Allgemein

EZB unzufrieden beim Klimastresstest – und Euro-Crash und Inflation?

Unter der genialen Führung der EZB wird der grüne Wandel bald in das schwarze Loch fallen

EZB Klimastresstest Inflation Euro

Eigentlich sollte man meinen, dass sich die EZB vorrangig um ihr Mandat kümmert: nämlich die Sicherstellung der Preisstabilität angesichts einer Inflation von 8,6% in der Eurozone – aber weit gefehlt, die europäische Notenbank fokussiert sich offenkundig eher auf Klimapolitik und hat heute dazu die Ergebnisse des sogenannten „Klimastresstests“ für Banken vorgelegt.

Der Klimastresstest der EZB und das erfundene Mandat

Warum müssen sich die von der EZB beaufsichtigten Banken diesem „Klimastresstest“ unterziehen? Ist die EZB nun etwa auch für Klimapolitik zuständig? Die seltsame Antwort lautet: ja, ist sie. Sie hat sich selbst dazu ermächtigt – gewissermaßen mit einem Trick: der Klimawandel bedrohe die Finanzstablität, also müsse die EZB sich eben um den Klimawandel kümmern und die sich daraus ergebenden Risiken bei den von ihr beaufsichtigten Banken in den Fokus nehmen. Also hat die EZB die unter ihrer Aufsicht stehenden Banken diesem Klimastresstest unterzogen – es geht vor allem um die Frage, wie stark die Banken jenen Unternehmen Kredite geben, die besonders CO2-intensiv und damit als „nicht nachhaltig“ eingestuft sind.

Dabei hatte die EZB hatte den Klimastresstest in drei Module aufgeteilt:

„Insgesamt nahmen 104 bedeutende Banken an dem Test teil. Dieser bestand aus drei Modulen, in denen die Institute Informationen bereitstellen sollten. Diese betrafen a) ihre eigenen Kapazitäten für Klimastresstests, b) ihre Abhängigkeit von kohlenstoffintensiven Branchen und c) ihre Ergebnisse in den verschiedenen Szenarien über mehrere Zeithorizonte.“

Und die europäische Notenbank ist offenkundig sehr unzufrieden mit dem heute vorgelegten Ergebnis:

„Die Ergebnisse des ersten Moduls zeigen, dass rund 60 % der Banken noch keinen Rahmen für Klimastresstests haben. Entsprechend beziehen die meisten Banken Klimarisiken nicht in ihre Kreditrisikomodelle ein. Gerade einmal 20 % berücksichtigen Klimarisiken als eine Variable bei der Kreditvergabe.“

Böse Banken.

Aber es kommt noch schlimmer:

„Das zweite Modul des Tests hat ergeben: Insgesamt stammen die Erträge der Banken aus Geschäften mit Nichtfinanzunternehmen zu mehr als zwei Dritteln aus Branchen mit hohen Treibhausgasemissionen.“

Auch das dritte Modul zeugt Ergebnisse, die die EZB eher suboptimal findet:

„Der Stresstest zeigt, dass sich die Kredit- und Kursverluste in dem Szenario eines kurzfristigen ungeordneten Übergangs und in den beiden auf physischen Risiken basierenden Szenarien bei den betreffenden 41 Banken insgesamt auf rund 70 Mrd € belaufen. Dieser Betrag entspricht jedoch bei Weitem nicht dem tatsächlichen klimabezogenen Risiko, sondern lediglich einem Bruchteil davon, da a) in dieser frühen Phase nur wenig Daten verfügbar sind, b) die Prognosen der Banken die Klimafaktoren nur ansatzweise erfassen, c) wirtschaftliche Abschwünge und Zweirundeneffekte in den Szenarien nicht berücksichtigt werden und d) die durch den Test erfassten Risikopositionen nur rund ein Drittel der gesamten Risikopositionen der 41 Banken ausmachen“.

Da droht der ganz schnelle Untergang der Banken.

Wir erlauben uns an dieser Stelle aber folgende Frage: hat die EZB auch einmal einen Test gemacht, wie sehr ihre eigene Poltiik der negativen Einlagezinsen den Banken geschadet hat? Wieviele Milliarden dadurch verloren wurden – und warum so die europäischen Banken im internationalen Vergleich zu Zwergen mutiert sind? Die Antwort ist: nein.

