Gas

Unklare Gemengelage Gaspreis steigt – Pipeline-Lecks in Ostsee – kurz vor Start der Baltic Pipe

Der Terminmarkt-Gaspreis steigt. Es herrscht offenbar Irritation. Kurz vor dem Start einer neuen Pipeline haben zwei bestehende ein Leck.

Gas-Pipeline

Der europäische Terminmarkt-Gaspreis Dutch TTF war tagelang massiv gefallen, weil sich die Verknappungsangst beim Thema Gas zu entspannen schien. Seit heute Nacht ist ein klein wenig Unbehagen und Unklarheit in den Markt zurückgekehrt. Der Gaspreis steigt heute um 4,9 Prozent auf 182,44 Euro. Denn in der Ostsee gibt es Lecks bei Nord Stream 1 und 2. Merkwürdig ist dabei der Zeitpunkt des Lecks, denn Ende der Woche geht eine neue Pipeline in der Ostsee namens Baltic Pipe an den Start.

Lecks bei Pipeline Nord Stream 1 und 2

Bloomberg berichtet aktuell: Am späten Montag meldete Nord Stream einen Druckabfall in beiden Strängen der Pipeline und teilte mit, dass man den Vorfall untersuche. Der Vorfall folgte auf einen früheren Bericht, wonach Überprüfungen eingeleitet wurden, nachdem Nord Stream 2 – die umstrittene stillgelegte Pipeline – ebenfalls einen plötzlichen Druckverlust erlitten hatte, und Gaslecks in der dänischen und schwedischen Wirtschaftszone entdeckt worden waren.

FMW: Dazu muss man aber sagen: Nord Stream 2 hat nie Gas nach Deutschland geliefert, und Nord Stream 1 liefert seit Ende August überhaupt kein Gas mehr nach Deutschland. Von daher stellen jetzt auftretende Pipeline-Lecks keine Veränderung für die aktuelle Belieferung von Gas für Europa dar. Dennoch werfen diese Lecks Fragen auf. Sind es nur Zufälle, oder steckt mehr dahinter? Es gibt bereits Berichte, nach denen Sabotage vermutet wird.

Die unter der Ostsee verlaufende Nord Stream-Pipeline lieferte laut Bloomberg im vergangenen Jahr fast 40 % des russischen Gases nach Europa. Gazprom drosselte jedoch ab Juni die Gaslieferungen über diese Route in mehreren Schritten und begründete dies mit technischen Problemen mit der Ausrüstung am Einspeisepunkt, bevor die Lieferungen ganz eingestellt wurden.

„Die Nachricht, dass bei Nord Stream Leckagen gefunden wurden, dürfte den Aufwärtstrend beim Gaspreis heute unterstützen, da ein Neustart nun noch unsicherer wird“, so die Analysten des Handelshauses Energi Danmark in einer Mitteilung. Der Präsident der deutschen Bundesnetzagentur Klaus Müller, erklärte auf Twitter, dass die Marktsituation weiterhin „angespannt“ sei, und dass Deutschland und die EU aber nicht mehr von Nord Stream-Lieferungen abhängig seien. Der Betreiber der Pipeline gab eine Ausfallmeldung heraus, die formal bis zum 26. Oktober aktiv ist, während das deutsche Wirtschaftsministerium erklärte, es sei „dabei, die Angelegenheit zu klären“.

Merkwürdiger Zeitpunkt – Baltic Pipe startet am Samstag

In vier Tagen wird laut jüngsten Berichten die Pipeline Baltic Pipe ihren Betrieb aufnehmen. Polen hatte erst am 23. September mit dem norwegischen Lieferanten Equinor einen Liefervertrag über 10 Jahre abgeschlossen. Im Oktober soll die Pipeline laut Aussage von Baltic Pipe betriebsbereit sein. Sie liefert Gas von Norwegen über Dänemark nach Polen. Dabei verläuft sie durch die Ostsee, und überschneidet sich logischerweise mit den Pipeline-Strängen von Nord Stream. Es ist schon ein merkwürdiger zeitlicher Zufall, dass gerade jetzt beide Pipelines von Nord Stream Lecks aufweisen, obwohl sie kurzfristig erstmal irrelevant sind für Europa. Denn die europäischen Abnehmer verlassen sich derzeit nicht auf zukünftige Lieferungen aus Russland, sondern versuchen eher mit voller Kraft neue Bezugsquellen für Gas zu erschließen.

