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Hedgefondsmanager werden aussterben: Die Automaten machen inzwischen 27% der Wall Street-Umsätze

Die Zeiten der menschlichen Hedgefondsmanager sind gezählt – zumindest ist das Ende der generell durch Menschen gehandelten Zockerfonds absehbar. Das ist unsere Meinung. Denn abseits vielleicht einzelner erfolgreicher Manager sind sehr viele…

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FMW-Redaktion

Die Zeiten der menschlichen Hedgefondsmanager sind gezählt – zumindest ist das Ende der generell durch Menschen gehandelten Zockerfonds absehbar. Das ist unsere Meinung. Denn abseits vielleicht einzelner erfolgreicher Manager sind sehr viele von ihnen schlicht und einfach erfolglos und völlig überbezahlt, was zusätzlich an der Performance der Anleger frisst. Wohl auch deswegen werden die sogenannten Quant-Hedgefonds immer beliebter. Das zeigt sich aktuell an harten Daten, die sich das WSJ von der Research-Firma Tabb Group besorgt hat.


Beispielbild für aktiven Börsenhandel. Foto: Andyhill8/Wikipedia /Gemeinfrei

Laut diesen Daten entfallen schon jetzt 27% der Aktienumsätze an der Wall Street alleine nur auf diese Quant-Fonds, die letztlich nichts anderes sind als einmal von Menschen programmierte autonome Handelsprogramme. Das menschliche Fonds-Management so eines Hedgefonds hat nur zwei Aufgaben. Erstens geht es darum den Automaten, also die Computer-Software für den Aktienhandel so zu programmieren, wie der Handel des Fonds laufen soll. Da gibt es unendlich viele Spielarten. So kann ein Fonds in fallende Kurse hineinkaufen, oder in eine Hausse hineinkaufen, oder direkt nach wichtigen Wirtschaftsdaten kaufen oder shorten und und und.

Zweitens hat der menschliche Fondsmanager nur noch die Aufgabe im laufenden Handel zu checken, ob der Automat genau so handelt, wie man es sich bei der Programmierung vorgestellt hat. Die wenigen Menschen, die noch im Büro so eines Hedgefonds sitzen, sind letztlich nichts anderes mehr als Wartungsmechaniker, die dafür sorgen, dass die Maschine konstant und korrekt am Laufen bleibt. Das kann oftmals positive Effekte haben. Denn in der Finanzszene ist es kein Geheimnis, dass die meisten Fondsmanager nicht wirklich erfolgreicher sind als die Indizes. Folglich kann man auch gleich einen Indexfonds kaufen, oder eben auf höhere Erträge durch einen “Automaten-Hedgefonds” setzen, wodurch man hohe Verwaltungskosten spart.

Der Mensch als Fondsmanager, und dann vor allem bei Hedgefonds, ist oft extrem hoch bezahlt, und kassiert bei Gewinnen extrem saftig mit. Warum also das Ganze? Finanzgrößen wie Warren Buffett hatten sich genau über diese drastisch überbezahlten und oft erfolglosen Hedgefondsmanager beschwert. Der zunehmende Anteil der Automaten am Handel hat immer öfter auch negative Auswirkungen. Hin und wieder zeigt sich dies an der Oberfläche durch große Ereignisse wie den Flash Crash im Pfund Ende 2016 oder auch schon mehrmals in US-Indizes.

Wenn Automaten verkaufen, andere Automaten draufspringen, dazu noch jede Menge Stops von anderen Investoren ausgelöst werden, und dann noch mehr Automaten verkaufen, gibt es kurze und völlig sinnfreie Kursausschläge, die reale menschliche Anleger viel Geld kosten können. Neben 27% Anteil an der Wall Street durch die Quant-Fonds (2013 waren es noch 14%) folgen “normale” von Menschen gehandelte Hedgefonds mit einem Umsatzanteil von 20%. Erst danach kommen andere Institutionen wie normale Investmentfonds. Neben den ETFs, die stumpf einen Index nachbilden und ganz ohne aktives Management auskommen, werden wohl parallel dazu die Quant-Fonds mit ihren Softwareprogrammierern ebenfalls viele überbezahlte und grottenschlechte Fondsmanager arbeitslos machen.

