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Globaler Schuldenberg auf Allzeithoch

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Der globale Schuldenberg wächst, und wächst, und wächst. Der IWF hat nun Daten für den Stand Ende 2017 veröffentlicht. Wie die folgende Grafik zeigt, sind die Schulden in den entwickelten Industrienationen bis zur Finanzkrise 2008 angestiegen, und seitdem aber leicht rückläufig (in blau). Die restliche Welt (also Entwicklungsländer) bescheren der gesamten globalen Verschuldung seit 2008 aber ein weiteres kräftiges Wachstum im Schuldenberg (in rot). So kann man die Berechnung des IWF in Kurzform zusammenfassen.

Die Zahlen, die der IWF errechnet und nun zum Jahresstart 2019 veröffentlicht hat, klingen erschreckend, und das sind sie auch! Der globale Schuldenberg hat mit 184 Billionen US-Dollar zu Ende 2017 ein Allzeithoch erreicht. Dies seien 225% der globalen Wirtschaftsleistung oder mehr als 86.000 Dollar pro Person. Dies seien mehr als 2 1/2 Mal so viel wie das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Person.

Seit 1950 hat sich der private Schuldenberg weltweit verdreifacht. Somit seien die privaten Schulden der globale Antreiber beim Anstieg der Verschuldung, und vor allem die private Verschuldung in Entwicklungsländern. Hier sei der Hauptverursacher der Privatkonsument in China.

Grundsätzlich (so der IWF) seien die Länder mit den größten Schuldenständen auch die reichsten Länder. Also Schulden bei Privatkonsumenten und Staat, denen gegenüber die Anleihen-Eigentümer und Fondsanleger stehen (vereinfacht ausgedrückt durch uns). So seien die Top 3 Schuldner die USA, China und Japan. Seit den 1970er-Jahren seien die Staatsschulden ständig angestiegen, vor allem in den Industrienationen. Die Entwicklungsländer seien erst spät aufgesprungen, würden nun aber auch mitmachen bei neuen Schulden.

In den Industrienationen haben sich laut IWF die Staatsschulden 2017 gegenüber 2016 um 2 1/2% in Relation zur Wirtschaftsleistung reduziert, was eine sehr gesunde Reduktion darstelle. Aber wie schon gesagt, die Verschuldung in Entwicklungsländern habe die Schuldenreduktionen in Industriestaaten übertroffen, so dass wir unterm Strich global steigende Schulden haben.

Seit dem letzten Allzeithoch im globalen Schuldenberg im Jahr 2009 sei die Welt nun 11 Prozentpunkte (in Relation zum BIP) stärker verschuldet. In 2017 sei der prozentuale Schuldenstand von 225% aber 1 1/2% unter dem aktuelleren Hoch von 2016 gelegen, so der IWF. Also ist der Schuldenberg in Dollar gestiegen auf 184 Billionen, aber die prozentuale Relation hat sich ein wenig verbessert. Das kann somit nur daran liegen, dass die globale Wirtschaftsleistung als Bezugsgröße für die Prozentberechnung kräftig gestiegen ist.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Weltweiter Schuldenberg - IWF

Grafiken und Daten: IWF

4 Kommentare

4 Comments

  1. Pingback: Der Untergang läuft und zwar mit System! | das-bewegt-die-welt.de

  2. tm

    8. Januar 2019 16:25 at 16:25

    Was für eine dramatische Überschrift – und im Text dann klein der Hinweis, dass die Schuldenquote gesunken ist und dass der absolute Anstieg ohnehin aufs Konto der Schwellenländer geht.

    Das Diagramm „history of debt“ ist auch sehr interessant: Demnach ist die Schuldenquote der entwickelten Länder im Grunde seit Mitte der 1990er Jahre mehr oder weniger stabil und in den letzten Jahren sogar rückläufig. Das ist ja nicht direkt der Stoff für Untergangsszenarien.

    • Columbo

      8. Januar 2019 16:59 at 16:59

      Pessimist zu sein zahlt sich nicht mehr aus. Man verliert dabei zuviel Geld.

  3. Wolfgang M.

    8. Januar 2019 17:43 at 17:43

    @Columbo. Nein, es ist nur wesentlich schwerer in einem Abschwung Geld zu verdienen, als in einem Aufschwung. Das verhindert schon unsere Amygdala. Ich habe jetzt schon mindestens 7 Abschwünge des Dax über 30% mitgemacht. Es wird wieder sehr wahrscheinlich Folgendes eintreten. Wenn die Rezession in den offiziellen Zahlen dokumentiert wird, ist das meiste (der große Rückgang) schon passiert, während hier viele von den nun kommenden Kursverlusten schreiben.