Der Gas-Experte Tom Marzec-Manser twittert heute zu den Pipeline-Lecks in der Ostsee, dass Nord Stream 1 und Nord Stream 2 nur wenige Tage vor dem Start von Baltic Pipe funktionsunfähig werden. Die Stelle des NS2-Lecks liege in der Nähe der Kreuzung der Pipeline-Rohre. Das sei, gelinde gesagt, symbolisch. Für Mitteleuropa (vor allem Deutschland und Polen) sei es Dämmerung für Russland, Morgendämmerung für Norwegen.

FMW-Fazit: Der Gaspreis steigt heute wohl an aufgrund dieser merkwürdigen Konstellation in der Ostsee. Zwei aktuell nicht laufende Pipelines sind inaktiv, eine andere geht in Kürze an den Start. Die Lage ist unklar. Und Unklarheit bedeutet immer Angst. Und beim Thema Gas bedeutet das erstmal steigende Preise. Aber +4,9 Prozent bedeuten mit Blick auf die Halbierung der Terminmarktpreise in den letzten vier Wochen (bislang) nicht mehr als ein kleines Schluckauf nach oben, eine kleine technische Aufwärtsreaktion.

FMW/Bloomberg/Tom Marzec-Manser/NotesFromPoland/Baltic Pipe



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31 Kommentare

  1. Ein Sturm in Wasserglas was da gehandelt wird, aber wo Trader natürlich drauf anspringen. Wie im Artikel erwähnt, war Nord Stream 2 nie wirklich in Betrieb, und Nord Stream 1 liefert schon seit geraumer Zeit nichts mehr. Das Nord Stream Projekt ist für alle Zeiten tot, demzufolge es auch keinen Neustart geben wird.

  2. …für alle Zeiten auf alle Fälle nicht…das ist klar…es wird einen Moment geben, da wird über diese Pipeline wieder normal geliefert…bin jetzt schon auf die Zeitungsartikel gespannt, wie uns das dann verkauft wird…aber es wird kommen…nicht heute und morgen…aber in einiger Zukunft zu 100%…da bin ich mir sicher…

  3. Im obigen FMW-Bericht ist von einem steigenden Erdgaspreis die Rede, und in einem aktuellen n-tv-Fernsehtext heißt es, der Gaspreis fällt. Bei einem der genannten Berichte handelt es sich somit um eine Desinformation.

      1. Markus, der Blick auf den Kurs bei Gas „+“ 6%/somit also „steigend“ hat mir soeben dabei geholfen, festzustellen, von welchem der genannten Medien/Medium die Desinformation kam.

        1. @Holger Voss

          Die Desinformation kommt eher von Ihnen, siehe hier (N-TV von 14:50 Uhr):
          n-tv.de/wirtschaft/Schaeden-an-Nord-Stream-lassen-Gaspreis-deutlich-steigen-article23614554.html

          1. Antwort von Michael am 27.09.22 um 16.13 Uhr und mögliche weitere ähnliche hierzu als demokratisch zur Kenntnis genommen.

  4. NS1 oder 2 wäre definitiv früher oder später Anfang 2023 geöffnet worden. Nach ein paar Nächten Durchfrieren wäre der Druck durch Michel zu groß geworden.

    Auch dieses Problem haben die USA soeben gelöst. Gratulation an deren Strategen.

    Vor ein paar Jahren wäre diese Handlung einer Kriegserklärung an DE gleichgekommen. Heute vertuscht die Regierung aktiv mit. Es sind schon verrückte Zeiten.

    1. @dontspeak, woher wollen Sie das denn wissen? Ich habe da eine Ahnung: es paßt in Ihr Weltbild, daher sind Sie da so sicher..

      1. Hallo, dies war eine aufwändige militärische Aktion, FFF et all kommen dafür also nicht in Frage. Ukrainische Pläne die europ. Energieversorgung zu sabotieren wurden bereits veröffentlicht (vor einigen Tagen, nicht NS-betreffend). Selbstverständlich weiß das Pentagon über jeden dieser Schritte der ukrainischen Einsätze bescheid.

