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Globaler Schuldenberg auf Allzeithoch

Claudio Kummerfeld

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Der globale Schuldenberg wächst, und wächst, und wächst. Der IWF hat nun Daten für den Stand Ende 2017 veröffentlicht. Wie die folgende Grafik zeigt, sind die Schulden in den entwickelten Industrienationen bis zur Finanzkrise 2008 angestiegen, und seitdem aber leicht rückläufig (in blau). Die restliche Welt (also Entwicklungsländer) bescheren der gesamten globalen Verschuldung seit 2008 aber ein weiteres kräftiges Wachstum im Schuldenberg (in rot). So kann man die Berechnung des IWF in Kurzform zusammenfassen.

Die Zahlen, die der IWF errechnet und nun zum Jahresstart 2019 veröffentlicht hat, klingen erschreckend, und das sind sie auch! Der globale Schuldenberg hat mit 184 Billionen US-Dollar zu Ende 2017 ein Allzeithoch erreicht. Dies seien 225% der globalen Wirtschaftsleistung oder mehr als 86.000 Dollar pro Person. Dies seien mehr als 2 1/2 Mal so viel wie das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Person.

Seit 1950 hat sich der private Schuldenberg weltweit verdreifacht. Somit seien die privaten Schulden der globale Antreiber beim Anstieg der Verschuldung, und vor allem die private Verschuldung in Entwicklungsländern. Hier sei der Hauptverursacher der Privatkonsument in China.

Grundsätzlich (so der IWF) seien die Länder mit den größten Schuldenständen auch die reichsten Länder. Also Schulden bei Privatkonsumenten und Staat, denen gegenüber die Anleihen-Eigentümer und Fondsanleger stehen (vereinfacht ausgedrückt durch uns). So seien die Top 3 Schuldner die USA, China und Japan. Seit den 1970er-Jahren seien die Staatsschulden ständig angestiegen, vor allem in den Industrienationen. Die Entwicklungsländer seien erst spät aufgesprungen, würden nun aber auch mitmachen bei neuen Schulden.

In den Industrienationen haben sich laut IWF die Staatsschulden 2017 gegenüber 2016 um 2 1/2% in Relation zur Wirtschaftsleistung reduziert, was eine sehr gesunde Reduktion darstelle. Aber wie schon gesagt, die Verschuldung in Entwicklungsländern habe die Schuldenreduktionen in Industriestaaten übertroffen, so dass wir unterm Strich global steigende Schulden haben.

Seit dem letzten Allzeithoch im globalen Schuldenberg im Jahr 2009 sei die Welt nun 11 Prozentpunkte (in Relation zum BIP) stärker verschuldet. In 2017 sei der prozentuale Schuldenstand von 225% aber 1 1/2% unter dem aktuelleren Hoch von 2016 gelegen, so der IWF. Also ist der Schuldenberg in Dollar gestiegen auf 184 Billionen, aber die prozentuale Relation hat sich ein wenig verbessert. Das kann somit nur daran liegen, dass die globale Wirtschaftsleistung als Bezugsgröße für die Prozentberechnung kräftig gestiegen ist.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Weltweiter Schuldenberg - IWF

Grafiken und Daten: IWF

4 Kommentare

4 Comments

  1. Pingback: Der Untergang läuft und zwar mit System! | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    tm

    8. Januar 2019 16:25 at 16:25

    Was für eine dramatische Überschrift – und im Text dann klein der Hinweis, dass die Schuldenquote gesunken ist und dass der absolute Anstieg ohnehin aufs Konto der Schwellenländer geht.

    Das Diagramm „history of debt“ ist auch sehr interessant: Demnach ist die Schuldenquote der entwickelten Länder im Grunde seit Mitte der 1990er Jahre mehr oder weniger stabil und in den letzten Jahren sogar rückläufig. Das ist ja nicht direkt der Stoff für Untergangsszenarien.

    • Avatar

      Columbo

      8. Januar 2019 16:59 at 16:59

      Pessimist zu sein zahlt sich nicht mehr aus. Man verliert dabei zuviel Geld.

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    8. Januar 2019 17:43 at 17:43

    @Columbo. Nein, es ist nur wesentlich schwerer in einem Abschwung Geld zu verdienen, als in einem Aufschwung. Das verhindert schon unsere Amygdala. Ich habe jetzt schon mindestens 7 Abschwünge des Dax über 30% mitgemacht. Es wird wieder sehr wahrscheinlich Folgendes eintreten. Wenn die Rezession in den offiziellen Zahlen dokumentiert wird, ist das meiste (der große Rückgang) schon passiert, während hier viele von den nun kommenden Kursverlusten schreiben.

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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