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Einfluß auf Zins-Entscheidung der Fed morgen? Fed-Chef Powell bekommt sein „Lieblings-Signal“ für Rezession

Fed Powell Rezession Zinskurve

Die Märkte warten, was die US-Notenbank Fed, vor allem aber was Fed-Chef Jerome Powell danach auf seiner Pressekonferenz morgen zu sagen hat. Klar scheint, dass die Fed die Zinsen um 0,75% anheben wird (die Fed Fund Futures preisen dafür aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 86% ein) – aber wie wird die Notenbank den Ausblick für die nächsten Monate kommunizieren?

Rezession: Die Warnsignale für Powell und die Fed

Denn inzwischen häufen sich die Signale für eine bevorstehende Rezession in den USA – das zeigen neben Konjunkturdaten (derzeit besonders eindeutig der US-Immobilienmarkt) vor allem die Anleihemärkte an. Beachtet werden vor allem die Zinskurven der 2-jährigen und 10-jährigen US-Staatsanleihe sowie die Zinskurve der 3-monatigen und 10-jährigen US-Staatsanleihe. Letztere invertierte kürzlich – ein bisher zu 100% zuverlässiges Signal für eine kommende Rezession:

Fed Powell Zinskurve

Grafik: St.Louis Fed

Warum invertierte Zinskurven eine Rezession anzeigen, haben wir kürzlich in einem Artikel behandelt („Rezession: Was bedeutet die Invertierung der Zinskurve?“):

„Die Marktteilnehmer erwarten, dass die US-Wirtschaft nicht zuletzt durch die Zinsanhebungen der Fed perspektivisch weiter abkühlen wird. In einer sich abkühlenden Wirtschaft oder in einer Rezession aber tendieren Notenbanken dazu, die Zinsen wieder zu senken. Wenn also die Zinskurve invertiert, dann lautet die Botschaft der Anleihemärkte, dass sie eine zukünftig schwächere Wirtschaft oder gar eine Rezession erwarten, in der die Notenbank die Zinsen senkt und Kapital in sichere Häfen flieht (und nicht in sogennante Risiko-Assets wie Aktien)“.

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Powells Lieblings-Zinskurve vor Invertierung

Powells bevorzugte Zins-Kurve steht kurz vor der Invertierung, während die Hoffnungen auf einen Umschwung zunehmen, wie Bloomberg nun berichtet.

Die fünfte große Zinserhöhung der US-Notenbank in Folge könnte zu neuen Warnungen führen, dass eine Rezession unvermeidlich ist, und zwar auf der Grundlage eines vom Vorsitzenden Jerome Powell selbst bevorzugten Signals der Anleihemärkte.

Die von Powell bevorzugte Zinskurve – die aktuelle Rendite für Anleihe mit dreimonatiger Laufzeit im Vergleich zum erwarteten Stand in 18 Monaten – steht kurz davor, zu invertieren. Der Abstand zwischen den beiden Kurven ist von 2,7 % im April auf nur noch 0,2 % am Dienstag gesunken. Eine umgekehrte Renditekurve ist für viele Anleger ein wichtiges Warnzeichen für eine bevorstehende Rezession, und viele genau beobachtete Zinskurven auf dem Markt für Staatsanleihen sind bereits unter Null gesunken.

Powell Fed Zinskurve Rezession

Die von Jerome Powell bevorzugte Renditekurve steht kurz vor der Umkehrung

„Die Leitzinsen bewegen sich auf ein restriktives Niveau zu, während es in letzter Zeit einige schwache Konjunkturdaten gab“, so Frances Cheung, ein in Singapur ansässiger Zinsstratege der Oversea-Chinese Banking Corp. „Irgendwann muss die Fed zu kleineren Zinserhöhungen übergehen, und das könnte auf der FOMC-Sitzung im Dezember geschehen“.

Im März spielte Powell die Bedeutung des Anstiegs der zweijährigen Renditen über die 10-jährigen Renditen herunter – ein oft zitierter Vorbote einer Rezession. Er argumentierte, dass die Märkte die falsche Messgröße betrachteten und dass das kürzere Ende eine klarere Aussagekraft habe, denn „wenn es invertiert ist, bedeutet das, dass die Fed die Zinsen senken wird, was wiederum bedeutet, dass die Wirtschaft schwach ist“.

Die globalen Märkte wurden in diesem Jahr durch eine zunehmend aggressivere Fed aufgewühlt, die argumentiert, dass sie die himmelhohe Inflation unterdrücken muss, selbst auf die Gefahr einer so genannten harten Landung der Wirtschaft hin. Dieses Dilemma scheint sich zu verschärfen, da robuste Inflations- und Arbeitsmarktdaten mit Anzeichen von Schwäche in anderen Teilen der US-Wirtschaft kontrastieren.

Eine weitere weithin beachtete Zinskurve – der Abstand zwischen 3-monatigen und 10-jährigen Staatsanleihen – kehrte sich letzte Woche zum ersten Mal seit März 2020 um.

FMW/Bloomberg



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