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Gold fundamental und charttechnisch

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Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

Der Goldpreis hat seinen Glanz verloren und wird aufgrund der Stärke des Dollars niedriger gehandelt. Die bisherige Performance des gelben Metalls seit Jahresbeginn war schwach mit nur um 0,31%.

Interessanterweise sehen wir trotz eines gedämpften Interesses an den risikoreicheren Anlagen immer noch keine Aufwärtsbewegung des Goldpreises, und zwar deshalb, weil die Ertragssaison für dieses Quartal starke Ergebnisse geliefert hat. Abgesehen von den US-Einzelhandelsumsätzen waren die Wirtschaftsdaten in den USA robust, und den Anlegern fällt es schwer zu glauben, wie die Fed ihre aktuelle Geldpolitik neutrale beibehalten will.

Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint wieder auf Kurs zu sein, was einer der Hauptgründe dafür war, dass der Goldpreis zuvor stark gestiegen ist. Wir sind jedoch noch nicht aus dem Schneider, weil chinesische Medien eine härtere Haltung gegenüber den USA signalisiert haben. Erst wenn wir eine noch stärkere Reaktion aus China sehen, dürften die Auswirkungen im Goldpreis sichtbar werden.

Blickt man auf die Preisaktion bei Gold, so scheint es, dass der Preis keine starke Dynamik hat. Dies ist der Grund dafür, dass der Kurs das kritische Niveau von 1300 derzeit nicht überschreiten kann.

Technisch gesehen handelt der Goldpreis unter dem gleitenden 50- und 100-Tagelinie, aber über dem gleitenden 200 Tages-Durchschnitt. Dies bedeutet, dass die Bullen die Kontrolle über den Preis verloren haben, aber es besteht immer noch die Hoffnung, dass sie die Kontrolle zurückerhalten, denn der Preis liegt immer noch über dem großen gleitenden Durchschnitt, dem 200-Tage-SMA. Die kurzfristige Unterstützung liegt bei 1266 und der Widerstand bei 1303.


Naeem Aslam


Foto: Stevebidmead – https://pixabay.com/en/gold-ingots-golden-treasure-513062/ Gemeinfrei

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EZB erklärt, warum man die Inflation bisher nicht ankurbeln konnte

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Gemäß heute veröffentlichter offizieller Zahlen liegt die Inflationsrate in der Eurozone bei 1,7%. Das EZB-Ziel liegt bei 2,0%. Aber auch wenn es auf den ersten Blick doch ganz gut aussieht: Nur durch einen plötzlichen Sprung bei Dienstleistungspreisen springt auch die Inflationsrate nach oben. Die Kernrate bleibt bei 1,3%. Die EZB erklärte in den letzten Jahren immer wieder sie wolle beide Werte für einen längeren Zeitraum konstant bei 2,0% sehen, bevor man überhaupt nur darüber nachdenke die Zinswende einzuläuten.

Und jetzt steht auch noch der Konjunkturabschwung ins Haus. Da ist es kaum vorstellbar, dass die Notenbanker gerade jetzt die Zinsen anheben, wo die Volkswirtschaften doch billige Zinsen brauchen. Aber kommen wir zur Sache. Seit vier Jahren hat die EZB insgesamt 2,6 Billionen (!) Euros virtuell gedruckt und über Käufe von Staatsanleihen und Unternehmensanleihen in die Kapitalmärkte gepumpt. Dazu noch die Nullzinsen. Damit sollte die wirtschaftliche Aktivität in Europa angekurbelt werden. Indirekt hätte diese Aktivität die Preise stark zum Anstieg bringen sollen.

Doch 2,6 Billionen Euro haben nichts bewirkt. Nein, die gestiegenen Ölpreise halfen den Verbraucherpreisen zu einem kleinen Anstieg, aber die EZB war nicht dafür verantwortlich! Sieht sich die EZB daher aktuell unter Rechtfertigungsdruck? Womöglich, denn EZB-Direktor Benoit Coeure hat jetzt einen langen Aufsatz mit vielen Zahlen und Grafiken präsentiert. Dabei geht es darum zu ergründen, warum die Inflation denn nicht durch die Geldpolitik der EZB (Geld drucken + Zinsen auf Null) viel stärker angefacht wurde.

EZB hat nicht versagt? Schuld sind die die Dienstleister?

Und hier präsentieren wir den Sündenbock der EZB. Es ist die Dienstleistungsindustrie. Mit jeder Menge schöner Grafiken will Coeure aufzeigen, dass der Anteil der Dienstleistungen an den Volkswirtschaften in Europa in den letzten Jahrzenten immer mehr zugenommen hat. Das mag auch so sein. Aber diese Zunahme der Wichtigkeit der Dienstleistungen nimmt er als Grund dafür, dass die Geldpolitik der EZB deutlich länger benötige, bis sie ihre Wirkung entfalten könne. Ach so, alles klar? Die Maßnahmen der Geldpolitik bräuchten länger um in der Wirtschaft anzukommen, so Coeure.