2 Kommentare

2 Comments

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    Walter Schmid

    23. Mai 2017 16:15 at 16:15

    Mein Reden! Von mir aus könnte der Geldvernichtungsberufsstand in großen Teilen aussterben.

  2. Avatar

    Marko

    23. Mai 2017 20:57 at 20:57

    Also sind die “Roboter” besser, welche zum Zeitpunkt x/y mit dem Parametern a/b/c von Menschen programmiert wurden, oder reden wir über neuronale Netze / künstliche Intelligenz ? “Selbstlernende Maschinen” ?

    Wenn ca. 80-90 % der Menschen/Fondsmanager schlechter sind, als der zugrunde liegende Index (erinnert mich irgendwie an den CFD-Markt) :D ,
    dann sagt doch sowas einiges aus ?

    Die “Roboter” mögen schneller und effizienter und billiger sein, was aber viele vergessen : Wir Menschen sind es, die chaotisch sind, die “Roboter” sind es nicht… ;)

    Diesen Trend hin zur “Digitalisierung” sehen wir doch genauso auf dem ETF-Markt. ETFs, ja, die sind einfach, für einen Roboter/Computer, stumpf den Markt abbilden.

    “Laut diesen Daten entfallen schon jetzt 27% der Aktienumsätze an der Wall Street alleine nur auf diese Quant-Fonds, die letztlich nichts anderes sind als einmal von Menschen programmierte autonome Handelsprogramme.”

    Aber einen, zwei, drei… x- Roboter an das Ruder eines (teilweise) hochgehebelten Hedgefonds heranzulassen ? Wie schnell wollen wir Menschen den Roboter “umprogammieren”, sollte es zu menschlich-chaotisch “unlogischen” Marktbewegungen kommen ? ;)

    Oder sind dann die Softwareprogrammierer die “Marktversteher”, d.h. 80 % der Hedgefonds gewinnen dann immer ? ;) :D

    Cool,dann möchte ich auch so einen suuupertollen Hedgefonds haben, da werden sich aber garantiert noch ein paar andere “blöde” Menschen darauf stürzen ??

    Oder sagt man sich, was solls, die Maschine / das neuronale Netz war Schuld am Flash-Crash ? :D

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Nasdaq, Tesla, Netflix – aktueller Blick auf den Hype

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Fernbedienung vor Fernseher mit Netflix-Programm

Gestern noch bei 11.070 Punkten im Hoch, so fällt der Nasdaq aktuell auf 10.434 Punkte. Ein schneller Absturz. Aber halt. Was war denn bitte vorher los? Was für ein Wahnsinns-Hype, was für ein Goldrausch!. Am 20. Februar lag der Nasdaq 100-Index noch bei 9.737 Punkten. Das war der Auftakt zum großen Börsencrash. So kräftig sind einige Tech-Konzerne dem Gesamtmarkt bis jetzt enteilt, dass sie den Nasdaq mit hochziehen konnten.

Nasdaq und Tesla

Dieses Thema bespricht der Chef-Aktienhändler der Baader Bank im folgenden brandaktuellen Video. Kann es so einfach nicht mehr weitergehen im Nasdaq? Auch wichtig: Tesla sieht er eher als Datenkrake. Zwar technologisch weit vor der Konkurrenz (hier eine positive Sichtweise auf den Autobauer), dennoch sei der Aktienkurs von Tesla irrsinnig hoch. Auch wird dies klar anhand von im Video erwähnten Beispielen, wie stark sich einzelne Bankanalysten in ihrem Meinungen unterscheiden. Und ja, das ist wirklich ein Wahnsinn, so möchte ich es bestätigen!

Wette auf Netflix-Zahlen am Donnerstag

Wichtig wird jetzt in Sachen Tech die Aktie von Netflix. Die Firma ist wohl einer der größten Corona-Krisengewinner. Wo die Menschen in der Coronakrise nicht rausgehen konnten und jetzt vermutlich immer noch vermehrt zuhause rumsitzen, suchen sie natürlich nach einer Beschäftigung. Viele, sehr viele Menschen werden diese Beschäftigung wohl im Glotze-Gucken bei Netflix, Amazon, Sky und Co gefunden haben. Nur die Frage lautet: Wie viele neue Abos hat Netflix im letzten Quartal abgeschlossen? Im 1. Quartal waren es 15,77 Millionen neue Abonnenten.

