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EZB-Schnabel: „Neues Zeitalter der Energieinflation – Klimaflation, Fossilflation und Greenflation“

Wir erinnern uns noch? EZB-Direktorin Isabel Schnabel sprach vor noch nicht all zu langer Zeit von einer nur vorübergehend höheren Inflation. Das sei alles beherrschbar und schnell wieder vorbei, so kann man sinngemäß ihre Aussagen noch vor Monaten zusammenfassen. Jetzt kann man auf den Ukraine-Krieg als Verursacher für eine deutlich stärkere und länger anhaltende Inflation verweisen? Heute Nachmittag hat Isabel Schnabel einen Vortrag gehalten mit dem Titel „Ein neues Zeitalter der Energie-Inflation: Klimaflation, Fossilflation und Greenflation“. Das ist mal eine Ansage! Hier einige ihrer Aussagen.

Isabel Schnabel über den dreifachen Schock bei der Inflation

Europa und die Welt stehen ihrer Aussage nach vor einem Wendepunkt. Während sich die menschliche Tragödie in der Ukraine vor unseren Augen abspielt, treiben die steigenden Rohstoffpreise die Inflation in vielen Ländern auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren, und erfordern eine grundlegende Änderung der Energiepolitik, so die Worte von Isabel Schnabel. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern gelte heute nicht nur als Gefahr für unseren Planeten, sondern werde auch zunehmend als Bedrohung für die nationale Sicherheit und unsere Werte Freiheit und Demokratie angesehen. Erneuerbare Energien sind laut Isabel Schnabel „Freiheitsenergien“, wie es der deutsche Finanzminister Christian Lindner kürzlich formulierte. Neue Technologien und Anlagen für erneuerbare Energien seien eine Investition in unsere Zukunft. Es habe einen Preis, wenn man den Übergang zu einer grünen Energieversorgung in einem Tempo vollzieht, das dem doppelten Ziel des Schutzes unseres Planeten und unseres Selbstbestimmungsrechts entspreche. Aber dieser Preis, einschließlich der steuerlichen Unterstützung, die zum Schutz der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft erforderlich ist, sei es wert gezahlt zu werden.

Während man eine nachhaltigere Wirtschaft aufbaue, stehen man vor einem neuen Zeitalter der Energie-Inflation mit drei unterschiedlichen, aber miteinander verbundenen Schocks, die zu einer längeren Phase des Aufwärtsdrucks auf die Inflation führen dürften. Der erste Schock steht ihrer Aussage nach im Zusammenhang mit den Kosten des Klimawandels selbst, der so genannten „Klimaflation“. Der zweite Schock, die „Fossilflation“, sei für einen Großteil des jüngsten starken Anstiegs der Inflation im Euroraum verantwortlich. Im Februar entfielen ihrer Aussage nach mehr als 50 Prozent der gesamten Inflation im Euroraum auf den Energiebereich, was vor allem auf die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise zurückzuführen sei. Die Auswirkungen der dritten Kategorie von Schocks, der „grünen Inflation“, seien subtiler. Viele Unternehmen würden ihre Produktionsverfahren anpassen, um die Kohlenstoffemissionen zu verringern. Die meisten grünen Technologien würden jedoch erhebliche Mengen an Metallen und Mineralien wie Kupfer, Lithium und Kobalt erfordern, insbesondere in der Übergangsphase.

Die Geldpolitik der EZB kann das nicht ignorieren

Die Frage, wie die Geldpolitik (der EZB) auf diesen Preisdruck reagieren sollte, ist laut Aussage von Isabel Schnabel zum Gegenstand intensiver Diskussionen geworden. Es seien Bedenken geäußert worden, dass die Geldpolitik den Aufbau einer weniger kohlenstoffintensiven Wirtschaft verlangsamen oder sogar behindern könnte, wenn sie auf die höhere Energiepreis-Inflation mit einer Rücknahme der geldpolitischen Anreize reagiert. Schließlich wirken sich die Zinssätze direkt auf die Kapitalkosten und damit auf den Anreiz zu Investitionen in umweltfreundlichere Technologien aus. Es seien zwei konkrete Vorschläge unterbreitet worden, wie die Zentralbanken eine höhere Energiepreis-Inflation auch dann durchschauen könnten, wenn sie zu einer längeren Phase der Inflation über unserem 2 Prozent-Ziel beiträgt. Beide Vorschläge seien jedoch mit erheblichen Mängeln behaftet.

