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Handelskrieg-Eskalation: Neue US-Zölle gegen China über 200 Milliarden Dollar

Claudio Kummerfeld

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am

Der Handelskrieg eskaliert. US-Präsident Trump fliegt zum Nato-Gipfel, und überlasst die nächst Stufe der Eskalation erstmal seinem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer. Nachdem die USA letzte Woche für 50 Milliarden Dollar Zölle gegen China eingeführt hatten, waren die Chinesen doch glatt so unverschämt sofort Gegenzölle über die selbe Summe zu verhängen. So kann man die US-Sichtweise aus der aktuellen Veröffentlichung von Herrn Lighthizer herauslesen.

Daher müssten die USA nun den nächsten Schritt machen. Man werde weitere Zölle in Höhe von 10% betreffend eines Volumens von 200 Milliarden Dollar jährlich einführen. Das geht nicht sofort, denn erst einmal werde es vom 20.-23. August Anhörungen geben. Dies sind natürlich nur Formalien, von daher wird es erst danach diese Zölle geben. Aber die Zölle über 200 Milliarden Dollar werden kommen!

Seit über einem Jahr habe man inzwischen den Chinesen gesagt sie sollten doch bitte endlich ihre unfairen Praktiken beenden, so Lighthizer. Man habe eine Öffnung der chinesischen Märkte und wirklichen Wettbewerb erwartet, was aber nicht geschehen sei. So ganz Unrecht hat er mit dieser Kritik nicht. Denn auch EU und Deutschland beklagen stets die teilweise Abschottung durch die Chinesen, während sie in EU und USA völlig frei agieren können.

Im Bestreben die Europäer als Partner gegen Trump zu gewinnen, hatten sie jüngst gegenüber Angela Merkel eine weitere Öffnung für die EU angekündigt. Aber zurück zu den USA. Die Liste der nun zu verteuernden Produkte ist extrem lang (hier einsehbar). Nur ein paar Beispiele: Betroffen sind zum Beispiel Möbel, Fisch, Fleisch, Lampen, Fahrradteile, Autoteile, PC-Bildschirme, Videokameras, Baseball-Handschuhe, Handtaschen und und und. 10% ist nicht so schlimm wie 25% auf Stahl.

Aber dennoch: Die US-Einzelhändler verkaufen Gebrauchtwaren wie vorhin aufgeführt zu großen Teilen aus chinesischer Produktion. US-Hersteller gibt es für viele dieser Waren gar nicht. Also dürften die US-Einzelhandelspreise nach Einführung dieser Zölle deutlich steigen, und somit auch die Inflation (Verbraucherpreise). Es sei denn die US-Einzelhändler verzichten auf ihre Gewinnmarge, was wenig wahrscheinlich ist. Also dürfte die Fed womöglich gezwungen sein, die Zinsen stärker und zügiger anzuheben als gedacht. Hier auszugsweise der aktuelle Wortlaut von Robert Lighthizer:

“USTR’s Section 301 report found that Chinese policies and practices force U.S. innovators to hand over their technology and know-how as the price of doing business in China. China also uses non-economic means to obtain U.S. technology, such as using state-owned funds and companies to buy up American businesses and imposing burdensome intellectual property licensing requirements in China. USTR’s report also found that the Chinese government sponsors the outright theft of U.S. technology for commercial benefit. These practices are an existential threat to America’s most critical comparative advantage and the future of our economy: our intellectual property and technology.

“For over a year, the Trump Administration has patiently urged China to stop its unfair practices, open its market, and engage in true market competition. We have been very clear and detailed regarding the specific changes China should undertake. Unfortunately, China has not changed its behavior – behavior that puts the future of the U.S. economy at risk. Rather than address our legitimate concerns, China has begun to retaliate against U.S. products. There is no justification for such action.

“As in the past, the United States is willing to engage in efforts that could lead to a resolution of our concerns about China’s unfair trade practices and to China opening its market to U.S. goods and services. In the meantime, we will remain vigilant in defending the ability of our workers and businesses to compete on a fair and reciprocal basis.”

Handelskrieg - chinesisches Containerschiff
Der Handelskrieg eskaliert. Beispielfotos eines chinesischen Containerschiffs. Foto: Keith Skipper (CC BY-SA 2.0)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    tm

    11. Juli 2018 09:47 at 09:47

    Weil also Trump nun die US-Konsumenten – letztlich mit einer Art Steuer auf bestimmte Produkte – bestrtaft, sollen nun auch chinesische und europäische Konsumenten bestraft werden und höhere Preise auf US-Produkte bezahhlen?

    Das macht wenig Sinn.

  2. Avatar

    Columbo

    11. Juli 2018 13:15 at 13:15

    Mögliche Zölle auf chinesische Waren:

    Lebende Aale
    Dachshaar
    Klopapier
    Gebläse für Orgeln

    Zölle auf Orgelgebläse find ich besonders schlimm, gerade für Regionen wie Bayern und Tirol?.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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