        Wer glaubt, dass Russland NS1 und 2 selbst in die Luft sprengt glaubt auch, dass es seit 3 Monaten seine eigenen Leute in Saporischschja beschießt. Entspricht dies wirklich IHREM Weltbild? Oder wollen Sie nur nicht zur falschen Seite gehören?

        1. Das ist alles heißte Luft, die Sie da ablassen. Ihr Glauben gehört in die Kirche und hat nichts mit faktenbasiertem Wissen zu tun.

          1. Oh prima, Sie kennen also die Fakten ??
            Faktenbasiert ! das erinnert mich so an regelbasiert.
            Wortschöpfungen die Kompetenz vermitteln sollen.

          2. @ottonorma
            Sie sind es doch, der zu jedem nur erdenklichen Thema die Fakten kennt und als die personifizierte Kompetenz das Forum überflutet. Sie treten hier doch ständig auf, als hätten Sie die Weisheit mit dem Löffel gefressen.
            Bei genauerem Lesen erweist sich das meiste zwar als heiße Luft und viel Schmarrn, aber die schiere Menge macht das hoffentlich wett. Und ebenso Ihre arrogante Art zu schreiben.

      2. Naja, soweit hergeholt ist es nicht. Aber wir können ja ein wenig System in die Überlegung bringen. Zuerst eimal können wir wohl davon ausgehen, das sowohl die NATO als auch die Russen wissen, wer es war. Allein schon deshalb, weil die Ostsee eins oder sogar das am besten überwachte Gewässer dieser Welt sein dürfte. Das war schon im 2 WK so, das während des kalten Krieges so und hat sich bis heute nicht geändert.
        Dann können wir überlegen, was man benötigt – ich denke ein U Boot und Kampftaucher. Kampftaucher dürften die einzigen sein, die sich relativ unbemerkt an den Röhren zu schafen machen könnten, Industrietaucher eher nicht. Wassertiefe zu groß, zuviel Ausrüstung, etc. Dann könnte man heraussuchen, wer über entsprechende U-Boote und Kampftaucher verfügt. Es sind nicht so viele auf dieser Welt. Ob Chinesen oder Koreaner über Kampfschwimmer verfügen ist nicht genau bekannt, aber die können wir wohl ausschließen. Südafrika ebenso. Bleiben die Europäer. Die Russen – sprengen nicht ihre eigenen Pipelines, das ist dummes Zeug. Die Ukrainer – müßten sich U-Boot und Kampftaucher besorgt haben, in diesem Falle wohl eher auch nicht. Bleiben die USA und ihre europäischen Verbündeten als da wären:
        Frankreich, Großbritannien, Italien, Dänemark, Finnland, Norwegen und natürlich Deutschland. Und einer von denen war es, ist die Frage wer den größten oder überhaupt einen Nutzen hätte. Wirtschaftlich definitv die USA. Denn nehmen wir einmal an, irgendwann in ferner Zukunft wird der Krieg wie auch immer mit Verhandlungen beendet. Dann würde, in noch etwas fernerer Zukunft, auch wieder Gas durch die Pipelines fließen und die europäischen Zahlungen für LNG an die USA würden wieder sinken. Norwegen hätte natürlich auch ein wirschafliches Interesse, allerdings können die Norweger eh nicht so viel liefern wie benötigt wird. Aber es gibt noch einen Akteur auf der Bühne, für den zunindest eine zerstörte Nordstream 2 von Vorteil wäre – das ist die Bundesregierung. Denn in einem richtig kalten Winter mit immer weiter abstürzender Industrieproduktion, steigenden Arbeitslosenzahlen und Millionen frierender Menschen und Putins Offerte, Nordstream 2 sofort zu öffnen und Gas zu liefern würde den Druck auf die Bundesregierung ins „Unermessliche“ steigern. Und so wie Habeck jetzt die Atomkraftwerke am Netz läßt, wer weiß, ob dann NS2 verschlossen geblieben wäre. Jetzt ist dieses Problem vorerst vom Tisch. Also es gibt schon einige Akteure auf unserer Seite, denen diese Situation zumindest in die Karten spielt.

        1. >> Nordstream 2 sofort zu öffnen und Gas zu liefern würde den Druck auf die Bundesregierung ins „Unermessliche“ steigern.