Der erste Vorschlag bestehe darin das Inflationsziel anzuheben. Dabei gehe es darum die inflationären Auswirkungen des grünen Übergangs durch eine Verschiebung der Zielvorgaben der Zentralbanken zu internalisieren. Ein höheres Ziel würde automatisch den Bedarf an politischen Anpassungen verringern. Im vergangenen Jahr habe die EZB im Rahmen der Überprüfung der geldpolitischen Strategie eine eingehende Bewertung durchgeführt, um das optimale Inflationsziel für den Euroraum zu ermitteln. Es gab Argumente, die für eine Anhebung des Ziels sprachen. Die Argumente gegen ein höheres Inflationsziel stützten sich auf drei Hauptpunkte. Erstens bestehe erhebliche Unsicherheit darüber, ob der seit Jahren anhaltende Rückgang der Realzinsen in Zukunft anhalten wird. Zweitens erhöht ein höheres Inflationsziel die Kosten der Inflation, die wahrscheinlich nichtlinear sind. Das derzeitige Umfeld zeigt laut Isabel Schnabel anschaulich, welche Belastung die Bevölkerung durch höhere Inflationsraten erfährt. Drittens: Wenn die Zentralbanken beschließen würden, ihre Zielvorgaben zu verschieben, wenn sie ihr Ziel nicht erreichen, würden sie mit Sicherheit an Glaubwürdigkeit und öffentlichem Vertrauen verlieren.

Der zweite Vorschlag sieht vor, die Ausrichtung der Geldpolitik mit einem engeren Fokus auf Messgrößen für die zugrunde liegende oder Kerninflation festzulegen, die volatilere Posten wie Energie ausschließen.Es gibt laut Isabel Schnabel zwei Hauptprobleme mit dieser Idee. Erstens betrachten die Zentralbanken in der Regel ausschlussbasierte Messgrößen, um zwischen Signal und Rauschen zu unterscheiden. Dabei werden oft die volatilsten Posten ausgeklammert – Preise, die stark schwanken, sind mittelfristig nicht so relevant für die Inflation. Der grüne Übergang werde dieses Argument wahrscheinlich auf den Kopf stellen, wenn es um Energie geht. Zweitens gebe es einen Grund, warum sich die meisten Zentralbanken weltweit, einschließlich der EZB, auf die Gesamtinflation konzentrieren – sie sei ein umfassendes Maß, das die Ausgaben der Haushalte am besten wiedergibt und somit den besten Anhaltspunkt für einen umfassenden und wirksamen Schutz ihrer Kaufkraft bietet.

Wie die EZB den grünen Übergang unterstützen soll

Laut Aussage von Isabel Schnabel kann die EZB den „grünen Übergang“ unterstützen. So könne man den eigenen geldpolitischen Handlungsrahmen weiter ökologisch gestalten. Das Ziel der EZB sei es ihr Instrumentarium so weit und so schnell wie möglich auf die Ziele von Paris abzustimmen. In der Praxis bedeute dies, dass die EZB unter den Instrumenten, die man für gleichermaßen wirksam halte, diejenigen auswählen wird, die auch zu den Umweltzielen der EU beitragen. Gegenwärtig gebe es noch beträchtliche operationelle Hindernisse.

Und man müsse die gemeinsamen Anstrengungen zur „Ökologisierung der Finanzmärkte“ verstärken. Die Geldpolitik sei eine nachfrageseitige Politik, die mit dem Konjunkturzyklus schwankt. Sie könne keine strukturelle Unterstützung für den grünen Übergang bieten. Jede politische Maßnahme müsse in erster Linie einem geldpolitischen Zweck dienen. Die Finanzmärkte seien da anders. Sie könnten laut Aussage von Isabel Schnabel eine dauerhafte Plattform bieten, um Finanzmittel in grünere und nachhaltigere Projekte zu lenken, vorausgesetzt, die externen Effekte des Klimawandels sind klar und deutlich sichtbar, was heute noch nicht der Fall sei. Die Zentralbanken könnten beim Aufbau dieser Plattform helfen. Die EZB habe eine wichtige Rolle als Katalysator in der Finanzindustrie.

