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Gibt sich der DAX auf? Chartausblick auf diese Woche

Nach dieser turbulenten Handelswoche und mehr als 4 Prozent Wochenverlust ist der Deutsche Aktienmarkt stark angeschlagen. Was wird jetzt in dieser Woche passieren?

Markus Fugmann

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am

Eine Analyse von Andreas Mueller (alias Bernecker1977)

 

Nach dieser turbulenten Handelswoche und mehr als 4 Prozent Wochenverlust ist der Deutsche Aktienmarkt stark angeschlagen. Jeder Handelstag endete im Minus. Hatten wir nicht noch vor wenigen Wochen eine neues Allzeithoch gefeiert? Was ist indessen passiert und wie sollte man damit umgehen? Mein Versuch im Ausblick auf diese Fragen entsprechende Antworten zu finden, folgt einem kurzem Abriss der vergangenen Woche auf dem Fuß. Dabei definiere ich aus Sicht der Charttechnik für Sie die DAX Ziele im Tageschart.

Rückblick auf die Börsenwoche

Eins vorweg: Der Verlust von mehr als 4 Prozent ist kein DAX-spezifisches Ereignis gewesen. Die Wall Street vollzog ähnliche Abschläge und damit hatte allein der Dow Jones den größten Punktverlust seit zwei Jahren und damit auch den größten Punktverlust in der Amtszeit von Donald Trump. Doch beginnen wir mit dem Wochenauftakt. Dieser sah in der Tat noch nicht so negativ aus. Mit 13.370 Punkten konnte am Montag noch einmal kurz Schwung zu den gezeigten Widerständen (siehe dazu Beitrag der Vorwoche) aufgenommen werden. Überwunden wurden sie jedoch nicht. Es blieb ein kleines Tagesminus von 34 Punkten. Immerhin vollzog sich hier noch die Hoffnung auf Unterstützung im Bereich 13.150 bis 13.200 Punkten. Dort lagen einige Verlaufstiefs und so sah der Chart dann aus:

 

(Charts jeweils durch anklicken vergrößern!)

Parallel dazu steuerte der Dow Jones auf die runde Marke von 26.000 Punkten zu. Ein erster Anlauf bei runden Marken dient mir persönlich meist als Einstiegssignal. Je nach Momentum kann hieraus ein lukrativer Pullback-Trade entstehen. So auch am Dienstag, wie hier näher vorgestellt:

 

Mit entsprechendem Moneymanagement gelang dies auch. Der DAX hielt auch am Mittwoch noch die Unterstützung. Sie vollzog sich, wie das alte Bild aus der Vorwoche im Rückblick zeigt, hier im grünen Bereich:

 

Immerhin fand dort die Sitzung der amerikanischen Notenbank statt. Zinsänderungen gab es nicht, aber eine Änderung an der Spitze der FED. Janet Yellen wird von Jerome Powell abgelöst. Wie das Handelsblatt berichtet, findet am Montag die Vereidigung statt. Janet Yellen hat in ihrer Amtszeit zumindest im Ansatz das Ruder im Ankaufprogramm der Notenbank herumgerissen. Zudem gelang ihr die leichte, aber stetige Entfernung von der Nullzinspolitik. Und das in einer Phase des politischen Umschwungs in den USA.

Zurück zum DAX: Er fand dann am Donnerstag keinen Halt mehr an besagter Unterstützung und rauschte deutlich tiefer. Damit war das Szenario aus der Vorwoche (Chartbild als Rückblick) eingetreten:

 

Dieses Chartbild fortgesetzt, fand der Rutsch sehr eindeutig und auf breiter Basis statt. Dem konnte sich kein DAX-Wert entziehen. Das Schaubild des Stundencharts illustriert die Dynamik noch einmal und zeigt den Bereich, den scheinbar viele Charttechniker im Fokus hatten:

 

Damit steht er in etwa auf Höhe der Dezember-Tiefs aus dem Vorjahr und hat sich von den neuen Alzeithochs um rund 800 Punkte entfernt. WIe könnte es weitergehen?

