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Die EZB wieder hinter der Kurve EZB: Wann senkt sie die Zinsen? Wirtschaft stürzt weiter ab

EZB Zinsen schwache Wirtschaft

Die EZB hat gestern bekräftigt, die Zinsen vorerst nicht senken zu wollen – aber heute veröffentlichte, miserable Daten zur Wirtschaft der Eurozone heizen Spekulationen an, dass die Notenbank viel früher als sie derzeit erwartet die Zinsen senken muß. Die EZB is also wahrscheinlich wieder einmal hinter der Kurve: sie hat die 2021 die Dynamik der Inflation zu spät erkannt, um dann ab Sommer 2022 panisch die Zinsen schnell anzuheben – nun unterschätzt sie die Abwärtsdynamik der Wirtschaft in der Eurozone und wird dann wohl panisch die Zinsen senken müssen im Jahr 2024.

EZB will Zinsen hoch halten – aber Wirtschaft immer stärker im Sinkflug

Der Abschwung der Wirtschaft in der Eurozone ist eindeutig, wie der als Frühindikator für die Wirtschaft geltende Einkaufsmanagerindex für die Eurozone zeigt – von Erholung weit und breit keine Spur. So schreibt S&P Global, das den Einkaufsmanagerindex ermittelt:

„Die Talfahrt der Eurozone hat sich im Dezember wieder beschleunigt… Damit ist die Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2023 – mit Ausnahme der Pandemie-Monate Anfang 2020 – so stark geschrumpft wie seit elf Jahren nicht mehr. Abermals gesunken sind sowohl die Industrieproduktion als auch die Geschäftstätigkeit im Servicesektor, und auch der Auftragseingang wies in beiden Sektoren erneut ein hohes Minus aus, weshalb auch die Auftragsbestände ein weiteres Mal abgebaut wurden. Die Beschäftigtenzahlen sanken aufgrund von Kapazitätseinschränkungen infolge der Auftragsflaute und der weiter eingetrübten Geschäftsaussichten den zweiten Monat in Folge.

Die Eurozone zeigt weiterhin keinerlei Anzeichen einer Erholung. Im Gegenteil, die Wirtschaftsleistung ist vielmehr seit sechs Monaten in Folge geschrumpft. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Eurozone bereits seit dem dritten Quartal in einer Rezession befindet, ist nach wie vor hoch.“

Mit Deutschland und Frankreich schwächeln ausgerechnet die beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone. In beiden Ländern  gibt es laut S&P Global „eine steigende Zahl von Unternehmen sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe, die eine rückläufige Geschäftstätigkeit“ melden. Gleichzeitig aber steigen vor allem aufgrund gestiegener Löhne die Kosten der Unternehmen – damit wird eine Stagflation immer wahrscheinlicher.

Wann sinken die Zinsen?

Wann reagiert die EZB mit Zinssenkungen auf die schwache Wirtschaft? Dazu kommentiert die Commerzbank:

„Die heutigen Daten dürften die Spekulationen über eine baldige EZB-Leitzinssenkung somit eher befeuern. Doch wegen des immer noch starken unterliegenden Preisauftriebs wird die EZB wohl erst im Sommer damit beginnen, die Leitzinsen zu senken. Doch aufgrund der zeitlichen Wirkungsverzögerung wird dies die Konjunktur wohl erst 2025 stärker anfachen.“

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die EZB zurückrudern muß. So hat die US-Notenbank  Fed implizit Zinssenkungen angekündigt – und das obwohl die Wirtschaft der USA viel stärker ist als die Wirtschaft der Eurozone. Wenn aber die Fed vorangeht – das zeigt die Finanzgeschichte – ist die EZB mit leichter Verzögerung immer gefolgt..



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