          Genau das ist der Punkt. NS1/2 wäre definitiv diesen Winter geöffnet worden. Durch den massiven Druck aus der Bevölkerung. Für Russland war NS1/2 der letzte Strohhalm doch wieder (in einigen Monaten?) einen „Normalisierungsprozess“ mit Deutschland zu starten.

          Dieses Problem wurde elegant gelöst. Ob wirklich die BuReg eingeweiht ist oder nicht, ist aus meiner Sicht unklar. Nicht in Frage steht, dass die USA aktiv waren oder zumindest ihr OK dafür gegeben haben und die Drecksarbeit mal wieder jemand anderen haben machen lassen.

        2. Man könnte die Leitungen reparieren, müsste funktionieren, wenn nciht die Gefahr eines neuen Anschlages bestünde

    2. @dontspeak
      Vielleicht waren es ja auch die bösen Ukrainer, diese Neonazis 😂
      Die drei Lecks befinden sich in schwedischen und dänischen Hoheitsgewässern. Über N1 und N2 werden mittels Durchleitung auch andere europäische Staaten versorgt. Also warum sollte das eine Kriegserklärung an DE sein?
      Das erscheint mir doch sehr unüberlegt und ebenso lächerlich. You better dont speak.

      1. Selbstverständlich ist das Zerstören der Energie-Lebensader eines Landes ein kriegerischer Akt. Das Begreifen nur diejenigen nicht, die glauben, dass der Strom aus der Steckdose kommt.

        1. Wären da nur nicht immer die hohlen pauschalisierenden Phrasen, könnte man den restlichen Text noch ernst nehmen und eine Diskussion in Betracht ziehen. Aber so…

  5. Herr dontspeak,

    sie glauben ernsthaft es waren die Amerikaner? Viel eher waren es die Russen, als eine Antwort auf die Öffnung der Baltic Pipe um einfach klarzustellen zu was die bei weiterer Eskalation noch in der Lage wären. Die Sabotage hat aktuell keinen direkten Effekt auf Russland oder Europa. Es bestand zum Zeitpunkt kein direkter Gasfluss.

    1. Baltic Pipe: Ist der Vorfall ein Hinweis darauf, dass auch diese Leitung unterbrochen werden kann.

      1. Auch Druschba und Jamal können unterbrochen werden

    2. Mit ein bißchen Nachdenken kann man alles so darstellen, daß man mehrere Länder als mögliche Terroristen darstellen kann.Propaganda nennt man das auch. Oder modern : Verschwörungstheorien.

    3. Wieso ? Polen hat sich doch bei den USA bedankt ? und Biden hat dies schon am 7.Feb angedeutet das beie einer Invasion NS 2 erledigt ist. Und er versprach die USA sind in der Lage dies zu tun.

  6. Hallo Herr Fugmann!

    Wissen kann man hier nichts, aber man kann sich sehr wohl ein paar warme Gedanken machen:

    CUI BONO – wer profitiert davon?

    1.) USA
    Es waren die USA, die Deutschland sogar mit Sanktionen bedroht haben um die Inbetriebnahme von Nordstream 2 mit allen Mitteln zu verhindern. Ein Vorfall, der in der Nachkriegsgeschichte so seines gleichen sucht. Fakt (nicht nur Vermutung) ist also, dass die USA uns ein Tatmotiv bereits seit Jahren beweisen.
    Generell hat der Ukraine-Konflikt ja nur einen Profiteuer und zahlreiche Verlierer:
    Die USA profitieren, weil sie Russland militärisch schwächen. Sie profitieren wirtschaftlich, weil sie die EU, Deutschland und Russland als Konkurrenten wirtschaftlich schwächen.
    Verlierer sind Russland, die Ukraine, die gesamte EU und in der EU an erster Stelle der ehemalige Exportweltmeister Deutschland.
    Wir erinnern uns: „Staaten haben keine Freunde, nur Interessen!“