Ausblick auf die neue DAX-Woche

Mit der Überschreitung des vorherigen Allzeithochs bei 13.525 Punkten mit einem GAP und der schnellen Negierung am Folgetag, wurde ein bärisches Signal ausgeprägt. Dies sehen wir im folgenden Chartbild:

 

Denn psychologisch wurden hier die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt. Neue Bullen wurden an dieser Stelle kalt erwischt. Der Rücklauf zur gezeigten Unterstützungszone war für diese noch in Ordnung, aber verursachte erste Bauchschmerzen. Erst mit dem Bruch am Donnerstag vereinten sich mehrere Signale auf unterschiedlichen Zeitebenen und sorgten für einen Angebotsüberhang am Aktienmarkt. Folglich kam es im ersten Schritt zu einer starken Bewegung zur runden Marke von 13.000 Punkten und wenig später zum nächsten Schub bis zu den Dezember-Tiefs. Schaut man sich die entsprechenden Monatsbilanzen an, heben diese sich paarweise gegenseitig auf:

 

 

Exkurs:

Der Belastungsfaktor EUR/USD kam erneut nachhinzu, nachdem die FED-Sitzung bereits am Donnerstag verarbeitet war und die 1.24 als Konsolidierungszone stand hielt. Für das Trading bedeuten solche Konsolidierungsphasen im übergeordneten Trend oftmals gute Einstiegsmöglichkeiten. Auch dies zeigte ich in der Vorwoche auf:

 

Die dabei ausgegebenen Ziele waren im Stundenchart ersichtlich und gegen Abend auch angelaufen worden:

 

 

Zurück zum DAX:

Nach dem Blick auf den Stundenchart mit den Dezembertiefs skaliere ich noch eine Zeiteinheit höher, um das große Bild im DAX zu wahren. Vor allem bei ansteigender Volatilität sollte man sich nicht im Minutenchart „vergraben“ und den Blick auf die großen Ziele richten. Dabei fällt auf: Im aktuellen Bereich befand sich der DAX bereits mehrfach und konnte von so genannten „Schnäppchenkäufern“ im vierten Quartal 2017 dort auch mehrfach gestützt werden:

 

Gelingt dies nun wieder? Aus diesem Chartbild heraus ist das schwer zu sagen. Daher füge ich noch eine weitere Meinung hinzu. Streng genommen kann man diese „Dips“ auch als fallende Tiefs interpretieren:

 

Würde der DAX am Montag auf Basis XETRA unter 12.750 fallen, stärkt es diese Sichtweise. Daraus abgeleitet wären noch tiefere Kurse nicht nur denkbar, sondern sehr realistisch. Denn von der Verbindung dieser Punkte geht im Tageschart eine Trendlinie aus. Sie stößt recht genau auf die nächste im Chartbild ersichtliche Unterstützung:

 

Mit 12.600 Punkten etwa könnte man also anfreunden, wenn der Druck hier am Montag seine Fortsetzung findet. Nach der Dynamik ist jedoch auch die Wahrscheinlichkeit für die „Schnäppchenjäger“ nicht zu leugnen. Das Umfeld im Sinne von mangelnden Anlagealternativen spricht weiterhin langfristig für ein Engagement in Aktien. Beispielsweise hat Daimler erst in der Vorwoche die Dividende erhöht und selbst die stark leidende Deutsche Bank AG konnte, wenn man die Steuereffekt in den USA einmal ausklammert, den internen Sanierungsweg fortsetzen. Für eine Gegenbewegung bzw. einen Pullback ist die ehemalige Range daher ein gutes Ziel.

Im Tageschart wirkt er optisch etwas verloren:

 

Mein Ziel ist hierbei „nur“ die 12.850 und dies ist auch nur korrektiv, denn der Trend im Tageschart ist schon sehr deutlich geworden und damit dominant. Insgesamt begrüße ich diese Konsolidierung. Spült sie doch die „schwachen“ und stark gehebelten Kräfte aus dem Markt und legt eine gesunde Basis für langfristige Entwicklungen. Dies soll kein Angriff auf die Trader sein, aber für diese Marktteilnehmer das Gespür für Risikomanagement wieder wecken. Mit der steigenden Volatilität ist dies unabdingbar und der Blick auf die großen Zeitebenen, insbesondere auf die DAX Ziele im Tageschart, von Vorteil.

 

Mehr von Andreas Mueller unter https://markteinblicke.de/

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Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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am

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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