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Handelskrieg – Trump hat sich verzockt

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Heute Nacht haben die Finanzmärkte über die Meldung gejubelt, dass die Delegationen der USA und China ein “sehr gutes” Telefonat geführt hätten – die asiatischen Märkte preisten zum x-ten Mal nachlassende Sorgen im Handelskrieg ein. Man will sich nun Anfang Oktober in Washington treffen – aber warum wird nach wie vor kein konkreter Termin genannt für das Treffen? Offenkundig müssen überhaupt durch niederrangige Delegationen erst einmal die Gesprächsgrundlagen geschaffen werden, der Weg ist nach der jüngsten Zoll-Eskalation also offenkundig noch sehr weit in Richtung einer wirklichen Verständigung!

China spielt offenkundig weiter auf Zeit – während Trump mit der Verschiebung der Zollanhebungen etwa für Smartphones zeigt, wie sehr er auf den US-Konsumenten Rücksicht nehmen muß im so wichtigen US-Weihnachtsgeschäft. Einmal ganz davon abgesehen, dass eine fallende Wall Street und eine immer stärker abkühlende Konjunktur Trumps Spielraum im Handelskrieg stark einschränken dürfte.

Gestern hatte Trump in einem Interview gesagt, dass die Auseinandersetzung mit China wichtiger sei als die US-Wirtschaft (“To me, this is much more important than the economy”):

Aber hat sich Trump nun verzockt? Ist er dabei, mit und durch den Handelskrieg seine Wiederwahl zu verspielen? Einschätzungen dazu von Florian Homm:

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Forexmonky

    5. September 2019 15:47 at 15:47

    Was passiert wenn es keine Einigung vor der Wahl geben wird aber Trump trotzdem gewinnt?
    Ist dieses Szenario den Chinesen es wert es herauszufinden? Ich denke das sie dann All in gehen würden und der Donald es nachher auch so “bestrafen” wird.

  2. Avatar

    sabine

    5. September 2019 17:07 at 17:07

    a) Wirtschaftlich wurde China unter Demokraten und Republikanern vor allem mit US-Milliarden zur Werkbank der Welt aufgebaut, sodaß viele Produkte gar nicht mehr in USA hergestellt werden. Rentiert sich auch nicht bei den Minilöhnen der Chinesen, die nur in schmutzigen “Hochhauslöchern” wohnen. “Plattenbauten” kennen wir ja. Durchschn.Einkommen in China 8.000€/Jahr, USA 54.000€. Weltmachtstellung Chinas also nur aufgrund der Produktion auf extrem billigem Niveau.
    https://www.laenderdaten.info/durchschnittseinkommen.php
    https://blog.zeit.de/china/2014/10/17/chinas-extreme-ungleichheit/
    Die Millionäre haben sich in China von 2012/1,5 Millionen ein Jahr später auf 2,4 Millionen Millionäre erhöht! Aber die große Armut im Land bleibt davon unberührt!!! Wie in Saudi Arabien!
    Für die Weltbank sind Menschen mit weniger als 1,25 Dollar / Tag extrem arm. Gemäß dem Bericht der Zentralregierung Chinas Okt 2014 liegt die Zahl der Armen (unter 1,25 $/Tag) bei über 200 Millionen. Bei 1,2 Milliarden Menschen jeder sechste bitterarm.

    b) Militärisch waren für USA Afghanistan, Lybien, Irak, Rußland der große Feind.
    c) Trump ändert dies: China ist der große Wirtschaftsfeind Nr.1 und macht den USA den 1. Weltplatz streitig, als Diktatur viel einfacher in gewissen Dingen. Diese Umstellung ist für Trump nicht so einfach, Geld und Produktion zurückzuholen. China hat bisher oft unter Herstellkosten verkauft, da ja immer tonnenweise Investgeld reinregnete. Kein Investor wollte zuspät sein.. ..

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Devisen

Dax, Euro und Goldpreis nach EZB-Entscheidung und US-Daten

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Wie haben Dax, Euro und Goldpreis auf die aktuelle Entscheidung der EZB reagiert, und danach auf die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe? Schauen wir uns das mal an. Um 13:45 Uhr verkündete die EZB (hier die Details und hier die PK-Erläuterungen), dass das Notkaufprogramm für Anleihen in der Coronakrise namens “PEPP” in Höhe von bislang 750 Milliarden Euro um 600 Milliarden Euro aufgestockt wird. Das war der wichtigste Punkt der Verkündung. Um 14:30 Uhr wurden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA veröffentlicht. Mit 1,88 Millionen lag die Zahl im Rahmen der Erwartungen (1,8).

Dax

Unterm Strich hätte der Dax kräftig weiter steigen müssen, wenn die EZB zusätzlich 600 Milliarden Euro ins System pumpt? Direkt vor der EZB-Verkündung notierte der deutsche Leitindex bei 12.415 Punkten, stieg dann ab 13:45 Uhr schnell an auf bis zu 12.558 Punkten in der Spitze, um dann auf 12.323 Punkte zu fallen. Unterm Strich notiert der Dax jetzt mit 12.451 Punkten nur minimal höher als vorher. Es könnte sein, dass die Euphorie der letzten Tage fortgesetzt wird, dass aber nach der doppelten Datenflut die ALGOS (Computerprogramme), die den Handel beherrschen, etwas verrückt gespielt haben die letzten drei Stunden?

Euro

Der Euro hätte bei noch mehr Gelddrucken in Euroland eigentlich fallen müssen? War offenkundig eine größere Stimulus-Summe am Markt erwartet worden? Denn ab 13:45 Uhr stieg der Euro gegen den US-Dollar von 1,1203 schnell auf 1,1271. Mit aktuell 1,1317 kann der Euro dieses erhöhte Niveau sogar noch ausbauen. Im größeren Bild (Kursverlauf im Chart seit dem 5. Mai) kann man sagen, dass der Euro trotz EZB-Geldschwemme seinen Aufwärtstrend fortsetzen kann. Der Dollar ist derzeit echt schwach unterwegs, auch gegen andere Währungen.

Euro vs US-Dollar seit dem 5. Mai

Goldpreis

Der Goldpreis notierte kurz vor 13:45 Uhr bei 1.709 Dollar. Aber erst dank der US-Daten konnte er bis auf 1.718 Dollar steigen, was aber keine nachhaltige Stärke war. Aktuell notiert Gold wieder bei 1.705 Dollar. Die neue Geldschwemme der EZB stärkt also (zumindest ganz aktuell) nicht das Vertrauen der Anleger in den Fluchthafen Nummer 1. Aber wir bleiben dabei, auch wenn wir keine Glaskugel haben. Man sollte Gold nicht aufgeben, und schnelle Anstiege im Goldpreis bleiben möglich, die dann wieder nachhaltiger sind als vorhin.

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Indizes

Rüdiger Born: Indizes im Fokus – wie geht es weiter?

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