    2.) Die Ukraine:
    Der Artilleriebeschuss des Atomkraftwerks Saporischschja zeigt ja, dass der Ukraine mittlerweile jedes Mittel recht ist und es zeigt so ganz nebenbei, dass die Ukraine wohl nicht davon ausgeht, die besetzten Gebiete östlich von Saporischschja zurückerobern zu können. Wir haben in der Regel Westwind – wer will schon nach einem GAU total verseuchte Gebiete zurückerobern? Russland dagegen wird ja kaum so dumm sein, ein AKW im eigenen Gebiet zu beschiessen, in dem eigenen Truppen stationiert sind und damit die Kontamination der schon eroberten Gebiete zu riskieren, die man ja zweifellos zu annektieren gedenkt. Oder könnten sie sich vorstellen, dass die finale Stilllegung des deutschen AKW Isar 2 in Bayern über Artilleriebeschuss durch die Bundeswehr erfolgt???
    Eine Harakiri-Aktion wie das Sprengen von Gas-Pipelines passt da sehr gut ins Bild!
    Nicht vergessen, Nordstream 2 wurde auf UNSEREN Wunsch hin gebaut, weil die Ukraine als Durchleitungsland so unzuverlässig war – gegen massiven Widerstand der Ukraine. Erinnert sich noch jemand an den Winter, als die Ukraine damit gedroht hatte, uns das russische Gas in der Druschba-Pipeline abzudrehen? Denn für die Ukraine waren die Gasdurchleitungsgebühren und die „Miete“ der Russen für die militärische Nutzung der Krim die Haupteinnahmequellen. Hatte nicht damals sogar unsere Genossin Staatsratsvorsitzende Angie den Ukrainern zugesagt, dass sie trotz Nordstream 2 die wegfallenden fetten Gasdurchleitungsgebühren aus deutschem Steuergeld voll ersetzt bekommen, selbst wenn gar kein Gas mehr durch die Ukraine fließt?
    Übrigens läuft für die Druschba-Pipeline der Gas-Transitvertrag zwischen Russland und der Ukraine wohl 2024 aus. In der Ukraine soll die Druschba-Pipeline angeblich in sehr schlechtem Zustand sein – angesichts der legendären Korruption und Misswirtschaft in der Ukraine gut vorstellbar.
    Da Deutschland im Winter in eine echte Katastrophe schlittern wird (mindestens wirtschaftlich, ggf. mit ständigen Brownouts, im Worst Case mit einem längeren Blackout), wäre es doch durchaus im Sinne der Ukraine, vollendete Tatsachen zu schaffen, falls in der größten Not die Bundesregierung doch noch umkippen sollte und NS1/2 reaktivieren will. Mit gesprengter NS1/2 säße die Ukraine am langen Hebel und könnte von uns wahlweise Waffenlieferungen erpressen oder uns blechen lassen bzw. könnte Einnahmen Russlands aus Gaslieferungen selbst gegen unseren Willen unterbinden.

    3.) Polen:
    Rein zufällig liegt der Anschlagsort ja vor der polnischen Küste. Auch die Polen ware strikt gegen die Nordstream 2, weil die NS2 Polen umgeht. Durch Belarus und Polen läuft ja die Jamal-Pipeline. Die Jamal-Pipeline und die Nordstream-1-Pipeline kommen von den gleichen Gasfeldern. Rein zufällig wird nun gleichzeitig eine neue Gaspipeline von Norwegen nach Polen eröffnet, und dieses Gas könnte Polen über die Jamal-Pipeline ja auch teuer an Deutschland weiterverkaufen.
    Vorteil einer Sprengung von NS1/2 für Polen: Die lästige Nordstream 1/2 ist weg, und zukünftig hängt Deutschland dann in Sachen Gasversorgung am polnischen Tropf. So herablassend, wie wir die Polen in der EU behandelt haben, würde sich da in Polen sicher so mancher freuen, ein Faustpfand in den EU-Verhandlungen Deutschland gegenüber zu haben.

    4.) Deutschland
    Ja, klingt merkwürdig, aber man muss ja zugeben, dass die deutsche Politik ganz besessen ist von dem Gedanken, die eigene Energieversorgung zu torpedieren.
    Trotz größter Energienot und einer sich abzeichnenden schweren Wirtschaftsdepression und Deindustrialisierung wollen wir kein Gas über NS2, über NS1 nur so kurz wie möglich und eigentlich war es uns ganz recht, dass die Turbinen die Grätsche gemacht haben und wir das blöde russiche Gas nicht mehr bekommen. Und das Öl von denen wollen wir auch nicht. Und auch keine Kohle, selbst wenn wir alle verrecken. Die laufenden AKWs werden trotz aller Not trotzdem abgeschaltet. Vielleicht lässt man sie als unbrauchbare Notreseverve dahingammeln, aber natürlich nur für 4 Monate. Da werden sich die Betreiber aber freuen! Und obwohl kaum eines der stillgelegten Kohlkraftwerke real wieder ans Netz geht, soll trotzdem das modernste deutsche Kohlekraftwerk Moorburg (eingeweiht 2015, im Jahre 2020 lange vor der wirtschaftlichen Amortisierung zwangsweise stillgelegt) auf Wunsch der Politik unbedingt abgerissen werden. Wir schaffen vollendete Tatsachen!
    In den nächsten 20 Jahren wird niemand in Deutschland auch nur einen einzigen Cent mehr in ein konventionelles Kraftwerk investieren, auch wenn wir bald entdecken werden, dass es ohne die einfach nicht geht! Bald werden wir Ghana um seine tolle Infrastruktur beneiden!
    Ja, das klingt schon nach einem todsicheren Selbstmordplan!
    Warum also nicht auch vollendete Tatsachen durch die Sprengung der Nordstream-1/2-Pipelines schaffen?
    O.k., ich bin ehrlich, die deutsche Politik wird uns zwar in die Verarmung stürzen. Vorsätzlich und eiskalt! Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesmarine Gaspipelines im Meer sprengt. Für solche dreisten Militäraktionen sind wir in Deutschland doch viel zu große Nasenbohrer!

    5.) Russland:
    Auch wenn ich Russland so etwas militärisch jederzeit zutrauen würde – ich sehe beim besten Willen nicht, wie Russland davon profitieren sollte. Gaslieferungen kommen ja eh keine mehr durch die NS1/2. Durch die NS2 nicht, weil wir nicht wollen. Für den Lieferstopp über die NS1 haben sie ja schon längst eine Begründung geliefert (egal ob die nun stimmt oder nicht). Was gewinnen sie also noch durch die Sprenung? Gar nichts. Sie verlieren sogar noch das Druckmittel, in der höchsten Not dem Loser Deutschland gegen fette Zugeständnisse doch noch aus der Patsche helfen zu können.
    Macht das Sinn? Wohl kaum! Wären es die Russen gewesen, dann hätten sie bei einem Rest von Verstand doch wohl die neue Pipeline Norwegen/Polen gesprengt, aber doch nicht die eigenen Nordstream 1/2.

    Nun meine Herrschaften – treffen Sie Ihre Wahl! Wer war’s????

    MfG

    P.S.: Hier noch eine Karte der Pipeline-Struktur zum besseren Verständnis:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-ukrainischer_Gasstreit#/media/Datei:GaspipelinesNachDeutschland.png

    1. Hervorragende Einschätzung, kann mich nur anschließen. Und noch ergänzend wären da Großbritannien und Norwegen, die ebenfalls erheblich profitieren würden / könnten. Und auch über die Mittel verfügen, eine derartige Aktion durchzuführen ( Kampfschwimmer + U-Boote ). Nun ist Norwegen als derart aggressiver Akteur eher nicht so in Erscheinung getreten, die Briten aber wohl schon.

  7. Antwort 1. und 4. ! Unterschiedliche Zielsetzung ,aber die gleiche Richtung . Praktisch fallen die Ukraine,Deutschland und Polen raus,in 100m tiefe muss man das alles erstmal umsetzen können.
    Ganz sicher eine Militäraktion. Warum sollten die Russen ihre eigene Infrastruktur zerstören ? Der Krieg geht ja nicht ewig. Italien mit Regierungswechsel und wer weiß in BRD bald auch . Andere Politiker und zack ist NS wieder unter Gas.Da muss man jetzt handeln und das Eisen schmieden ,solange es noch heiß ist.
    Also bleibt nur noch 1.

  8. P.S. Die Russen bringen eine Begründung und drehen einfach den Hahn zu .Machen sie ja. Warum sprengen ? Die Russen haben keinen Vorteil ! Im Gegenteil sie nehmen sich einen ,Gashahn auf ,zu,auf,zu,auf,zu ,ist doch viel effektiver !

  9. Operation BALTOPS im Juni
    Das Seapower-Magazin – die offizielle Zeitschrift der Marine-Liga – berichtete im Juni über eine US-amerikanische Übung in der Ostsee, direkt über den Stellen, an denen zwei gewaltige Unterwasser-Explosionen die Nord-Stream-Pipeline zerstört haben.

