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Entspannung in der Energiekrise Gaspreis fällt weiter deutlich – IEA-Bericht und sonstige Gründe

Der Gaspreis fällt deutlich. Ein aktueller IEA-Bericht, hohe LNG-Flüsse und viel Gas aus Norwegen helfen bei der Entspannung der Lage.

Gas-Flamme

Der Terminmarkt-Gaspreis für Europa (Dutch TTF-Kontrakt) fällt nach wochenlangen Verlusten auch heute weiter. Es ist ein deutlicher Verlust gegenüber Freitag Abend von -6,5 Prozent auf 176,50 Euro. Im Chart sehen wir den Kursverlauf der letzten 12 Monate. Blicken wir auf die aktuelle Nachrichtenlage und sonstige Gründe. Es gibt einen aktuellen IEA-Gasmarktbericht – und es geht um weiter steigende Gasspeicher-Füllstände, viel LNG-Zustrom und anstehende Maßnahmen der europäischen Regierungen gegen die Energiekrise.

Dutch TTF-Gaspreis im Verlauf der letzten zwölf Monate

Gaspreis sinkt weiter – Blick auf die Gründe

Der aktuellste Gasmarktbericht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) liegt vor. Demnach dürfte die europäische Nachfrage nach Gas in diesem Jahr um die Rekordmarke von 10 % und im nächsten Jahr aufgrund der hohen Preise um weitere 4 % zurückgehen. Gassparmaßnahmen werden entscheidend dazu beitragen, die Vorräte bis zum Ende des Winters zu verlängern, selbst wenn das russische Angebot schrumpft. Für den Gaspreis ist das eindeutig entspannend – weniger Nachfrage dank Einsparungen bei den Verbrauchern.

Ausreichende Lagerbestände und hohe LNG-Zufuhr

Ein geringerer Verbrauch würde der EU bei ihren Bemühungen, die Krise zu bewältigen, eine gewisse Atempause verschaffen. Die EU-Minister haben in der vergangenen Woche Maßnahmen wie ein Ziel zur Senkung der Stromnachfrage und eine Gewinnbeteiligung der Energieunternehmen befürwortet und erklärt, dass in dieser Woche weitere Schritte zu erwarten seien. Die Frage einer Obergrenze für die Großhandelspreise für Gas wird wieder auf den Tisch kommen, so Bloomberg.

Russlands Lieferkürzungen haben sich auf die gesamte Wirtschaft ausgewirkt. Die Spannungen verschärften sich kürzlich nach Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines, die europäische Politiker als Sabotage bezeichnen. Die Verbindungen sind zwar nicht in Betrieb, doch der jüngste Vorfall macht eine baldige Wiederaufnahme der Lieferungen auf dieser Route unwahrscheinlich. Staaten und Unternehmen verstärken auch die Sicherheitsvorkehrungen bei wichtigen Energieanlagen.

Der Vorfall beendet die Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung der russischen Lieferströme“, so Patricio Alvarez, Analyst bei Bloomberg Intelligence. „Ein Rekordzufluss von LNG und höhere norwegische Importe tragen dazu bei, das russische Angebot zu ersetzen“, aber es besteht immer noch das Risiko von Engpässen in diesem Winter, sagte er. FMW: Mit Blick auf den Gaspreis am Terminmarkt kann man aber sagen, dass die Börsianer diese hohen LNG-Flüsse und hohe norwegische Importe derzeit offenbar als sehr gute entlastende Faktoren ansehen!

Bloomberg schreibt aktuell weiter: Russisches Gas fließt immer noch durch die Ukraine nach Europa, aber die Sorge vor Lieferunterbrechungen wird bleiben, solange der Krieg andauert. Über die TurkStream-Pipeline werden auch einige kleinere Abnehmerländer und die Türkei beliefert. Am Wochenende setzte Gazprom die Lieferungen nach Italien aus, offenbar wegen eines Streits über die Regulierung in Österreich. Eni S.p.A. teilte mit, dass sie Optionen zur Wiederaufnahme dieser Lieferungen prüfen werde.

Auffüllen der Gasspeicher

Eine große Frage ist nach wie vor, ob Europa in der Lage sein wird, seine Lagerstätten im nächsten Jahr wieder aufzufüllen, wenn die üblichen Mengen russischen Gases ausbleiben. Die Gasspeicher in der EU sind derzeit im Schnitt zu etwa 88 % gefüllt, was durch die hohen Einfuhren von Flüssiggas (LNG) begünstigt wird – doch werden sie in den kommenden kälteren Monaten aufgezehrt werden.

Der IEA zufolge sind Gassparmaßnahmen von entscheidender Bedeutung, um die Entnahme aus den Speichern zu minimieren und die Vorräte bis zum Ende der Heizsaison zu strecken. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Europäer in diesem Winter aufgrund von Gasversorgungskürzungen frieren werden“, sagte Timera. „Es ist die Nachfrage, die reagieren muss, um den Markt ins Gleichgewicht zu bringen und eine völlige Angebotskürzung zu vermeiden.

FMW/Bloomberg/IEA



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