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Handelsstreit USA-China: Pokern bis Samstagnacht

Das Hin-und-Her um einen Deal beim G20-Gipfel im Handelsstreit USA-China dürfte eine Freude für Daytrader sein, aber auch ein Horror für Kapitalanleger, die einen konservativen Anlagestil pflegen..

Wolfgang Müller

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Es dürfte eine Freude für Daytrader sein, aber auch ein Horror für Kapitalanleger, die einen konservativen Anlagestil pflegen, das Hin-und-Her um einen Deal beim G20-Gipfel im Handelsstreit USA-China.

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Was sagen uns die Kursreaktionen vom Mittwoch und Donnerstag?

Wenn man sich die kurzfristigen Marktreaktionen nach dem etwas missverstandenen Statement von US-Finanzminister Mnuchin „der Deal steht zu 90 Prozent“, der hoffnungsvollen Ankündigung der South China Morning Post am Morgen des Donnerstag „die Zeichen stehen auf Waffenstillstand und Verschiebung der neuen Zölle“ ansieht und zugleich das Dementi des Wall Street Journals mit den zentralen Forderungen „auf Beendigung des Huawei-Banns und der Abschaffung der bisherigen Zölle“, so könnte man auf folgende Schlussfolgerungen kommen:

Beide Seiten pokern bis zum Schluss. Trump angesichts der vermeintlichen Stärke der US-Wirtschaft und der Überzeugung China brauche einen Deal notwendiger und China im Bewusstsein der Achillesferse der Amerikaner.
Warum macht denn ausgerechnet Steve Mnuchin immer Hoffnung auf das Zustandekommen zumindest eines Waffenstillstandes Handelsstreit USA-China?

Mnuchin ist der Wall Street-Profi, er liest die Wirtschaftszahlen anders als Trump, der sich an rückwärtsgewandten Indikatoren orientiert. Der große Umsetzer der Steuerreform von 2017 wird dem Präsidenten schon mehrfach erläutert haben, welche Reaktionen ein Scheitern der Gespräche beim G20-Gipfel und eine weitere Zollkeule haben wird. Kurzfristig in den Marktreaktionen und mittelfristig im Absturz der Wirtschaftszahlen (Frühindikatoren, Verbrauchervertrauen).

 

Fazit: Was bringt das Gespräch Trump-Xi Jinping im Handelsstreit USA-China?

Es ist eine Situation entstanden, aus der Donald Trump nicht unbeschadet herauskommt. Er will seinen Wählern (im mittleren Westen) Stärke demonstrieren, obwohl diese bereits heftig gegen seine Zollpolitik opponieren, zugleich Rücksicht nehmen auf die großen High-Tech-Konzerne, die vor Arbeitsplatzverlusten warnen (Brandbrief).

Bleibt er hart und setzt in punkto Zöllen noch einen drauf, wird er am Montag einen Abverkauf an der Wall Street sehen, der sich gewaschen hat. Warum sind die Kurse in den letzten Wochen so famos gestiegen? Klar, auch wegen der Zinssenkungshoffnungen, aber auch wegen der Einschätzung zahlreicher Anleger, die nicht an die Eskalation glauben.

Diese würden erstmal die Reißleine ziehen und Gewinne mitnehmen. Der Juni hat bisher eine Aktienperformance erbracht, die es schon seit langer Zeit (22 Jahre) nicht mehr gegeben hat – trotz rückläufiger Indikatoren. Allein das schreit schon nach Korrektur und verzeiht keine Enttäuschung.

Wieviel Kursverluste wird der Chefbeobachter des Dow Jones ertragen können?

Vermutlich nicht all zu viel, deshalb ist für mich die „Waffenstillstandsvariante“ am Wochenende die Wahrscheinlichste.

Um nicht missverstanden zu werden: Die Zeichen stehen auf Wirtschaftsabschwung weltweit, aber das oben Beschriebene entspricht meiner Sicht der Situation für die nächsten Tage.

Donald Trump will mindestens drei Prozent Wirtschaftswachstum und einen Dow Jones bei 30 000 Punkten. Er selbst hat die Märkte durch seine „Hoch-Tweeterei“ auf eine richtige Fallhöhe gebracht und er hat es selbst in der Hand schon kurzfristig den Fall der Aktienmärkte auszulösen.

 

Gibt es einen Deal im Handelsstreit USA-China?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Dave

    28. Juni 2019 10:58 at 10:58

    Und doch ist Trump immer wieder für eine Überraschung gut.
    Könnte mir eine Entschärfung bei Huawei vorstellen als Geste, z.B. den Bann für Smartphones aufzuheben (wie Google wünscht) und nur bei Mobile Infrastruktur beibehalten.
    Im Gegenzug müsste China aber auch etwas bieten. Bloss was? Die stehen ja praktisch mit leeren Händen da. Die müssen sich was gleichwertiges einfallen lassen.
    Bei den Zöllen rechne ich mit vorläufigem Waffenstillstand.
    Wie auch immer: übers Wochenende flat.