    In dem Bericht von Seapower wird auf eine neue Technologie hingewiesen, die es der Marine ermöglicht, Ziele aus meilenweiter Entfernung zu sprengen.

    Ein weiteres wichtiges Ziel war es, die Kommunikationsreichweite und die Datenübertragungsfähigkeit weiter zu erhöhen, um den Betreibern mehr Flexibilität bei der Minenjagd zu geben

    BALTIC SEA – Ein wichtiger Schwerpunkt der BALTOPS ist jedes Jahr die Demonstration der Minenjagdfähigkeiten der NATO, und auch in diesem Jahr nutzt die US-Marine die Übung als Gelegenheit, um neue Technologien zu testen, wie die U.S. Naval Forces Europe-Africa Public Affairs am 14. Juni mitteilten.

    Zur Unterstützung von BALTOPS hat sich die 6. Flotte der US-Marine mit Forschungs- und Kriegsführungszentren der US-Marine zusammengetan, um die neuesten Fortschritte in der Minenjagdtechnologie für unbemannte Unterwasserfahrzeuge in die Ostsee zu bringen und die Wirksamkeit des Fahrzeugs in operativen Szenarien zu demonstrieren.
    Operation BALTOPS im Juni

    Die Experimente wurden vor der Küste Bornholms, Dänemark, mit Teilnehmern des Naval Information Warfare Center Pacific, des Naval Undersea Warfare Center Newport und des Mine Warfare Readiness and Effectiveness Measuring durchgeführt, die alle unter der Leitung der U.S. 6th Fleet Task Force 68 stehen.

    BALTOPS ist ein idealer Ort für die Durchführung von Experimenten zur Minenjagd, da die Region einzigartige Umweltbedingungen wie einen niedrigen Salzgehalt und unterschiedliche Bodentypen aufweist. Außerdem ist es von entscheidender Bedeutung, die neu entstehende UUV-Technologie zur Minenjagd in der Ostsee zu evaluieren, da sie von verbündeten und Partnerstaaten genutzt werden kann. In diesem Jahr konzentrierten sich die Experimente auf die UUV-Navigation, den Teambetrieb und die Verbesserung der akustischen Kommunikation, während gleichzeitig wichtige Umweltdaten gesammelt wurden, um die Algorithmen zur automatischen Zielerkennung für die Minenerkennung zu verbessern.

    „Bei früheren BALTOPS haben wir fortgeschrittene Fähigkeiten zur Erkennung, Wiedererfassung und Sammlung von Bildern von Minenkontakten und zur Übertragung dieser Bilder in nahezu Echtzeit an die Betreiber durch den Einsatz eines speziellen UUV des Office of Naval Research demonstriert“, sagte Anthony Constable, wissenschaftlicher Berater des Office of Naval Research für die 6. „In diesem Jahr zeigen wir durch die Arbeit des NIWC Pacific und des NUWC Newport, dass diese Fähigkeit in bestehende Programme integriert werden kann, indem wir komplexe UUV-Missionen mit mehreren Fahrzeugen und modifizierten Flottenmitteln der US Navy durchführen.“
    (Auszug übersetzt mit deepl)
    Ebenfalls im Juni, als die Operation BALTOPS 22 im Gange war, warnte die CIA angeblich Deutschland, dass ein Sabotageakt an den Pipelines unmittelbar bevorstehe:

    https://seapowermagazine.org/baltops-22-a-perfect-opportunity-for-research-and-resting-new-technology/

    Vermutung : Man hätte also im Juni die schöne unbemerkte Möglichkeit gehabt die Sprengsätze anzubringen.

  10. @Ras Putin ?
    Ich störe Ihre Kreise ? weil Sie sich in fremde Kommentare einmischen, seis drum, aber danke für die vielen Blumen, die Lobe.
    Wie mir scheint wollen Sie mich doubeln ? ja machen Sie ruhig, aber dazu müssten Sie noch an sich arbeiten
    und nicht solche ekelhaften Wörter zu mir sagen. Also Glück auf !! verwenden Sie also weniger heiße Luft bzw. Worte, bleiben Sie cool !

  11. Ich glaube, dass es Berlusconi war… So wie der aussieht würde ihm selbst 100 Meter Wassertiefe nichts anhaben…🤣

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