EZB tut nichts gegen die Inflation – der Euro stürzt ab

Was aber tut die EZB gegen Inflation und Euro-Crash, die uns alle mindestens ebenso angehehen wie der Klimawandel? Nach wie vor kauft die Notenbank Anleihen und schüttet damit weiter Liquidität ins System. Der Inflation von derzeit 8,6% will man demnächst mit einem Mini-Zinsschritt von 0,25% begegnen und bleibt damit hinter den deutlichen Zinsanhebungen anderer Notenbanken weit zurück.

Die Folge: der Euro stürzt weiter ab und fällt heute zwischenzeitlich unter die Marke von 1,01 Dollar – und ist damit nur noch 1% von der Parität entfernt. Gestern hatte die europäische Notenbank selbst zugegeben, dass man nun zehn Monate in Folge die Inflation unterschätzt habe, die 2500 vermeintlichen Spitzenforscher versagen völlig.

Den Grund dafür hat einer der Gründungsväter der EZB, Otmar Issing, benannt: ein zu starker Glaube an die eigenen Prognose-Modelle. Daher sagt Issing: „Die EZB ist blind in die Sackgasse gefahren. Sie hätte ja längst umsteuern müssen.“

„Blind in die Sackgasse gefahren“, sagt also einer der Gründerväter der Notenbank. Umso vertrauenswürdiger klingen da die Worte von Supervisory Board Vice-Chair Frank Elderson, der den Streestest der EZB verantwortet, zum Klimastresstest:

„Der Test zeigt, dass die EZB entschlossen ist, die europäischen Banken durch den grünen Wandel zu führen.“

Die Chance ist gut, dass unter der genialen Führung der EZB der grüne Wandel bald in das schwarze Loch fällt..

Lesen Sie auch



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

5 Kommentare

  1. Wer sich ein grünes Mäntelchen anzieht, ist unangreifbar, und kann unwidersprochen den größten Blödsinn erzählen.
    Ach, warum fällt mir gerade die deutsche Außenministerin ein, wenn sie nicht von ihren Staatssekretären vorgeschriebene Sätze von sich gibt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Ohne Worte! Wer da nicht zum Staatsfeind wird, weil unsere Politiker nichts aber schon gar nichts dazu sagen, dann weis auch nicht mehr. Die einzigste Partei, die bezüglich der EZB was Kritisches sagt, ist eine Partei die mit „A“ anfängt.

  3. Albrecht Schneider

    Es ist alles darauf angelegt den Euro und Europa gegen die Wand zu fahren. Was haben wir festgestellt. Die EZB – Führung reiht sich ohne Abstriche in die gesamte europäische Führung ein, hier auch Deutschland, mit einer Regierung, die alles daran setzt Deutschland zu einem Nichts mutieren zu lassen.Fachkräfte sind in solchen Positionen nicht mehr willkommen, wir sehen das bei der SPD und bei den Grünen, die meisten haben keine Abschlüsse, sind also strunzdumm. Und diese Leute, auch der Verbrecher Scholz unternimmt alles um das deutsche Volk verarmen zu lassen und dieses Land mit Hilfe der grünen und roten Dummköpfe zu deindustrialisieren. Wir haben einen Wirtschaftsminister der Märchenbuchautor ist und von der Materie null Ahnung hat.Das was unsere Eltern nach dem Krieg mit viel Mühe und Geld aufgebaut haben zerstören diese Deppen in kürzester Zeit.Und viele deutsche Mitbewohner sehen tatenlos zu und bejubeln noch diese Zerstörung.Das Schlagwort dieser dummen und arroganten Scholzregierung sind Putinfreund, Querdenker und Rechte. Es fehlt ihnen einfach an Argumenten für ihr verbrecherisches Handeln. Diese Regierungsdilettanten holen sich scharenweise Steinzeitmenschen, unqualifizierte und Terroristen ins Land. Unfähig eine tragfähige Einwanderungspolitik zu installieren. Vielen Dank, ihr Gutmenschen.
    Wie dumm muß man sein,solch eine Politik der Selbstvernichtung durchzuführen. Diese Arroganz, wie auch die satte Diätenerhöhung in einer Zeit, in der andere nicht wissen wie sie über die Runden kommen sollen, zeigt die Abgehobenheit, die Arroganz und Kaltschnäuzigkeit die Scholzadministration.
    Mfg A.Schneider

  4. Die EZB ist nicht blind in die Sackgasse gefahren. Lagarde setzt einfach die Vorgaben ihres Mentors Macron um. Unbegrenzte Finanzierung der Staatsschulden und Vermögensverlagerung von Nord nach Süd….

  5. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Zusammengefasst: Inflation wie bei Pöhl- aber Zinsen wie bei Draghi!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage