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Handelsstreit USA-China: Pokern bis Samstagnacht

Das Hin-und-Her um einen Deal beim G20-Gipfel im Handelsstreit USA-China dürfte eine Freude für Daytrader sein, aber auch ein Horror für Kapitalanleger, die einen konservativen Anlagestil pflegen..

Es dürfte eine Freude für Daytrader sein, aber auch ein Horror für Kapitalanleger, die einen konservativen Anlagestil pflegen, das Hin-und-Her um einen Deal beim G20-Gipfel im Handelsstreit USA-China.

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Was sagen uns die Kursreaktionen vom Mittwoch und Donnerstag?

Wenn man sich die kurzfristigen Marktreaktionen nach dem etwas missverstandenen Statement von US-Finanzminister Mnuchin „der Deal steht zu 90 Prozent“, der hoffnungsvollen Ankündigung der South China Morning Post am Morgen des Donnerstag „die Zeichen stehen auf Waffenstillstand und Verschiebung der neuen Zölle“ ansieht und zugleich das Dementi des Wall Street Journals mit den zentralen Forderungen „auf Beendigung des Huawei-Banns und der Abschaffung der bisherigen Zölle“, so könnte man auf folgende Schlussfolgerungen kommen:

Beide Seiten pokern bis zum Schluss. Trump angesichts der vermeintlichen Stärke der US-Wirtschaft und der Überzeugung China brauche einen Deal notwendiger und China im Bewusstsein der Achillesferse der Amerikaner.
Warum macht denn ausgerechnet Steve Mnuchin immer Hoffnung auf das Zustandekommen zumindest eines Waffenstillstandes Handelsstreit USA-China?

Mnuchin ist der Wall Street-Profi, er liest die Wirtschaftszahlen anders als Trump, der sich an rückwärtsgewandten Indikatoren orientiert. Der große Umsetzer der Steuerreform von 2017 wird dem Präsidenten schon mehrfach erläutert haben, welche Reaktionen ein Scheitern der Gespräche beim G20-Gipfel und eine weitere Zollkeule haben wird. Kurzfristig in den Marktreaktionen und mittelfristig im Absturz der Wirtschaftszahlen (Frühindikatoren, Verbrauchervertrauen).

 

Fazit: Was bringt das Gespräch Trump-Xi Jinping im Handelsstreit USA-China?

Es ist eine Situation entstanden, aus der Donald Trump nicht unbeschadet herauskommt. Er will seinen Wählern (im mittleren Westen) Stärke demonstrieren, obwohl diese bereits heftig gegen seine Zollpolitik opponieren, zugleich Rücksicht nehmen auf die großen High-Tech-Konzerne, die vor Arbeitsplatzverlusten warnen (Brandbrief).

Bleibt er hart und setzt in punkto Zöllen noch einen drauf, wird er am Montag einen Abverkauf an der Wall Street sehen, der sich gewaschen hat. Warum sind die Kurse in den letzten Wochen so famos gestiegen? Klar, auch wegen der Zinssenkungshoffnungen, aber auch wegen der Einschätzung zahlreicher Anleger, die nicht an die Eskalation glauben.

Diese würden erstmal die Reißleine ziehen und Gewinne mitnehmen. Der Juni hat bisher eine Aktienperformance erbracht, die es schon seit langer Zeit (22 Jahre) nicht mehr gegeben hat – trotz rückläufiger Indikatoren. Allein das schreit schon nach Korrektur und verzeiht keine Enttäuschung.

Wieviel Kursverluste wird der Chefbeobachter des Dow Jones ertragen können?

Vermutlich nicht all zu viel, deshalb ist für mich die „Waffenstillstandsvariante“ am Wochenende die Wahrscheinlichste.

Um nicht missverstanden zu werden: Die Zeichen stehen auf Wirtschaftsabschwung weltweit, aber das oben Beschriebene entspricht meiner Sicht der Situation für die nächsten Tage.

Donald Trump will mindestens drei Prozent Wirtschaftswachstum und einen Dow Jones bei 30 000 Punkten. Er selbst hat die Märkte durch seine „Hoch-Tweeterei“ auf eine richtige Fallhöhe gebracht und er hat es selbst in der Hand schon kurzfristig den Fall der Aktienmärkte auszulösen.

 

Gibt es einen Deal im Handelsstreit USA-China?



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2 Kommentare

  1. Und doch ist Trump immer wieder für eine Überraschung gut.
    Könnte mir eine Entschärfung bei Huawei vorstellen als Geste, z.B. den Bann für Smartphones aufzuheben (wie Google wünscht) und nur bei Mobile Infrastruktur beibehalten.
    Im Gegenzug müsste China aber auch etwas bieten. Bloss was? Die stehen ja praktisch mit leeren Händen da. Die müssen sich was gleichwertiges einfallen lassen.
    Bei den Zöllen rechne ich mit vorläufigem Waffenstillstand.
    Wie auch immer: übers Wochenende flat.

  2. Donald Trump hat sich selbst in eine umlösbare Situation gebracht. Er kann sich in Osaka zugunsten der Wall Street entweder zum Deppen machen und klein beigeben oder ohne Ergebnis mit viel Wut im Bauch wieder nach Hause fliegen. Mehr ist nicht drin.

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