  2. Avatar

    Hesterberg

    28. Juni 2019 17:59 at 17:59

    Donald Trump hat sich selbst in eine umlösbare Situation gebracht. Er kann sich in Osaka zugunsten der Wall Street entweder zum Deppen machen und klein beigeben oder ohne Ergebnis mit viel Wut im Bauch wieder nach Hause fliegen. Mehr ist nicht drin.

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Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Aktienmärkte: Abkühlung gefällig nach dem Novemberwunder?

Der Börsenmonat November wird in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat!

Wolfgang Müller

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Wenn es noch ein paar Tage so weitergeht, wird der Börsenmonat November in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat. Doch gemach, zieht man die zwei vorherigen Monate mit in die Betrachtung, sieht es schon erheblich unspektakulärer aus. Dennoch lagen die Indizes am gestrigen Börsenschluss wieder deutlich im Plus und die Frage wird täglich aufs Neue gestellt: Wann kommt die Abkühlung?

Aktienmärkte: Die aktuelle Novemberbilanz

Vier Handelstage vor dem Monatsultimo – in den USA wegen Thanksgiving nur zweieinhalb – bahnt sich eine extrem gute Monatsbilanz der Aktienmärkte an. Am Ende des gestrigen Tages lagen sowohl Dow Jones, als auch S&P 500 mit 10 Prozent auf Monatssicht im Plus. Besonders spektakulär das Durchbrechen der 30.000-Punkte-Marke beim altwürdigen Index. Hatte nicht Präsident Trump davon gesprochen, dass die Aktienmärkte dramatisch einbrechen würden, falls er nicht wiedergewählt werden sollte? Ich hatte schon am 5.11. in einem Artikel („Aktienmärkte und Wahlausgang: Warum fallen die Märkte nicht?“) mit historischen Daten belegt, warum die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte überschätzt werde, es geht um andere Kriterien. Erstaunlicherweise liegt der Dax mit 11,5 Prozent seit der US-Wahl plus noch vor den US-Indizes, sicher auch wegen der Branchenrotation hin zu Value und weil der deutsche Leitindex einfach stets volatiler daherkommt.

Damit hätte der Monat bereits die durchschnittliche Jahresperformance der großen Indizes, über mehrere Jahrzehnte gerechnet, übertroffen. Und dies in einer Phase, in der viele Staaten gerade wieder in eine Rezession abrutschen. Aber das ist wiederum sehr häufig an der Börse, auch wenn Beobachter wieder viele unheimliche Kräfte für das Spiel verantwortlich machen. Wenn ein Wirtschaftsabschwung auf ein Ende zugeht, kommen oft die größten Zuwächse, wenn er dokumentiert wird, die Gewinnmitnahmen. Oder, „wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten.“

Die aktuelle Konjunkturlage

Am gestrigen Tag wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal in Deutschland veröffentlicht, es fiel mit plus 8,5 Prozent besser aus, als die vorherige Schätzung. Was aber kurstechnisch keine Rolle spielt, denn „fürs Gehabte gibts nichts“ so ein bekannter Börsenspruch aus der Vergangenheit. Aber vermutlich auch nicht für den Ifo-Index, der bereits zum zweiten Mal in Folge gefallen ist und die ständig weiter nach unten geschraubten Wachstumszahlen für Q4 des laufenden und Q1 des kommenden Jahres. Eine „Double-Dip-Recession“ steht in vielen Industriestaaten an, dennoch dürfte sich der Kursschaden (temporär) sehr in Grenzen halten, denn es gibt gewaltige Gegenkräfte. Doch dazu später mehr.

Die Branchenrotation

Auch wenn es bisher nicht zum Abverkauf der dominanten Hightech-Titel gekommen ist, wie ETFs auf „Information Technology“ beweisen, so ist doch eine gewaltige Rotation hin zu Value, zu Industrietiteln und vor allem zu Nebenwerten erkennbar (Russel 2000). Die Techwerte laufen seitwärts, die Zurückgebliebenen haussieren.

So im SPDR Industrial erkennbar, einem ETF auf amerikanische Industriewerte, genau wie in einem Sammelindex für die Luftfahrtindustrie, in einem Bankenindex, bei Versicherungen, bei Reise- und Freizeitindizes, im Energiesektor und bei Grundstoffwerten. Am stärksten lief die Rally bisher im Nebenwerte-Segment, dessen Index sich schon über 25 Prozent von seinem Aufwärtstrend nach oben abgesetzt hat.