Schlussfolgerungen von Isabel Schnabel

Der jüngste messbare Anstieg der Inflation im Euroraum und der in nächster Zeit zu erwartende Aufwärtsdruck auf die Preise machen deutlich, wie dringend man den ökologischen Wandel beschleunigen müsse. Eine möglichst schnelle und konsequente Abkehr von fossilen Brennstoffen wird laut Isabel Schnabel jedoch nicht ohne höhere Kosten möglich sein. Die Maßnahmen, die notwendig sind, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen und sowohl unseren Planeten als auch das Recht freier Gesellschaften auf territoriale Integrität und Unabhängigkeit zu schützen, würden ein neues Zeitalter der Energiepreis-Inflation einläuten. Die Bewältigung dieser Episode werde Solidarität und politische Zusammenarbeit auf allen Ebenen erfordern.

Die Geldpolitik werde bei diesem Übergang eine wichtige Rolle spielen. Sie werde die Kaufkraft der Menschen schützen, indem sie dafür sorgt, dass sich die derzeitige langwierige Phase hoher Inflation nicht in den Erwartungen verfestigt, und gleichzeitig fördernd für Wachstum und Beschäftigung wirken. Die EZB werde ihre Politik so schnell wie möglich mit den Zielen von Paris in Einklang bringen, damit alle Maßnahmen, die man im Rahmen seines primären Mandats ergreift, zur Ökologisierung unserer Volkswirtschaften beitragen und die Anreize zur Beschleunigung des grünen Übergangs nicht untergraben. Und man werde seine Anstrengungen zur Ökologisierung des operativen Rahmens verstärken und auf Maßnahmen hinarbeiten, die die Rolle der Finanzmärkte bei der Bereitstellung des für den Aufbau einer nachhaltigeren Wirtschaft erforderlichen Kapitals stärken.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel
Isabel Schnabel. Foto: EZB (CC BY-NC-ND 2.0)



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15 Kommentare

  1. Es wird also für die Zukunft in Kauf genommen ,dass „inoffiziell“ Millionen von Menschen hungern bzw.
    verhungern oder sterben ? Von Statistiken und Erwartungen wird man sich kein Essen kaufen können oder im Winter heizen.
    Das alles Entscheidende ist Vertrauen in eine Währung – in ein Finanzsystem.Alles andere ist Theorie !
    Frau Schnabel schafft sich hier eine Welt wie sie ihr gefällt – nach den zahlreichen Flüchtlingen denen wir natürlich aus der Ukraine kommend helfen,wird leider die nächste Flüchtlingswelle durch ansteigende
    Nahrungsmittel und Rohstoffpreise aus dem afrikanischen Kontinent entgültig die Sozialsysteme Deutschlands zum Einsturz bringen.Bei Ausfall Deutschlands als Bürgen- wird die EZB und der EUR
    dann noch real Bestand haben ?

  2. Es wird besonders wichtig für die EZB sein, dass die Sparer nicht ihre bunten Zettel von der Bank abholen wollen, und sie gegen Sachwerte (auch Lebensmittel) eintauschen wollen. Auch inflationsbedingte Lohnverhandlungen sollen so weit wie möglich in die Zukunft verschoben werden.
    Preissteigerungen waren vorauszusehen, nachdem die Großhandels- und Erzeugerpreise schon im letzten Jahr stark anzogen.
    Aber Russland liefert noch Gas, Öl und Kohle nach Deutschland.
    Die ukrainische Regierung wirft dem Westen vor, dass mit dem Geld für Russlands Energielieferung der Krieg von Putin finanziert wird. Aber die Ukraine kauft selbst Gas aus Russland. Finaziert also Russland den Krieg gegen sich selbst.
    Mal sehen ob die Felder in der Ukraine bestellt werden können und Russland noch Düngemittel in den Westen liefert, sonst wird es eng mit Lebensmittel, und auch sehr teuer.
    Die Spediteure streiken in Spanien. Die Regale in den Supermärkten sehen sehr, sehr leer aus.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Mein Gott – was für ein Geschwafel! Und die Inflation mit Zahlen- und Statistik-Tricks bekämpfen – was für eine tolle Idee…

    1. Das sind Ökonomen @Lausi. Was haben sie da erwartet? Solche Leute können nur dummes theoretisches Geschwafel, weil die in ihrem theoretischen Horizont gefangen sind.

