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Gaspreis am Terminmarkt teuer – dank Robert Habeck, Putin und Biden – Update 12:41 Uhr

Gas-Flamme auf Herd

Was hatte ich erst am Montag über den Gaspreis gesagt? Es könnte sein (als Szenario), dass der Preis fällt aufgrund einer anstehenden Schwemme auf den Weltmarkt, weil die USA mildes Dezember-Wetter erwarten und gleichzeitig immer mehr Gas fördern. Viel Gas könnte auf den Weltmarkt kommen und daher auch bei uns für sinkende Preise am Terminmarkt sorgen. Dies könne so kommen, muss es aber nicht. Möglich ist dieses Szenario immer noch. Aktuell aber haben andere Protagonisten mein Szenario bei Seite geschoben – als da wären Robert Habeck, Wladimir Putin und Joe Biden.

Robert Habeck pusht den Gaspreis ohne es zu merken

Der europäische Gaspreis (Terminmarkt-Kontrakt Dutch TTF) notierte Montag früh unter 90 Euro und schien fallen zu können. Aber nein, jetzt ist es eine steigende Tendenz geworden mit einem Kurs für den Januar-Liefertermin bei aktuell 98,90 Euro. Meine Meinung: Daran hat auch der neue grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck schuld. Denn (siehe folgendes Video ab Minute 2:30) er sagte gestern vor versammelter medialer Öffentlichkeit zum Start der neuen Koalition aus SPD, Grünen und FDP, dass die neue Gas-Pipeline Nord Stream 2 ja noch nicht genehmigt sei. Die Überprüfung der deutschen und europäischen Vorgaben dauere an. Und man werde auch noch mal politisch darüber reden, so seine Worte.

Heißt? Die Grünen waren eh noch nie Freunde dieser Pipeline. Und solche Worte lassen erahnen, dass es (wenn überhaupt) noch Monate bis zu einer Genehmigung von Nord Stream 2 dauern könnte. Und dann vielleicht auch nur, wenn Olaf Scholz ein Machtwort spricht? Dieses Hinauszögern und Rumeiern auf deutscher Seite (wo die Pipeline in Europa ankommt) dürfte Wladimir Putin überhaupt nicht schmecken. Er könnte Europa sein Missfallen spüren lassen in Form sinkender Gaslieferungen über die bestehenden Pipelines. Bei so einem Szenario der Verknappung an Gas ist es nur logisch, dass der Gaspreis am Terminmarkt eher steigt als fällt.

Online-Konferenz zwischen Putin und Biden ohne entspannende Signale

US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin haben in ihrer Online-Konferenz für keinerlei politische Entspannung sorgen können. Russland will eine Osterweiterung der NATO in die Ukraine hinein verhindern, was Joe Biden aber nicht bestätigen wollte. Gleichzeitig hat Russland an seiner Grenze zur Ukraine viel Material und Truppen aufgefahren. Droht eine Invasion der Ukraine, wie von den USA befürchtet? Joe Biden drohte mit harten Wirtschaftssanktionen. Auch hier ist klar: Diese Verhärtung der politischen Fronten trägt nicht gerade zur Entspannung im Gaspreis frei, denn durch die Ukraine verlaufen Pipelines für Gas Richtung Europa.

Rein wirtschaftlich gesehen könnte es den USA nur recht sein, wenn ein Robert Habeck Nord Stream 2 ausbremst, und wenn sich die geopolitische Lage rund um die Ukraine nicht entspannt. Denn die USA würden es nur zu gerne sehen, wenn die Europäer aufhören würden ihr Gas in Russland einzukaufen, und stattdessen Flüssiggas per Schiff aus den USA beziehen. Die europäischen Gasvorräte sind laut jüngsten Berichten zu Beginn des Winters so niedrig wie seit acht Jahren nicht mehr und haben sich rasch verringert. Steigt der Gaspreis weiter an? Dieses Szenario wirkt aktuell jedenfalls nachvollziehbar, auch wenn ich hier keine Preisprognose abgeben möchte.

Update 12:41 Uhr:

Laut dem Energieexperten Stephen Stapczynski ist ein wichtiger Grund für den heute weiter steigenden Gaspreis auch, dass norwegische Gaslieferungen rückläufig sind aufgrund eines ungeplanten Ausfalls des Troll-Gasfeldes. Dutch TTF notiert aktuell bei 103,50 Euro.

Chart zeigt Dutch TTF Gaspreis seit dem 10. September TradingView Chart zeigt Dutch TTF Gaspreis seit dem 10. September.



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