Na, dann haben wir verstanden. Die Geldpolitik der Notenbanker ist also nicht wirkungslos. Weil die (doofen?) Dienstleister deutlich mehr Zeit als die Industriebetriebe brauchen um höhere Preise an den Endverbraucher weiterzuleiten, müssen wir eben nochmal ein paar Jährchen warten, bis ein Effekt sichtbar ist? Vielleicht fünf oder zehn Jahre? Soll das eine indirekte Rechtfertigung dafür sein, dass man die Politik extrem niedriger Zinsen noch viel, viel länger laufen lässt? Gut möglich, so meinen wir.

Konnte die EZB nicht vor der Abschaffung der Zinsen und der Billionen-Gelddruck-Orgie auf diese Idee kommen? Ach nein, falsch, ihre Politik wirkt ja. Es dauert halt nur etwas länger… hier das Schlussfazit aus dem Vortrag von Benoit Coeure. Zitat:

The first is that the rise of services in production and consumption over the past few decades has contributed to lift core inflation across advanced economies – making current low inflation appear even more puzzling.

The second key takeaway is that services deepening has had a profound impact on the transmission of monetary policy, also in the euro area. It has lowered the median frequency of price changes in the economy, increasing the lag with which monetary policy is transmitted to consumer price inflation.

The third and final takeaway is that the service sector itself is subject to change. The rise and expansion of “modern” services that can be delivered at distance means that competition and aggregate productivity may increase over time, thereby contributing to reducing price rigidity. Completing the single market for services in Europe, and reducing barriers to trade for services, would support this process and thereby also facilitate a faster transmission of monetary policy.

Hier zwei Grafiken aus dem Vortrag von Benoit Coeure, die zeigen, dass seit 1970 der Anteil der Dienstleistungen an der Gesamtwirtschaft dramatisch zugenommen hat (Eurozone blaue Linie).

EZB Direktor Benoit Coeure
Benoit Coeure. Foto: Aron Urb (EU2017EE) – Flickr CC BY 2.0

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Weniger Selbständige! Neue Angestellten-Jobs überwiegend bei schlecht bezahlten Dienstleistungen

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Das Statistische Bundesamt hat heute für das 1. Quartal 2019 vorläufige Berechnungen veröffentlicht für die Entwicklung bei der Erwerbstätigkeit in Deutschland. Im Vergleich zum 4. Quartal 2018 gibt es einen Rückgang, aber diese Betrachtung ersparen wir uns aufgrund der geringen Aussagekraft (saisonale Schwankungen). Aber im Jahresvergleich zum 1. Quartal 2018, da gab es einen kräftigen Zuwachs der Erwerbstätigkeit um netto (!) 481.000 oder +1,1% auf 44,9 Millionen Personen.

Neu geschaffen wurden 551.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Die Zahl der Selbständigen fiel aber im Jahresvergleich um 70.000 auf 4,17 Millionen. Das wirkt nicht gerade so, als würde die Startup-Szene in Deutschland blühen? Oder ist das nur eine Art „Bereinigung“? Denn es gibt ja das Phänomen, dass sich in Zeiten schlechter Konjunktur viele Menschen quasi in die Selbständigkeit flüchten. Umgekehrt kann man daher vermuten, dass viele dieser notgedrungen Selbständigen jetzt wieder zurückgekehrt sind in die Festanstellung?

Natürlich ist es positiv für die deutsche Volkswirtschaft, dass in nur einem Jahr 551.000 neue Arbeitsverhältnisse geschaffen wurden. Aber der Haken liegt im Detail. Das angelsächsische Phänomen, dass überwiegend einfache und schnell zu schaffende Jobs in Dienstleistungssektoren entstehen, ist auch in Deutschland fest etabliert. Diese Personen werden aufgrund der in diesen Sektoren niedrigen Löhne zukünftig arge Probleme mit ihrer Altersvorsorge haben.

Zitat Statistisches Bundesamt:

Der Anstieg der Erwerbstätigenzahl gegenüber dem Vorjahresquartal war auch im 1. Quartal 2019 überwiegend auf die Dienstleistungsbereiche zurückzuführen. Die größten absoluten Beschäftigungsgewinne innerhalb der Dienstleistungsbereiche gab es im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit einem Plus von 189 000 Personen (+1,7 %), gefolgt vom Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit +81 000 Personen (+0,8 %).

Aber auch in der Industrie wurden anständig Stellen geschaffen. Zitat:

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) stieg die Zahl der Erwerbstätigen im 1. Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 139 000 Personen (+1,7 %) und im Baugewerbe um 43 000 Personen (+1,7 %).

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