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Handelskrieg: Fordert China Abschaffung aller Zölle?

China will die Abschaffung aller Strafzölle, um den Phase1-Deakl zu unterschreiben. Das kann und wird Trump aber nicht machen..

Markus Fugmann

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Die Märkte sind inzwischen geradezu euphorisch in Sachen Handelskrieg: Man geht davon aus (und preist es immer wieder neu ein!), dass es eine Einigung zwischen den USA und China auf den Phase1-Deal geben wird und damit dann eine weitere Eskalation nicht nur vermieden wird, sondern das Thema Handelskrieg insgesamt ad acta gelegt werden könne.

Nun scheint das Problem bei dieser Annahme zu sein, dass der unerschütterliche Glaube an einen Handelsdeal verkennt, dass es um viel mehr geht als um Handel oder Handelsbilanzdefizite: es geht um die Aufrechterhaltung der Hegemonie der USA gegenüber dem Aufsteiger China. Der Kampf um diese Hegemonie spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab: es geht um Technologie (daher der US-Bann gegen den chinesischen Technologie-Vorreiter Huawei), und es geht vor allem um die Kontrolle von Seewegen (daher die Auseinandersetzung der beiden Weltmächte im Südchinesischen Meer).

Vor allem letzteres ist für China absolut zentral – man hat aus der Geschichte gelernt, dass die Sowjetunion deshalb keine Chance gegen die USA hatten, weil sie die Seewege nicht kontrollieren konnte und damit den USA strategisch hoffnungslos unterlegen war.

Vor allem US-Präsident Trump aber will den Konkurrenten China klein halten – dass er sich nun geschmeidiger zeigt, liegt wohl nur daran, dass er die ökonomischen Auswirkungen des Handelskriegs auf die USA fürchtet, die ihn seine Wiederwahl kosten könnten. Er ist daher in einem Konflikt zwischen kurzfristigem Interesse (Deal machen) und langfristiger Strategie, die auf einen Deal eigentlich keinen Wert legt, sondern vor allem Chinas Wirtschaft schwächen soll (daher immer wieder die Aussagen Trumps über die vermeintliche Schwäche der chinesischen Wirtschaft).

Damit nun der Phase1-Deal unterzeichnet werden kann, will China offensichtlich, dass die USA zumindest die ab 01.September eingeführten Zölle von 15% wieder abschaffen:

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Aber vielleicht sind es nicht nur die im September erhobenen Zölle, sondern alle Strafzölle seit Beginn des Handelskriegs, die die USA abschafffen müssen, damit Peking bereit ist, einen Deal zu unterschreiben. So äussert sich das stets gut informierte „Orakel von Peking“ Hu Xijin, Chefredakteur der Global Times, heute morgen:

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Wenn das der Fall ist, so unsere Prognose, wird es keinen Phase1-Deal geben, denn das langfristige Ziel Trumps im Handelskrieg (Schwächung Chinas) würde durch kurzfristige Vorteile (Rally an den Aktienmärkten, weil der Handelskrieg beendet scheint) nicht aufgewogen!

Mit anderen Worten: der schon lange eingepreiste Deal ist wohl weniger sicher, als die Märkte annehmen. Wenn Peking die Abschaffung aller Zölle zur Voraussetzung macht, um den Phase1-Deal zu unterschreiben, kann und wird Trump dem nicht zustimmen!

Übrigens – der Handelskrieg hat vor allem in der chinesischen Bevölkerung seine Spuren hinterlassen: nach einer heute veröffentlichten Umfrage sagen mehr als dreiviertel der befragten Chinesen, dass sie am Single´s Day (11.November) explizit keine amerikanischen Produkte kaufen wollen..

 

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Der Handelskrieg ist noch lange nicht beendet

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    5. November 2019 12:11 at 12:11

    Auf den Punkt gebracht👍.