Was sagt uns das alles? Die Aktienmärkte blicken nicht auf die Aktualität, wie eigentlich immer, auch wenn dies viele, gebannt durch die tägliche Berichterstattung nicht wahr haben wollen, sondern deutlich in die Zukunft. Und da erwartet man die Rückkehr zur Normalität, die Coronazeit wird ausgepreist.

Die Notenbankpolitik

Hat nicht vor kurzem eine US-Großbank von einem Re-Balancing bei Mischfonds gesprochen, dergestalt, dass man die Aktien/Anleihe-Relation von 60/40 wiederherstellen müsse und damit bis zum Jahresende weltweit Aktien in Höhe von 300 Milliarden Dollar zu verkaufen wären? Aber was ist diese Summe gegen die Geldflut der Notenbanken (Fed, EZB, BoJ, BoE, SNB), um nur die Größten zu nennen, die demnächst aktiv werden? Soll nicht Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden, die ehemalige Chefin von Jerome Powell? Der Fed-Chef wird sich eher mit der Professorin in Verbindung setzen, als mit Steven Mnuchin zu diskutieren, der in gut 30 Handelstagen sowieso nichts mehr zu sagen hat und wenn, könnte es die Neue umgehend wieder korrigieren.

Was nichts anderes heißt, als dass man in der schwierigen Phase des nochmaligen Anschwellens der Coronazahlen die Notenpresse in Gang hält, um zu unterstützen, wie es Jerome Powell erst kürzlich betont hat. In Kürze jährt sich der Kommunikationsgau von Powell zum zweiten Mal, als er 2018 die Aktienmärkte mit „hawkishen“ Bemerkungen bis fast ins Bärenterritorium gejagt hatte. Er wird gerade in der Phase der „transition“, des Übergangs, alles Marktschädliche unterlassen.

Die Impfhoffnung und die möglichen Konsequenzen

Auch wenn die Kursreaktionen nach jeder Impfstoffmeldung abnehmen, verbleibt das Vakzin gegen Covid-19 der fast alles bestimmende Faktor. Hunderte Impfzentren entstehen allein in Deutschland und wie viele werden es wohl weltweit werden, demnächst? Wird die Meldung für die Zulassung eines Impfstoffes und damit dem Beginn der Impfungswelle nicht noch einmal für einen Kurssprung sorgen? Wenn es Realität würde, dass man in 2 Minuten einen Menschen impfen könnte, so wie es in Deutschland berichtet wurde und das tausendfach in hunderten Impfzentren.

Würde dann die Zahl der Geimpften nicht schneller steigen, als es die Zahl bei den Infektionen in der Spitze getan haben – nur dann kontinuierlich? Ist es das, was die Märkte für das nächste Halbjahr einpreisen?

Fazit

Es kommt schon Vieles zusammen im Nebelmonat November. Ein Wahlkrimi, der anlegertechnisch in eine gewaltige Short Squeeze mündete und in eine Branchenrotation, die es nur ganz selten in dieser Ausprägung gab. Dann kamen noch die Impfstoffmeldungen, als Game Changer oben drauf, die das Ganze noch verstärkten. Als Turbo für viele ängstliche Investoren, die plötzlich Licht am Horizont sahen und eine Notwendigkeit für viele Investmentfonds, wenn man nicht endgültig gegen die passiven Vehikel ins Hintertreffen geraten will.

Am 9. November wurde durch die Märkte das Ende von Corona ausgerufen. Das Ergebnis ist eine Euphorie, die in normalen Situationen in einen gewaltigen Kurseinbruch münden würde. Wahrscheinlich aber nicht zum Ende des Coronajahrs 2020, in dem sich zwei Kräfte gegenseitig potenzieren: Die Hoffnung auf einen Anstieg der Wirtschaft zur Jahresmitte 2021, wenn „tote“ Branchen aufgrund der Impfauswirkungen zum Leben erweckt werden und eine Geldversorgung durch Notenbanken, die die Kapitalanleger „noch“ in eine Anlageklasse zwingt. Dennoch: Sollte es tatsächlich noch bis zum Monatsende mit den Kursen weiter nach oben gehen, der Monat November zum Jahrhundertrekord avancieren? Ich denke spätestens dann im Anschluss sollte die Schwerkraft mal kurz und kräftig zuschlagen. Ich bin nur auf den Anlass gespannt, wenn es wieder heißt „die Kurse machen die Nachrichten“  und die Aktienmärkte dann eine Zwischenkorrektur einlegen..

Die Aktienmärkte erleben im November eine Art Wunder

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