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Gold immer krasser überkauft, Öl-Bullen wechseln die Seiten

FMW-Redaktion

Der Test einer Wasserstoffbombe durch Nordkorea hat dem Goldpreis einen neuen Schub verschafft: der Preis steigt in der Spitze auf 1340 Dollar:

Keine Frage: charttechnisch sieht das gut aus, der Preis steigt damit auf den höchsten Stand seit September 2016, also seit einem Jahr. Aber Daten der CFTC zeigen bereits Überschwang: so wurden im Vergleich zur Vorwoche weitere 34.000 Long-Kontrakte am Future-Markt hinzugekauft auf nunmehr 245.000 Kontrakte. Die Short-Kontrakte bleiben dagegen unverändert auf extrem niedrigen Niveau mit nur 13.000 Kontrakten, sodass nun auf jeden Short-Kontrakt sage und schreibe 19 Long-Kontrakte kommen. So extrem war die Positionierung seit knapp fünf Jahren nicht mehr (zuletzt Dezember 2012). Noch vor einigen Wochen betrug das Verhältnis von Long- zu Shortkontrakten 1:1!

Das allein muß noch nicht viel bedeuten, kann aber bedeutsam werden, wenn die Käufer, die sich „oben“ in den Markt eingekauft hatten, unsicher werden. So etwa wenn die wichtige Unterstützung bei 1300 Dollar nach unten durchbrochen werden würde:

Als der Preis zuletzt in diesen Regionen war – in der ersten Reaktion auf die Wahl Donald Trumps – kam es danach zu einem heftigen Abverkauf:

All das muß nicht wieder so kommen. Solange der Nordkorea-Konflikt köchelt, bleibt der Preis unterstützt – und derzeit sieht es nicht gerade nach einer Entspannung in diesem Konflikt aus. Ganz im Gegenteil: der Geopolitical Risk Index steht heute auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2003, als die USA in den Irak einrückten:

Bei Silber dagegen die Situation deutlich moderater mit einem Verhältnis von 70.000 Long-Kontrakten zu 18.000 Short-Kontrakten. Extrem dagejedoch gen auch die Positionierung bei Kupfer, wo das Netto-Long-Verhältnis auf Allzeithoch notiert.

Ganz anders die Situation bei Öl, hier bei WTI-Öl. Während es bei Brent-Öl kaum Veränderung gegeben hat zur Vorwoche, wechselten angesichts der Flutkatastrophe im Gefolge des Hurricans Harvey viele ehemalige Öl-Bullen (wohlgemerkt: WTI-Öl) die Seiten. So wurden 78.000 neue Short-Kontrakte eröffnet, dagegen 27.000 Long-Kontrakte reduziert. Nun stehen 316.000 Long-Kontrakten 168.000 Short-Kontrakten gegenüber – eine selten in dem Ausmaß gesehene Verschiebung. Zuvor war der Ölpreis unter Druck gekommen nach Schließung zahlreicher Raffinerien in Texas – dadurch sank die Öl-Nachfrage der amerikanischen Raffinerien, was den Preis für WTI-Crude unter Druck brachte (jedoch weniger den Brent-Preis, der davon ja kaum betroffen ist).



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3 Kommentare

  1. Die Positionierungen beim Gold sind gerade in der Tat außergewöhnlich einseitig. Gibt der Goldpreis mal wieder etwas deutlicher nach, werden zahlreiche Stoploss getriggert und wirken wie ein Brandbeschleuniger. Danke für den informativen Artikel!

  2. Naja, soo dramatisch ist es nun wirklich nicht.
    Andere Commodities und Futures haben weit stärker divergierende Positionierungen.
    Beispiel Kupfer, Euro, Zucker, Kakao ..
    Im übrigen ist die Gold-Voltilität nach wie vor auf historisch niedrigem Niveau.
    Nicht vergessen:
    CoT Daten und die daraus abgeleiteten Sentiment Indikatoren sind mit grösster Vorsicht zu geniessen. Wirklich aussagekräftig sind sie bestenfalls in jenen Commodities, die kaum vom „breiten Markt“ gehandelt werden.
    Der Goldmarkt, Ölmarkt und auch Silber ist zum Teil eine Spielwiese für unzählige Amateure und Zocker.
    Wirklich Information geben nur die „dicken Strikes“ und deren Open Interest in den zugehörigen Optionen, sowie die VERÄNDERUNG DES OPEN INTEREST.
    Die reine Betrachtung der CoT Daten allein – mit welchen Differenzen auch immer – ist m.E. Kaffeesatzleserei mit Potenzial zu Hysterie und dramatischer Formulierung.
    Dennoch trägt Ihr Artikel zum Beschäftigen mit der Materie bei.
    Auch wenn er nur winzige Kratzer an der Oberfläche produziert.
    Vielen Dank

    1. Guter Hinweis, danke.

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