Die Aktie stand im Februar direkt vor dem Crash-Start bei 392 Dollar. Gestern waren es im absoluten Nasdaq-Höhenrausch 574 Dollar. Aber bis jetzt kommt die Aktie zurück auf 508 Dollar. So schnell kann ein Long-Zocker dick im Minus sein. Donnerstag Abend (wir werden berichten) präsentiert Netflix dann seine Quartalszahlen. Das wird ein wichtiges Ereignis für die gesamte US-Börse werden. By the way… schauen Sie sich das folgende Video gerne in voller Länge an, die Aussagen sind interessant.

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Markus Koch LIVE zum Handelsstart in New York – Bankzahlen im Fokus

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE zum Handelsstart in New York. Er bespricht die vor wenigen Minuten veröffentlichten Quartalszahlen von JP Morgan, Wells Fargo und Citi. Die Finanzdaten bespricht er ausführlich.

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Wells Fargo und Citigroup: Quartalszahlen liegen vor

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Die Quartalszahlen von Wells Fargo und Citigroup wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Eckdaten, zunächst von Wells Fargo.

Der Erlös (Umsatz) liegt bei 17,8 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 21,58/erwartet 18,6).

Das Ergebnis liegt bei -0,66 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/erwartet -0,16). Ein Verlust von 2,4 Milliarden Dollar im zweiten Quartal!

Kreditvorsorge 9,5 Milliarden Dollar nach 0,5 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Die Aktie von Wells Fargo notiert vorbörslich mit -3,8 Prozent.

Kommentar von Wells Fargo im Wortlaut:

“We are extremely disappointed in both our second quarter results and our intent to reduce our dividend. Our view of the length and severity of the economic downturn has deteriorated considerably from the assumptions used last quarter, which drove the $8.4 billion addition to our credit loss reserve in the second quarter. While the negative impact of the pandemic is unprecedented and many of our business drivers were negatively impacted, our franchise should perform better, and we will make changes to improve our performance regardless of the operating environment.

“Though our income performance was weak, our capital and liquidity continues to be extremely strong with both our CET1 ratio and LCR increasing from the end of the prior quarter. However, it is critical in these uncertain times that our common stock dividend reflects current earnings capacity assuming a continued difficult operating environment, evolving regulatory guidance, and protects our capital position if economic conditions were to further deteriorate. Given this, we believe it is prudent to be extremely cautious until we see a clear path to broad economic improvement. We are confident that this eventual economic improvement combined with our actions to increase our margins will support a higher dividend in the future,” Scharf added.

“I’m proud of the hard work and dedication of our employees through these challenging times to support our customers, communities, and each other. Our regulatory commitments remain our top priority and while we have more work ahead of us, we continue to devote all necessary resources to this effort,” Scharf concluded.

Wells Fargo Finanzdaten

Wells Fargo-Quartalszahlen - Wells Fargo Logo
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

Citigroup

Bei der Citigroup liegt der Erlös (Umsatz) bei 19,77 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,76/erwartet 19,1).

Das Ergebnis liegt bei +0,50 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,95/erwartet +0,28).

Kreditvorsorge 7,9 Milliarden Dollar nach 2,1 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

Die Aktie der Citigroup notiert vorbörslich mit +1,1 Prozent.

Kommentar des Citigroup CEO im Wortlaut:

“While credit costs weighed down our net income, our overall business performance was strong during the quarter, and we have been able to navigate the COVID-19 pandemic reasonably well. The Institutional Clients Group had an exceptional quarter, marked by an increase in Fixed Income of 68%. Global Consumer Banking revenues were down as spending slowed significantly due to the pandemic.

“We entered this crisis from a position of strength. During the quarter, our regulatory capital increased and our CET1 ratio improved to 11.5%, comfortably above our new regulatory minimum of 10%. We continued to add to our substantial levels of liquidity and our balance sheet has plenty of capacity to serve our clients. With a sharp emphasis on risk management, we are prepared for a variety of scenarios and will continue to operate our institution prudently given this unprecedented situation,” Mr. Corbat concluded.

Citigroup Finanzdaten

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