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Hapag-Lloyd: Der Staubsauger saugt weiter und hält Anschluss an die Spitze

FMW-Redaktion

Hapag-Lloyd als Deutschlands größte Containerreederei stand all die letzten Jahre nie so richtig gut da. Aber da erging es einem letztlich genau so wie der Konkurrenz im Container-Geschäft. Die Frachtraten im Keller, immer noch globale Überkapazitäten in der Schifffahrt. Da suchen die Großen (Maersk, CMA CGM, MSC) ihr Heil darin noch weiter zu wachsen, noch mehr Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz zu erringen usw. In diesem Spiel hält Hapag-Lloyd weiterhin Schritt und fusioniert aktuell mit der arabischen Reederei UASC. Damit wird man die weltweite Nummer 5. Es geht hierbei nur darum den Anschluss nach oben nicht zu verlieren!

Wie ein Staubsauger hatte man in den letzten Jahren schon andere kleinere Konkurrenten aufgekauft (CP Ships in Kanda) und hatte vor Kurzem erst sehr sinnvoll in Südamerika mit CSAV fusioniert. Damit stärkte man sein Standbein in Südamerika. Jetzt stärkt man es im arabischen Raum, und erhält durch die Fusion automatisch deutlich größere Containerschiffe in seine Flotte, als man selbst bisher nicht hatte. Das ist wichtig um kostentechnisch gerade mit Maersk weiter konkurrieren zu können, gerade auf den großen Asien-Europa-Strecken. Dort geht es um schiere Menge. Je mehr Container pro Schiffe, desto günstiger kann man die Kunden bedienen.

Die Altaktionäre von CSAV aus Chile bekamen für die Fusion ihren Anteil an Hapag-Lloyd, genau wie jetzt auch die Araber für UASC. Dieser Eigentümermix ist für Hapag mehr als erfreunlich, ganz im Gegenteil zu so manchen düsteren Befürchtungen. Denn man erinnere sich. Noch im Jahr 2008 wollte Singapurs Staatsreederei NOL Hapag-Lloyd für ein Trinkgeld aufkaufen und im Gegenzug die „Europazentrale von NOL“ nach Hamburg verlegen. Gut, dass man in Hamburg damals auf die Karte „Protektionismus“ setzte anstatt auf die Karte „Ausverkauf“, wie es so oft andernorts geschieht. Hätte man damals Ja gesagt, wo wäre die Firma jetzt? NOL ist inzwischen von CMA CGN gekauft worden. Der hiesige Standort wäre somit längst verschwunden. Steuern, Know How, Arbeitsplätze, das wäre jetzt irgendwo in Frankreich, Antwerpen oder Rotterdam versickert.

Aber was passierte stattdessen? Seit 2008 ist Hapag Lloyd selbst derjenige gewesen, der weiter gewachsen ist und weiterhin eigenständig bleibt. NOL ist jetzt lediglich nur noch ein asiatischer Außenposten von CMA CGM. Hapag hat weiterhin seine Zentrale mit allem drum herum in Deutschland. Die Aktionärsstruktur ist zumindest Stand heute breit und stabil aufgestellt mit der Stadt Hamburg mit 15% Anteil, Klaus-Michael Kühne mit 14%, den Chilenen mit 23%, Katar mit 14% und Saudi-Arabien mit 10%. Eine breite Streuung mit strategischen Investoren schützt relativ gut vor Übernahmen, und sorgt erst einmal dafür, dass die Firma selbst weiter wachsen kann. Das Beispiel Hapag-Lloyd zeigt: Protektionismus muss nicht immer etwas Schlechtes sein. Richtig angewandt für einen gewissen Zeitraum kann er etwas Wichtiges erhalten, und dafür sorgen, dass später für die eigene Volkswirtschaft etwas sehr Sinnvolles entsteht!

Ach ja, die Hapay-Lloyd-Aktie ist heute wenig begeistert. Das liegt aber an den weiter sehr schwachen Frachtraten, die die Reederei jetzt dazu zwingen die Ergebnisprognose abzusenken. Aktie heute -8%

Hapag-Lloyd
Die Hapag-Lloyd-Aktie seit dem Börsengang 2015. Ein eher mauer Kursverlauf, aber es hätte auch schlimmer kommen können.



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