  4. In Zeiten der D-Mark waren unsere Währungshüter dazu verpflichtet, die Geldwertstabilität zu sichern, wenn es
    auch Wirtschaft und Politik nicht passte. Damit war die D-Mark eine Währung, die allen wirtschaftlichen Schwankungen gerecht wurde. Heute ist die EZB, die ebenfalls auch einzig und allein der Geldwertstabilität verpflichtet ist, zur Vollkaskoversicherung für alle möglichen Risiken der Euro-Länder geworden. Wieso ist die EZB für Gas, Öl und Klima verantwortlich? Sie ist durch diesen Eingriff für die seit Jahren gallopierende Schuldenorgie verantwortlich!!
    Man kann Schweden, Dänemark, Norwegen, Polen, Ungarn usw. nur gratulieren, dass sie ihre eigene Währung behalten haben.
    Nach dem Brexit hat man uns eingeredet, dass das englische Pfund massiv einbrechen werde? Wo steht es heute!
    Die lateinische Münzunion hat us gezeigt, dass Währungsunionen nicht von bestand sind. Die Uhr tickt.

  5. „Grüne Übergang“ ist ein schöner Euphemismus für die Rückkehr ins Mittelalter. Ja, ja, die Hirnverflüssigung im sogenannten Westen hat inzwischen endemische Ausmaße angenommen.
    Aber die Evolution wird das zeitnah korrigieren.

  6. Ein Mix aus VWL-Sprech + grüner Werbetexterei mit abscheulichen Neologismen wird die Länder der EU auch nicht retten.

    Im Grunde möchte ich die EU mögen, ich habe auch keine Idee zu institutionellen Reformen, aber warum ist alles so schlecht, was von da kommt?

    Im Grunde haben die europäischen Nationalstaaten, aber auch die EU wirklich passable Institutionen. Es ist nicht so, dass da große Strukturreformen nötig wären. Strukturen, Institutionen, Werkzeuge usw. zu bauen

    1. @Schmidt-Fan: Als erstes sollte in der EU das unsägliche Einstimmigkeitsprinzip abgeschafft werden – ein Hemmschuh sondern Gleichens… Und bei der EZB ist Deutschland ja sooo über den Tisch gezogen worden: Zuerst ein Stimmrecht, was an einen Witz grenzt, und dann diese Abzocke per Target2-Salden – also nee… Und das sage ich als links-grün Verseuchter – einfach aufgrund meines gesunden (;-) Menschenverstandes…

  7. Atomkraft. Ja bitte!

    Ich bin sehr Froh, dass ich auf Uranaktien gesetzt habe. Irgendetwas muss man ja gegen die Inflation unternehmen.

    https://de.investing.com/analysis/uran-auf-10jahreshoch-sorge-vor-wegfall-russischen-angebots–uranaktien-im-aufwind-200471834

    Und die Energiewende läuft im Rest der Welt anders und wirtschaftlicher ab als in Deutschland

    An alle deutschen Grünfanatiker und Möchtegern Weltretter: Ich könnt euch noch so viel darüber künstlich Aufregen, das ändert rein Garnichts in der Welt)

    1. Ja, richtig, wenn alleine die russischen Erdgas-Lieferungen nach Deutschland ersetzt werden sollen, benötigen wir 40 bis 50 Atomkraftwerke. Die müssen ja nicht in Deutschland stehen, sondern das europäischeAusland kann sie ja bauen, und dann Deutschland den Strompreis diktieren. Oder die deutschen Industrien ziehen gleich dort hin, wo der Strom billiger ist. Ist ja auch besser, als für immer zu schließen.
      Auch die etwa nötigen 30.000 Windräder sind keine Lösung, denn dann werden riesige Speicher benötige. Im Moment reichen die Speicher in Deutschland aus, um Deutschland etwa 10 Minuten mit Strom zu versorgen.
      Und ratet doch mal was passiert, wenn z. B. ein neues Pumpenspeicherkraftwerk gebaut werden soll.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    2. Sind Sie über ein ETF investiert?

      1. Atomkraft. Ja bitte!

        @ Schmidt-Fan

        Ja. Unter anderem…

        Sprott physical uranium trust

        Das ist das einzige ETF, da ich physisches Uran nicht selber lagern kann ;-) Halte ich aber auch nur als Risikoinvest.

        Grundsätzlich kaufe ich ansonsten nur direkt Minenaktien. Nur Aktien sind wirkliche Sachwerte.
        Eine Streuung des Risikos kann man auch selber über die Anlage in verschiedene Minen erreichen.

        Ansonsten halte ich ETF’s für zu Risikoreich und keine gute Anlage für Krisensituationen (Crash am Markt).

