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Gazprom-Effekt verpufft Gaspreis fällt auf tiefsten Stand seit einem Monat – auch Strompreis fällt

Gaspreis und Strompreis fallen

Der Gaspreis ist weiter im Sinkflug und fällt unter die Marke von 200 Euro für die Megawattstunde (TTF Future, Oktober-Kontrakt) – das zieht auch den Strompreis mit nach unten. Damit steht der Gaspreis deutlich niedriger als am Freitag letzter Woche, bevor die Nachricht von Gazprom über die Nicht-Wiederaufnahme der Gas-Lieferung durch Nord Stream 1 erfolgte.

Gaspreis fällt – die Gründe

Der Schachzug Putins, der zunächst zu einem stark steigenden Gaspreis geführt hatte, scheint also keinen nachhaltigen Effekt gehabt zu haben. Einer der Gründe für den fallenden Gaspreis sind die weiteren steigenden Füllstände der deutschen Gasspeicher (Stand 06.09 bei 86,84%). Wichtiger noch aber dürften die von der EU avisierten Maßnahmen zur Bekämpfung der Energiekrise sein, die Gaspreis wie den Gaspreis wie auch den Strompreis weier unter Druck bringen, wie Bloomberg berichtet:

Die europäischen Erdgaspreise fielen auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat, da die Politiker überlegen, wie sie in die regionalen Märkte eingreifen und die beispiellose Energiekrise, die die Wirtschaft insgesamt bedroht, eindämmen können. Die Benchmark-Futures fielen um bis zu 8,3 % und rutschten erstmals seit Anfang August unter 200 Euro pro Megawattstunde.

Die Europäische Union wird am Freitag über Pläne diskutieren, in die Märkte einzugreifen, um den zunehmenden Stress zu lindern, der durch die steigenden Anforderungen an die Sicherheiten (Margins) verursacht wird, während die Unternehmen nach staatlicher Hilfe rufen. EU-Offizielle werden möglicherweise auch einen Vorschlag zur Begrenzung der Preise für russische Gasimporte – und möglicherweise sogar für Flüssiggas – in Erwägung ziehen und Ziele zur Reduzierung der Nachfrage vorschlagen.

Gaspreis und Strompreis Entwicklung

EU-Preise sinken wegen der Aussicht auf ein Eingreifen der EU in die Märkte

Europa hat bereits seine Vorräte für den Winter aufgestockt: Die Speicher sind zu 82,5 % gefüllt, und die Einspeisungen werden bis Oktober anhalten.

„Glücklicherweise sind die Lagerbestände für diesen Winter gesund und relativ gut gefüllt“, sagte Anatol Feygin, Chief Commercial Officer beim US-amerikanischen LNG-Exporteur Cheniere Energy Inc. „Vieles hängt vom Wetter ab, aber wir sind optimistisch, dass es in diesem Winter genügend Flexibilität und genügend Lösungen geben wird.“

Dennoch wird ein gewisses Maß an Nachfragesteuerung erforderlich sein“, sagte er in einem Interview auf der Gastech-Konferenz in Mailand diese Woche.

Die Händler konzentrieren sich auch auf den nächsten Winter, in dem Europa angesichts der düsteren Aussichten auf eine Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen wahrscheinlich wieder große Vorräte benötigen wird. Darüber hinaus wird die derzeit gedämpfte Nachfrage Chinas nach dem Brennstoff nicht von Dauer sein, was LNG schließlich aus Europa abziehen könnte.

„Der unbefristete Stopp der Nord Stream 1-Pipeline von Gazprom bedeutet eine strukturelle Verknappung der Gasversorgung in Europa, wobei die Preise im Vergleich zu ihrem Fünf-Jahres-Durchschnitt deutlich höher bleiben werden“, so Patricio Alvarez, ein Branchenanalyst von Bloomberg Intelligence, in einer Mitteilung.

Niederländisches Frontmonatsgas, eine Benchmark für Europa, wurde um 9:43 Uhr in Amsterdam um 5,1 % niedriger bei 203 Euro pro Megawattstunde gehandelt und fiel damit zum dritten Mal in Folge. Der entsprechende Preis im Vereinigten Königreich sank um 1,4 %.

Der deutsche Benchmark-Strompreis für das nächste Jahr setzten damit den Verlust der letzten Tage fort und notiert 1,2 % niedriger bei 515 Euro pro Megawattstunde.

FMW/Bloomberg

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4 Kommentare

  1. Strompreis fällt ? wo ? Jedenfalls wen ich bei Verivox reinsehe ist der Strompreis in der letzten Woche um ca. 7 ct = 10% gestiegen und liegt jetzt bei so ca. 70ct/kwh !! (ohne irgendwelche Rabatte oder Begrüßungsgelder).
    Was macht unsere Regierung ?
    RWE Aktien steigen dafür !!

  2. Der russ. Botschafter in Berlin sagte heute, daß Gazprom von heute auf morgen die Gaslieferung über Nordstream 2 aufnehmen könnte. Russland ist für Energiemangel in Deutschland nicht verantwortlich.

    1. @ottonorma
      Der russische Botschafter sagt viel, wenn der Tag lang ist. Selbst dann noch, wenn die Ukrainer den tapferen „Befreiern“ anständig den Hintern versohlen und die gerade wie die Hasen Richtung Osten davonlaufen. Das heißt natürlich die Kräfte bündeln und umgruppieren. Das meiste davon ist völliger Blödsinn, mehrfachen Lügner glaubt einfach niemand mehr.

    2. @ ottonorma. Klar, westliche Waffen zerstören in der Ukraine derzeit russisches Kriegsmaterial in Millionenhöhe und Putin liefert umgehend Gas über Nordstream 2. Träum weiter.

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