  2. Avatar

    Doris

    5. November 2019 12:20 at 12:20

    Oh ohhh
    HU XIJIN: Based on what i know….
    alle Zölle weg oder keinen Deal!
    autsch

  3. Avatar

    Roberto

    5. November 2019 12:40 at 12:40

    Die Frage wird sein wie die Märkte darauf reagieren. Aktuell sieht es ja nicht sonderlich danach aus, als würden sie in Panik verkaufen. Jede Nachricht wird vom Markt in seiner „eigenen“ Sprache ausgewertet, die uns normalos wohl für immer verborgen bleiben wird :-)
    Die Märkte sagen sich anscheinend . “ so what, die Zölle werden abgeschafft weil man sich doch so lieb hat „…..so zumindest sieht es aktuell aus.

  4. Avatar

    Hesterberg

    5. November 2019 13:18 at 13:18

    Es ist wie auf dem Schulhof. Die beiden dominierenden Jungs sind Rivalen und kämpfen um die Vorherrschaft. Aus Angst, vielleicht doch zu unterliegen, vermeiden beide zunächst eine alles klärende Prügelei, sondern bekriegen sich zunächst verbal. Der Verbalkrieg nutzt sich aber mit der Zeit ab und er offenbart mehr und mehr Schwächen. Irgendwann kommt dann immer die Phase, in der einer der Jungs spürt, dass er stärker ist und die Angst des anderen größer. Jetzt muss er zuschlagen und zwar nicht halbherzig und zögerlich, sondern mit aller Kraft und Entschlossenheit. Fast immer wird dieser Junge dann als Sieger hervorgehen und er hat dem anderen dann meist für lange Zeit jeden Schneid abgekauft.

    Trump hat den richtigen Zeitpunkt verpasst und sich als Bluffer geoutet. Die Chinesen werden jetzt zuschlagen, in dem sie hohe Zugeständnisse einfordern. Geht Trump darauf ein, offenbart er sich als Schwächling und stellt die schwindende Vormachtstellung der USA damit öffentlich unter Beweis. Kämpft er, wird er die größeren Blessuren davontragen.

    Ich hoffe, er kämpft. Das wäre gut für die Bären.

  5. Avatar

    Roberto

    5. November 2019 13:53 at 13:53

    @Hesterberg, schön erklärt :-). Ich denke aber das er die Zölle abschaffen wird. Denn die Wiederwahl ist für ihn das ALLERWICHTIGSTE. Schon aus Gründen der evtentuellen Strafverfolgung wird er sich an sein Amt klammern. Und eine Wiederwahl gewinnt man nicht mit einem Crash am Aktienmarkt im Rücken. Und das allein ist und wird sein Beweggrund sein. Er wird auch diese „Schwäche“ als Stärke interpretieren. Und eines kannst mir glauben. Die dummen Märkte werden es ihm abnehmen :-)))

    • Avatar

      Dorinella

      6. November 2019 09:39 at 09:39

      @Roberto, ich denke auch dass er in irgendeiner Weise drauf eingehen wird und zwar so, dass er es als seinen phänomenalen Erfolg dastellen kann. ABER: Alle Zölle beinhaltet auch die Stahlzölle !! Und gerade aus China kommt der absolute Billigstahl, der ja das Dilemma der Stahlindustrie in den USA mit ausgelöst hat. Ich bin mir nicht sicher, ob er die neu geschaffenen Stahlarbeiter-jobs jetzt wieder riskiert

  6. Avatar

    Roberto

    6. November 2019 10:08 at 10:08

    @Dorinella, ja, der super Präsident wird wohl eine Formulierung finden um die Märkte auf seine Seite zu bringen. Wir sollten uns aber daran erinnern, als der erste Deal abgesagt wurde. Trump sagte damals das die Chinesen ihr Wort nicht gehalten haben und daher die Verhandlungen abgebrochen wurden. Er sagte das sie kurz vor Schluss mit neuen Forderungen gekommen sind, die er so nicht akzeptieren kann. Und nun wiederholt sich dieses Spiel wohl wieder. Also hatte Trump damals wohl die Wahrheit gesagt. Und da stellt sich mir die Frage : platzt Trump aktuell gerade der Hals, der immer dicker wird vor Wut ??? Denn es ist nun schon das zweite mal das kurz vor Einigung neue Forderungen von den Chinesen kommen. Fragen über Fragen….aber sehr bald werden wir es erfahren.