        Fonds können im Regelfall Aktien verleihen (an wen, bleibt meist deren Geheimnis) oder bilden einen Index über Derivategeschäfte (Swaps etc. hohes Risiko) nach. Kommt halt darauf an, was man erworben hat.

        Wenn der Emittent eines ETF sich verzockt, dann sind die Anleger wahrscheinlich die letzten in der Schlange der geprellten Gläubiger ;-)

        Daher würde ich nur ETF’s kaufen, bei denen ich mir sicher bin, dass der Emittent die Sachwerte auch wirklich besitzt…

        Selbst die Verbraucherzentralen listen die Nachteile von ETF’s auf. Daher sind ETFs auch kein Allheilmittel und birgen ein meines Erachtens unterschätztes Risiko.

        https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/welche-vorteile-und-welche-nachteile-haben-etfs-16603

        1. Danke!

          Ich habe mir die Kurse von einigen Minengesellschaften angeschaut, die als Komponenten der ETFs hier gelistet sind

          https://www.etfs.de/uran-etf/

          Viele rangieren am ATH, wie die ETFs auch. Das ist nicht so mein Fall. Ich kann nicht abschätzen wieviel spekulative Überhitzung gerade im Markt ist, vermute aber Übertreibungen. Kernkraftwerke werden geplant, in Betriebt genommen und stillgelegt, aber selbst in China ist im vergangenen Jahr nur ein neuer Reaktorblock (Tianwan 6) ans Netz gegangen:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernkraftwerke

          Das ist keine Branche mit einer stürmischen Entwicklung. Wieso verdoppeln sich dann die Preise für Aktien von Minengesellschaften innerhalb eines Jahres? Gesetzt den Fall, was ich nicht glaube, aber auch nicht ausschließen will, dass auch im Westen wieder welche gebaut werden, dann dürften wir die ersten neuen AKWs in den 2030-er Jahren sehen.

          1. Atomkraft. Ja bitte!

            „Das ist keine Branche mit einer stürmischen Entwicklung. Wieso verdoppeln sich dann die Preise für Aktien von Minengesellschaften innerhalb eines Jahres?“

            Es kommt nicht nur auf den Bau von Atomkraftwerken an, sondern vor allem auf das Angebot und die Nachfrage nach dem Rohstoff, Uran.

            Auf der Angebotsseite gibt es zur Zeit einige Risiken. Die USA erwägen ein Importverbot von russischem Uran = Weniger Angebot bei gleicher bzw. steigender Nachfrage= höhere Uranpreise= tendenziell höhere Gewinne von Uranminen oder Explorern…

            https://www.wallstreet-online.de/nachricht/15183828-goldinvest-de-verwundbar-globale-uranversorgung-russlands-einfluss

            https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-03/55546436-strahlende-hausse-am-uranmarkt-die-usa-erwaegen-ein-importverbot-fuer-uran-aus-russland-669.htm

            Wie sich das weiterentwickelt kann niemand sagen…..Die stürmische Entwicklung wird aber ehr am Rohstoffmarkt bzw. Uranmarkt, also beim Uranpreis stattfinden…

            https://de.tradingeconomics.com/commodity/uranium

            No Risk, no Fun ;-)

  8. Ich bin absolut entsetzt wie offen inzwischen das Mandat der EZB ignoriert wird.Die EZB ist zuständig für die Stabilität des EU Finanzsystems sowie die Geldwertstabilität des Euros (2% Inflation sind auch keine Stabilität.. aber gut, das ist Konsenz unter Ökonomen, dass ein bisschen Inflation wünschenswert ist, also drücke ich hier mal ein Auge zu). Für sonst nix.

    Insbesondere:

    Nicht bekämpfen des Klimawandels,
    Nicht herbeiführen der Energiewende,
    Nicht Steuerung der Geldströme in bestimmte „gewünschte“ Assets
    Nicht Staatsfinanzierung von Staaten, die nicht mit Geld umgehen können oder wollen

    Für alle oben genannten Punkte haben wir gewählte Regierungen in jedem Land die sich darum kümmern können, oder eben auch nicht. Sollten diese es jemals wollen, dass die EZB ihnen hilft, sind sie durchaus in der Lage das Mandat der EZB zu erweitern. Das haben sie bisher nicht getan.

    Also liebe EZB:

    Lasst es bitte!

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