated housing and consumption also contributed to slower growth.

The Bank expects growth to pick up, starting in the second quarter of this year. Housing activity is expected to stabilize given continued population gains, the fading effects of past housing policy changes, and improved global financial conditions. Consumption will be underpinned by strong growth in employment income. Outside of the oil and gas sector, investment will be supported by high rates of capacity utilization and exports will expand with strengthening global demand. Meanwhile, the contribution to growth from government spending has been revised down in light of Ontario’s new budget.

Overall, the Bank projects real GDP growth of 1.2 per cent in 2019 and around 2 per cent in 2020 and 2021. This forecast implies a modest widening of the output gap, which will be absorbed over the projection period.

CPI and measures of core inflation are all close to 2 per cent. CPI inflation will likely dip in the third quarter, largely because of the dynamics of gasoline prices, before returning to about 2 per cent by year end. Taking into account the effects of the new carbon pollution charge, as well as modest excess capacity, the Bank expects inflation to remain around 2 per cent through 2020 and 2021.

Given all of these developments, Governing Council judges that an accommodative policy interest rate continues to be warranted. We will continue to evaluate the appropriate degree of monetary policy accommodation as new data arrive. In particular, we are monitoring developments in household spending, oil markets, and global trade policy to gauge the extent to which the factors weighing on growth and the inflation outlook are dissipating.

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