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Aktienmärkte: Ich glaube an die Jahresendrally! Marktgeflüster (Video)

Sehen wir nun also jetzt schon den Beginn der Jahresendrally, kommt jetzt also die weitere, ungebrochene Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute einmal mehr stark – weil Trump nun den Übergang zu Biden ermöglicht hat und Janet Yellen wohl neue US-Finanzminsterin wird (allerdings überschätzen die Märkte ihre Möglichkeiten, sie muß sich mit Mitch McConell auseinandersetzen!). Sehen wir nun also eine Jahresendrally, also die ungebrochene weitere Aufwärtsbewegung? Eher unwahrscheinlich – zuvor braucht es eher noch einmal eine Korrektur der völlig überhitzten Aktienmärkte (vor allem Energie-Werte etc.), bevor dann eben diese Jahresendrally einsetzen kann. Was für diese Korrektur fehlt ist ein Katalysator, eine Meldung, die die bereits all-in Investierten auf dem falschen Fuß erwischt und aus dem Markt kegelt, bevor dann die starken Hände wieder kaufen..

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Aktuell: Dow mit Allzeithoch, Ölpreis steigt – warum der Goldpreis bei 1.800 Dollar hängt

Claudio Kummerfeld

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Aktuell tut sich einiges an den Märkten. Der Dow Jones hat vorhin mit 29.996 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktienmärkte sind in guter Laune. Der Dax ist von seinem Hoch aus dem Frühjahr immer noch gut 500 Punkte entfernt, aber er klettert auch mit nach oben. Der Ölpreis steigt, der Goldpreis fällt weiter. Aber warum? Neben den positiven Corona-Nachrichten bringt heute eine weitere gute Nachricht neuen frischen Schub für die Aktienmärkte. Donald Trump macht nun offenbar den Weg frei für die Amtsübergabe an die Biden-Administration. Damit haben die Märkte mehr Sicherheit, dass in den USA wohl doch kein großes Chaos oder eine Verfassungskrise ausbrechen wird.

Außerdem scheint Joe Biden die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen zur neuen US-Finanzministerin machen zu wollen. Auch das freut den Markt. Die Geldflut kann weiter gehen, und die Konjunktur in den USA dürfte weiteren staatlichen Stimulus erhalten. Das pusht die Aktienmärkte, und auch der Ölpreis steigt kräftig. Alleine seit heute Nacht bei 43 Dollar steigt der WTI-Ölpreis aktuell auf 44,94 Dollar. Mehr Konjunktur-Stimulus bedeutet auch mehr Öl-Nachfrage. Logisch, dass da der Ölpreis ansteigt.

Goldpreis verliert gegen Aktienmärkte

Gold ist der Verlierer. In so einem positiven Umfeld schichten die Börsianer in risikoreichere Geldanlagen wie Aktien um, und der Goldpreis fällt. Nach positiven US-Konjunkturdaten von gestern war der Goldpreis bereits spürbar gefallen, von gestern 1.868 Dollar bis vorhin auf genau 1.800 Dollar im Tief. Ein große runde Marke ist immer wichtig für die Börsianer. Drüber und drunter liegen in der Regel viele Stop-Orders.

In den letzten Augenblicken kann der Goldpreis leicht auf 1.807 Dollar steigen, aber die Lage ist doch sehr wacklig. Es kann auch in Kürze einen Abwärtsschub unter 1.800 Dollar geben. Interessant: Die Bewegung im US-Dollar scheint derzeit weniger Einfluss auf den Goldpreis zu haben. Die negative Korrelation zwischen den beiden funktioniert diese Woche nicht so richtig. Vielmehr ist es aktuell eine negative Korrelation zwischen Gold und Aktienmärkten. Der Chart reicht bis Mitte letzter Woche zurück. Wir sehen den steigenden Dow Jones gegen den fallenden Goldpreis. Die aktuell gute Stimmung für risikoreichere Assets drückt gegen Gold.

Chart zeigt Kursverlauf von Dow Jones gegen Goldpreis seit letzter Woche

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei Dow Jones und Nasdaq

Rüdiger Born

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Die aktuelle Lage bei Dow Jones und Nasdaq bespreche ich direkt am Chart im folgenden Video. Sind derzeit gute Tradingchancen zu finden?

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